Naturschutzbund

NABU kümmert sich um Gewässer, Hecken, Tiere und den Artenschutz

Der häufigste Vogel in Dorsten: die Kohlmeise; Foto: Frank Hecker (NABU)

Der häufigste Vogel in Dorsten: die Kohlmeise; Foto: Frank Hecker (NABU)

Unter dem Dachverband „Naturschutzbund Deutschland“ (gegründet 1899 als „Deutscher Bund für Vogelschutz“) wurde 1983 in Dorsten die NABU-Aktivgruppe gegründet, die heute rund 600 Mitglieder hat. Erster Vorsitzender ist Michael Drescher, zweiter Vorsitzender Olaf Fockenberg und Geschäftsführer Johannes Ader (Stand 2017). NABU widmet sich konkreten Natur- und Umweltschutzprojekten: Streuobstwiesen, Hecken, Kopfweiden, Heiden, Fließ- und Stillgewässer, Arten- und  Klimaschutz. Der Kinder- und Jugendarbeit widmen sich die Naturschützer mit besonderen Aktivitäten (Naturschutzjugend). Der BUND engagiert sich zum Beispiel für eine ökologische Landwirtschaft und für gesunde Lebensmittel, für den Klimaschutz und den Ausbau regenerativer Energien, für den Schutz bedrohter Arten, des Waldes und des Wassers. Die Gesamtorganisation hat mittlerweile über 405.000 Mitglieder und ist föderativ organisiert. In jedem Bundesland engagiert sich ein BUND-Landesverband für den Natur- und Umweltschutz. Die Mitglieder des BUND sind in einem flächendeckenden Netz von 2.000 Kreis- und Ortsgruppen organisiert.

Seit etlichen Jahren Zählung der Sing- und Gartenvögel bundesweit

Die Elster lebt immer mehr in Siedlungen

Die Elster lebt immer mehr in Siedlungen

Erstmals rief im Januar 2011 der Naturschutzbund (NABU) zur Zählung der Gartenvögel auf. Unter den gefiederten Gartenbesuchern wurde in Dorsten am häufigsten die Kohlmeise gezählt, was sich mit dem bundesweiten Ergebnis deckt. Im Kreis Recklinghausen wurden in 325 Gärten eine Stunde lang insgesamt 11.800 Vögel. Unter ihnen belegte die Kohlmeise den ersten Platz, gefolgt von der Amsel und der Blaumeise. Während der Hausspatz bundesweit den zweiten Platz belegte, erreichte er in Dorsten nur den vierten Platz. In der gesamten Bundesrepublik beteiligten sich bei dieser Zählung 85.000 Teilnehmer, die in 56.000 Gärten rund 2,6 Millionen Vögel zählten. Im Januar 2015 rief der Dorstener Natuschutzbund zum vierten Mal zur Zählung unter dem Motto „Stunde der Wintervögel“ auf. In der kalten Jahreszeit bereichern u. a. Spatzen, Meisen, Finken und Rotkehlchen Gärten und Grünanlagen.

11.200 Vögel im Vest gezählt – am häufigsten den Spatz

Im Kreisgebiet wurden im Januar 2017 zwei Wochen lang in 357 Gärten Wintervögel gezählt und beobachtet. Die Ergebnisse wurden an den NABU übermittelt, der die Zählungen auswertete. Ziel war es, den Bestand der Wintervögel im Vergleich zu früheren Jahren zu erfassen. 600 Vogelfreunde aus dem Kreis Recklinghausen zählten insgesamt 11.200 Vögel in ihren Gärten. Der Spatz ist im Winter 2017 der Vogel, der im Vest Recklinghausen am häufigsten vorkommt. Auf Platz zwei und drei lagen die Amsel und die Kohlmeise.

Vogelbestände gehen wegen Insektizide und Herbizide insgesamt zurück

Insgesamt gehen die Vogelbestände zurück. Unter anderem durch die Umstrukturierung der Landswirtschaft und dem vermehrten Einsatz von Insektiziden und Herbiziden. Daher kommen immer mehr Elstern von der freien Landschaft zur Nahrungssuche in die Gärten, was sicherlich auch dazu führt, dass Vogelnester geplündert werden. Das Auftreten von Elstern in den Siedlungen hat sich in den letzten 50 Jahren entwickelt. In Hagen wurde erstmals wurde in den 1970er-Jahren eine Elsternbrut im innerstädtischen Bereich nachgewiesen. Sie stehen auf der Liste der jagdbaren Arten. – In ganz Deutschland haben insgesamt 115.197 Vogelfreunde aus 74.763 Gärten knapp 2,6 Millionen Vögel gemeldet.

Vögel des Jahres: 2015 der Habicht, 2016 der Stieglitz, 2017 der Waldkauz

Vogel des Kahres 2017: Waldkauz

„Vogel des Jahres 2015“ wurde der Habicht. Die Dorstener Stadtbibliothek widmete dem Jahresvogel im Oktober 2015 eine Ausstellung. Der Vogel des Jahres 2016 ist der Stieglitz. Der Waldkauz ist der Vogel des Jahres 2017. Nabu und LBV küren seit 1971 eine Art zum Vogel des Jahres, um auf die Bedrohung von Tieren und Natur aufmerksam zu machen. Der Waldkauz ist ein kleiner Eulenvogel, der nur in Höhlen alter Bäume brütet. Er siedelt in Wäldern sowie Parks oder Gärten mit altem Baumbestand. In Deutschland leben nach Schätzungen zwischen 43.000 und 75.000 Brutpaare. Waldkäuze, rund 40 Zentimeter groß, sind Jäger der Nacht und haben feine Sinne. Sie können besonders gut sehen und hören das leiseste Geräusch noch in 100 Meter Entfernung. Spezielle „Schalldämpfer“ an den Flügelkanten sorgen dafür, dass sie ihre Beute nahezu lautlos anfliegen und überraschen können. Auf dem Speiseplan stehen Nagetiere, Vögel, Frösche, Insekten und Regenwürmer. Die ältesten beringten Tiere wurden in freier Natur fast 20 Jahre alt. Waldkauzpaare bleiben sich in der Regel ein Leben lang treu und brüten nur einmal im Jahr. Beim Tod des Gefährten suchen sie sich neue Partner.
Die Bezeichnung „Kauz“ ist eine Besonderheit im deutschen Sprachraum. In anderen europäischen Ländern gibt es kein eigenes Wort für diese Eule, die zwar wie ihre Artgenossen einen runden Kopf hat, dem aber die charakteristischen Federohren fehlen.

Kohlweißling liegt vorn

Der Kohlweißling ist der meistgezählte Schmetterling in Nordrhein-Westfalen. Zu diesem Ergebnis kommt der Naturschutzbund NABU. In einer vierwöchigen Zählzeit bis Mitte Juli 2017 seien 2600 Angaben über 32.000 Schmetterlinge eingegangen. Mit 3900 Belegen flatterte der blasse Kohlweißling auf den ersten Platz, gefolgt vom Tagpfauenauge mit fast 3600 Angaben und dem bräunlichen Schornsteinfeger mit 3500 Meldungen (dpa).

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