Osterfeuer, Ostern

Heidnischer Brauch, en Winter zu vertreiben - christlich umgedeutet

Osterfeuer

Heidnischer Brauch: Mit dem Feuer den Winter vertreiben

Auch Paschen genannt (von Pessach). Die im Winter nicht verbrauchten Brennholzbestände wurden zusammengetragen und an einem sichtbaren Ort verbrannt. Damit verhöhnte man den Winter, dessen grimmige Kälte man nicht mehr zu fürchten hatte und begrüßte zugleich die „helle“ Jahreshälfte. Die Dorstener Jugend sang: „En klein Klaeiken / Foer Paoschefuer, foer Paoschefuer!“ Die Schiffbauer verbrannten eine Tonne Teer. In den Bauerschaften wurden beim Abbrennen kirchliche Osterlieder gesungen, die das „Erwachen der Menschheit aus der Nacht des Irrtums zum Lichte der Wahrheit“ zum Inhalt hatten. 1788 verbot die kurfürstliche Regierung die Osterfeuer, „weil auch bei dieser Gelegenheit durch den Zusammenlauf des jungen Volkes beim dunklen Abend mancher Unfug hervorgeht“. – Die Stadt pflegte zu Ostern den Bürgermeistern, Ratsherren, Gildemeistern, Lehrern und Beamten sowie der Vehme (Pfarrhof) und dem Kloster Wein zu spenden (1509 waren es 88 Maß). Als Ostergabe wurde von der Stadt am Gründonnerstag 52 Pfund Butter und Brote aus 15 Scheffel Roggen an die Armen verteilt. Der Brauch des Osterfeuers hat sich bis heute erhalten.

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