Laurentiuskirche

Lembeck: Angestammte Sitzplätze waren Grund zum Streit

Nach der Renovierung 2009

Innenraum nach der Renovierung 2009

Vermutlich gab es schon früh eine Kapelle in Lembeck, deren Größe sich an der Nordwestseite der alten Kirche abzeichnete. Der alte Kirchenbau soll um 1400 entstanden sein und etwa über 300 Jahre lang bestanden haben. 1725 wurde die Kirche umgebaut, der alte Turm abgetragen und ein neuer errichtet sowie eine Sakristei gebaut. Patronatsherren waren die Grafen von Merveldt zu Lembeck. 1748 gab es einen Streit wegen der Kirchensitze. Zwei Lembecker Bürgerinnen beklagten sich beim Patronatsherrn, dass ihre ererbten Kirchensitze ständig vom Hausgesinde des Pastors eingenommen würden, wozu diese kein Recht hätten. Da der Streit anhielt, fällte der Patronatsherr ein salomonisches Urteil: Wer zuerst kommt, nimmt den ersten Platz ein, der zweite den zweiten, bis die viersitzige Bank gefüllt ist. In den 1930er-Jahren wurde die Kirche erweitert und der vergrößerte Bau 1937 eingeweiht. Dabei übernahm man den zweischiffigen, dreijochigen Bau des 15. Jahrhunderts als Querschiff des Neubaus. Auch der im Kern romanische Westturm blieb erhalten. Im Innern befinden sich ein frühgotischer Taufstein aus Hohemarker Stein, eine hölzerne Laurentiusdarstellung aus dem 14. Jahrhundert, eine spätgotische Anna Selbdritt aus dem 15. Jahrhundert und drei bemerkenswerte Epitaphien der Patronatsfamilien von Schloss Lembeck mit Renaissance-Rahmung.

Frühgotischer Taufstein heute im Turm

Der frühgotische aus Hohemarker Stein gehauene Taufstein stammt vermutlich aus dem 13. Jahrhundert. Über Jahrhunderte hinweg hat er das Taufwasser aufbewahrt. Erst 1869 musste er in der damals neu erbauten Taufkapelle dem jetzigen Taufbrunnen weichen. Für sechs Taler kaufte ihn der Landwirt Abel in der Bauerschaft Strock. 1915 wurde er der Kirche zurückgegeben und steht heute im Turm der Laurentiuskirche.


Siehe auch:
Kirchen, kath.

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