Mietspiegel

Im Vergleich zu 2015 sind 2018 die Mieten in Dorsten leicht gestiegen

Der Mietspiegel dient als Übersicht über die ortsübliche Vergleichsmiete für freifinanzierte Wohnungen in Dorsten. Grundlage dafür waren etwa 1000 Mietabschlüsse der vergangenen vier Jahre über Wohnraum vergleichbarer Art, Größe, Ausstattung, Beschaffenheit und Lage, die der Arbeitskreis Mietspiegel zusammengetragen und ausgewertet hat. Der Mietspiegel ist von den Interessenverbänden der Mieter- und Vermieterseite überarbeitet und mit dem aktualisierten Stand zum 1. November 2018 neu herausgegeben worden. Gegenüber dem letzten Mietspiegel 2015 sind die bisherigen Tabellenwerte um durchschnittlich etwa fünf Prozent angehoben worden; die Anpassung erfolgte nicht gleichmäßig für alle Baujahrsgruppen, sondern dem Markt entsprechend gruppenspezifisch. Die Spannbreite der Veränderungen reicht dabei von 0 bis ca. +10 Prozent. Zwischen 2014 und 2018 zogen die Mieten laut aktuellem Dorstener Mietspiegel um 8,7 Prozent an. Für Wohnungssuchende mit schmalem Einkommen und Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein gibt es laut Auskunft der Stadt die Möglichkeit, sich beim Sozialamt in eine Liste eintragen lassen. Wenn der Stadt frei gewordene geförderte Wohnungen gemeldet werden, können sie an Mieter vermittelt werden, die sich hier haben eintragen lassen. Das Mietenniveau liegt nun zwischen 3,80 Euro/Quadratmeter/Monat für Wohnungen in Häusern bis Baujahr 1949 und 7,70 Euro/Quadratmeter/Monat für die Baujahrsgruppe ab 2011, jeweils für 60 bis 90 Quadratmeter große Wohnungen in mittlerer Wohnlage. Mietwerte für einfache Wohnlagen erhalten Abschläge von 10 Prozent, Mietwerte für gute Wohnlagen dagegen Zuschläge von 5 Prozent auf die angegebenen Tabellenwerte, heißt es in der Pressemitteilung. Neben diesen wohnlagebedingten Anpassungen sieht der Mietspiegel weitere Zu- oder Abschläge vor, zum Beispiel wegen durchgeführter oder unterlassener Modernisierungen oder aufgrund von abweichender Wohnungsgröße. Auch Sonderausstattungen oder Gartennutzung können zu Zuschlägen führen.

Mieten in Dorsten steigen – die wahren Probleme kommen noch

Es gibt vieles, was für Dorsten als Wohnort spricht. Zum Beispiel die Zahl der täglichen Dorstener Auspendler. Sie ist mit 17.685 beachtlich, wie eine Untersuchung der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Windor feststellte. In den kommenden Jahren wird sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt aber zuspitzen. Die Nachfrage nach kleinen, barrierefreien, gut ausgestatteten Wohnungen wächst aufgrund der Altersstruktur in der Stadt, der Druck auf günstigen Wohnraum auch. Der Wohnungsbestand in Dorsten ist allerdings teilweise stark überaltert. Seit zwei Jahren gibt es in Dorsten einen von der Stadt eingerichteten „Arbeitskreis Masterplan Wohnen“, der in den zwei Jahren erst einmal getagt hat, so die SPD, die Ende 2019 den Bürgermeister aufruft, den Arbeitskreis erneut einzuberufen.

Begehrte Wohnlagen: Hardt, Feldmark, Holsterhausen, Hervest

Begehrte Wohnlagen sind nach wie vor die Hardt, die Feldmark, Holsterhausen und Hervest. Neubauten in Wulfen und demnächst auf der Hardt sind heiß begehrt. Der aktuelle Mietspiegel von 2018 zeigt: Wegen der Nachfrage und des wachsenden Drucks auf den Wohnort Dorsten sind die Mieten gestiegen. Für einfache Wohnlagen und Wohnungen bis Baujahr 1949 müssen Mieter im Vergleich zu 2015 in mittleren Wohnlagen 30 Cent pro Quadratmeter mehr bezahlen (3.80 Euro/3.50 Euro). Für neuere Wohnungen ab Baujahr 2011 ist der Preisanstieg sehr viel deutlicher: 7.70 Euro statt 6.60 Euro. Die größten Wohnungen mit mehr als drei Zimmern gibt es in drei Stadtteilen: Altstadt, Wulfen und Hervest. Kleinere Wohnungen finden Wohnungssuchende in der Feldmark, Holsterhausen, Rhade und Lembeck. Und doch wird sich hier in den nächsten Jahren ein immer größerer Mangel offenbaren. Laut einer von der Stadt in Auftrag gegebenen Studie des Bochumer INWIS-Forschungs- und Beratungsinstitutes werde die Stadt Dorsten im Jahr 2030 nur noch 70.000 Bewohner haben. 1000 Wohnungen stünden dann leer, die aber für Menschen über 60 nicht infrage kämen.

Mieten: Andere Einschätzung im Internetportal als im lokalen Mietspiegel

Steigende Mieten sind kein Phänomen, das es nur in Großstädten gibt. Auch in mittelgroßen Städten wird das Wohnen teurer. Dorsten nimmt angeblich eine Sonderrolle ein. Das Internetportal „Immowelt“ hat die Angebotsmieten in 109 deutschen Städten mit 50.000 bis 100.000 Einwohnern verglichen. In drei Viertel der untersuchten Städte sind die Preise bei Neuvermietungen im Vergleich zum Vorjahr teurer geworden. Betrachtet wurden die mittleren Angebotsmieten für Wohnungen zwischen 40 und 120 Quadratmetern. Mieten steigen vor allem dort, wo Ballungsräume in rund einer Stunde erreichbar seien.
Das trifft auch auf Dorsten zu. Doch im Preisvergleich schneidet die Stadt laut Immowelt gut ab. Der durchschnittliche Mietpreis sank demnach im Jahr 2019 sogar von 5,70 Euro pro Quadratmeter (2018) auf 5,60 Euro. Damit befindet sich die Lippestadt auf dem Mietpreis-Niveau des Sauerlandes und gehört somit „zum Kreis der günstigsten deutschen Mittelstädte“. Ein Blick in den Dorstener Mietspiegel von 2018 relativiert diese Einschätzung allerdings. Wegen der Nachfrage und des wachsenden Drucks auf den Wohnort Dorsten sind die Mieten gestiegen, heißt es dort. Für einfache Wohnlagen und Wohnungen bis Baujahr 1949 müssten Mieter im Vergleich zu 2015 in mittleren Wohnlagen 30 Cent pro Quadratmeter mehr bezahlen (3,80 Euro/3,50 Euro). Für neuere Wohnungen ab Baujahr 2011 sei der Preisanstieg sehr viel deutlicher: 7,70 Euro statt 6,60 Euro.

Siehe auch: Mieterverein Dorsten


Quellen: Nach DZ vom 30. Okt. 2018. – DZ vom 16. Dez. 2019. – DZ vom 15. Febr. 2020.

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