Mißfelder, Philipp

Sein plötzlicher Tod schockte den Bundestag und auch die Dorstener CDU

Philipp Mißfelder in Dorsten:

Philipp Mißfelder in Dorsten: L. Föcker, T. Stockhoff, Ph. MIßfelder, B.Schwane, L. Lütkenhorst

Bundespolitiker, MdB (CDU), verheiratet, zwei Kinder, 1979 bis 2015. – In Dorsten war er gut bekannt. Der gebürtige Gelsenkirchener Vollblutpolitiker war ab 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages. Bei der Bundestagswahl 2013 verfehlte er das Direktmandat im Wahlkreis Recklinghausen I mit 34,3 Prozent der Erststimmen. Mißfelder zog über die Landesliste der CDU Nordrhein-Westfalen in den Bundestag ein.
Philipp Mißfelder studierte nach der Bundeswehrzeit Geschichte in Berlin und schloss 2008 mit einer Magisterarbeit ab. Zu diesem Zeitpunkt hatte er schon aktive Jahre in der Politik hinter sich, denn Mißfelder trat bereits 1993 in die Junge Union (JU) und 1995 auch in die CDU ein, war von 1998 bis 2000 Bundesvorsitzender der Schüler-Union und seit 1998 Mitglied des JU-Bundesvorstandes. Seit 1999 gehörte er dem CDU-Bundesvorstand an, wurde 2002 zum Bundesvorsitzenden der Jungen Union gewählt und zuletzt 2012 vom Deutschlandtag der CDU in Rostock mit 86,5 Prozent im Amt bestätigt.

Eine große außenpolitische Karriere lag vor ihm

Ab 2009 war er außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag und gehörte dem Auswärtigen Ausschuss des Deutschen Bundestages an. Seit 2013 war er zudem ordentliches Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der OSZE und der Parlamentarischen Versammlung des Europarates. Von 2008 bis 2014 saß Philipp Mißfelder  im Präsidium der CDU und von Januar 2014 bis zum 1. April 2014 fungierte er als Koordinator der Bundesregierung für die transatlantische Zusammenarbeit. Auf dem Landesparteitag der CDU Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf wurde Mißfelder 2014 mit 68 Prozent der Stimmen zum Schatzmeister der Landes-CDU gewählt.
Große Bestürzung und Fassungslosigkeit folgten der Nachricht von seinem unerwarteten Tod. Der 35-Jährige starb in der Nacht vom 12. auf den 13. Juli 2015 an einer  Lungenembolie. Bürgermeister Tobias Stockhoff: „Dieses menschliche Schicksal ist nicht mit Worten zu fassen.“ Mißfelder war häufig Gast in Dorsten, zeitweilig als „Paten-Bundestagsabgeordneter“. Tobias Stockhoff am 14. Juli in der „Dorstener Zeitung“:

„Er war für mich mehr als 15 Jahre nicht nur ein verlässlicher, politischer Wegbegleiter und engagierter Ansprechpartner in Berlin, sondern ein echter Freund, mit dem man unter vier Augen über alles offen sprechen und auch leidenschaftlich kontrovers diskutieren konnte.“

Eltern Mißfelders verklagten die Universitätsklinik Münster

Nach Philipp Mißfelders Tod kam es zum juristischen Streit in der Familie Mißfelder. Seine Eltern wollten in die Krankenakte der Universitätsklinik Münster einsehen, in der ihr Sohn gestorben war. Das Klinikum weigerte sich, da der Patient die Klinik angewiesen hatte, seinen Eltern keine Einsicht zu gewähren. Er begründete dies gegenüber der Klinik mit der Zerrüttung des Eltern-Sohn-Verhältnisses. Die Eltern verlangten vor allem Auskunft über einen Treppensturz ihres verstorbenen Sohnes am 9. Februar 2015 im Haus seiner Schwiegereltern in Dülmen. Dabei soll er sich einen Wirbelbruch zugezogen haben. Mißfelder wurde nach dem Sturz in Münster behandelt. Wie die Anwältin der Eltern öffentlich mitteilte, soll mit der Einsicht in die Patientenakte keine Vorwürfe gegen Ärzte erhoben werden, sondern gehörte Widersprüche geklärt werden. So hieß es, Mißfelder sei in seinem Haus gestorben, eine andere Version lautet, der Tod trat erst am andern Tag in der Klinik ein. Philipp Mißfelders Witwe, die selbst im Klinikum Münster als Ärztin tätig ist, machte den Eltern den Vorschlag, dass sie in der Kanzlei ihres Anwalts in die Krankenakte ihres Sohnes einsehen aber über den Inhalt öffentlich nicht berichten dürften. Das lehnten die Eltern ab, welche die Klinik auf Einsichtnahme verklagten, dann aber die Klage wieder zurückzogen.

„Philipp-Mißfelder-Wald“ soll im nördlichen Negev in Israel entstehen

Zur Erinnerung an Mißfelder will die Junge Union in der nördlichen Negevwüste in Israel einen „Philipp-Mißfelder-Wald“ mit 50.000 Bäumen pflanzen. Der Recklinghäuser CDU-Bundestagsabgeordnete hatte stets enge Kontakte nach Israel gepflegt und genoss dort großes Ansehen. Der JU-Stadtverband Recklinghausen stiftete bereits zehn Bäume für den Mißfelder-Wald.


Siehe auch:
Politiker

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