Pestalozzischule

Ursprung des evangelischen Unterrichts lag im Gahlener Pfarramt

Die Geschichte der evangelischen Pestalozzischule auf der Hardt gibt auch Einblicke in die Geschichte der evangelischen Gemeinde in Dorsten. Die Hardt war seit dem Dreißigjährigen Krieg Grenzgebiet zwischen dem katholischen Westfalen und dem evangelischen Teil des Niederrheins. Bis 1929 gehörte die Hardt zur Gemeinde Gahlen, wo überwiegend Protestanten wohnten und die Evangelischen in den umliegenden katholischen Gemeinden dorthin zur Kirchen gehen mussten (siehe Kirchen, Kirchengemeinden). Der schulische Ursprung evangelischen Unterrichts liegt also im Pfarrhaus von Gahlen, in dem 1677 der Schulmeister Heinrich Dikhäyer die Jungen unterrichtete. Er war gleichzeitig Küster und Organist an der evangelischen Kirche in Gahlen.

Pestalozzischule; Foto: Reinhard H.

Pestalozzischule; Foto: Reinhard H.

Bevölkerung wuchs – daher neue Nebenschule

Wegen des weiten Schulwegs, den die evangelischen Kinder zurücklegen mussten, wurde 1788 mit der evangelischen Schule Gahlen-Hardt eine Nebenstelle auf dem Hardtberg errichtet. Durch das wegen der Industrialisierung bedingte Anwachsen der Bevölkerung musste 1907 eine neue Nebenschule eröffnet werden, die evangelische Volksschule Gahlen-Hardt II. Das Gebäude steht heute noch und beherbergt die Filiale der katholischen Agathaschule. 1912 wurde in der Nachbarschaft, an der Ecke Overbergstraße/Storchsbaumstraße, die katholische Overberg-Volksschule errichtet. Aus Anlass des 100. Todestages Pestalozzis erhielt 1927 die evangelische Schule Gallen-Hardt II den Namen des Pädagogen. Zwei Jahre später wurde die Hardt als Stadtteil nach Dorsten eingemeindet, die evangelischen Bewohner der Hardt blieben aber weiterhin der evangelischen Kirchengemeinde Gallen-Hardt verbunden.

Besuch von Schülern beider Konfessionen

1939 wurden die beiden Bekenntnisschulen Pestalozzischule und Overbergschule im Sinne des Nationalsozialismus zur bekenntnisfreien Langemarckschule zusammengefasst und 1947 nach einer Bevölkerungsbefragung mit dem Status von Bekenntnisschulen wieder getrennt. Im Zuge der Schulreform wurde 1968 aus der evangelischen Pestalozzi-Volksschule die Pestalozzi-Gemeinschaftsgrundschule. Der Hauptschulzweig der katholischen Overbergschule und der Agathaschule zogen in die Geschwister-Scholl-Schule und die Klassen der Pestalozzischule in das Gebäude der aufgelösten Overbergschule, wo auch ein Schulkindergarten eingerichtet wurde. In das ehemalige Gebäude der Pestalozzischule an der Gahlener Straße zog die Filiale der Agathaschule ein. Nach einem Brand musste das Schulgebäude 1991 erweitert werden. 2010 besuchten etwa 340 Schülerinnen und Schüler aller Konfessionen die Pestalozzischule.

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