Integrationslotsen

„Ohne sie wäre die Integration der Flüchtlinge so in Dorsten nicht möglich“

Über 60 neue Lotsen wurden im Februar 2016 das Ausbildungszertifikat überreicht; Foto: Guido Bludau

Über 60 neue Lotsen wurde im Februar 2016 das Ausbildungszertifikat überreicht; Foto: Guido Bludau

Im Dezember 2014 ehrte die Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration im Bundeskanzleramt, Aydan Özoguz, den Dorstener Integrationslotsen Rolf Wagner sowie 500 weitere Bürger aus der Bundesrepublik für ihr ehrenamtliches Engagement in der Flüchtlingshilfe. Rolf Wagner ist seit 2012 Integrationslotse für Flüchtlinge aus Afrika. Er wurde stellvertretend für die anderen ehrenamtlichen Integrationslotsen ausgezeichnet.

Die umfassende Teilhabe von zugewanderten Menschen am gesellschaftlichen Leben ist von hoher Bedeutung. Um den Prozess der Migration und Teilhabe sowohl von Neuzugewanderten als auch von bereits länger hier lebenden Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zu unterstützen, fördert das Land Nordrhein-Westfalen  Qualifizierungsmaßnahmen für ehrenamtliche Integrationslotsen – Männer und Frauen. Integrationslotsen unterstützen Menschen, die Bedarf an Begleitung oder Unterstützung zur Teilhabe und Teilnahme am gesellschaftlichen und politischen Leben haben. Sie helfen bei der Orientierung in der neuen Umgebung und begleiten die sprachliche, schulische, berufliche und gesellschaftliche Entwicklung. Damit zeigen sie den Weg zu den professionellen Betreuungs- und Beratungsangeboten des Landes und der Kommunen auf. Die auf kommunaler Ebene eingerichteten Koordinierungsstellen Migration und Teilhabe stehen den Integrationslotsinnen und Integrationslotsen hilfreich zur Seite. Die Begleitung der zugewanderten Menschen erfordert Kenntnisse über Migrations- und Teilhabeprozesse, über die Vermittlung interkultureller Kompetenz sowie die Fähigkeit, Wege der Informationsbeschaffung aufzuzeigen. In dieser Qualifizierungsmaßnahme geht es nicht um die Vermittlung von Faktenwissen, sondern um die Schulung von sozialen und kommunikativen Kompetenzen für interkulturelles Handeln als Integrationslotsin oder als Integrationslotse.

Sieben Dorstener gründeten 2010 das lokale Integrationslotsen-Projekt

Sieben Dorstener/innen gründeten 2010 eine solche Einrichtung. Das Dorstener Projekt „Integrationslotsen“ wurde 2015 deutlich ausgebaut. Mittlerweile sind es über 100 Integrationslotsen mit Zertifikat. Das Engagement ist darauf ausgerichtet, in Ergänzung zu den bestehenden hauptamtlichen Einrichtungen, neuzugewanderte oder schon länger in Dorsten lebende Menschen mit Migrationshintergrund bei der rechtlichen, schulischen, sprachlichen, kulturellen und sozialen Integration zu unterstützen. Dem Konzept hat der Sozialausschuss in seiner Sitzung 2010 zugestimmt. Mit der Umsetzung der Konzeption und mit der Schulung der Integrationslotsen wurde das Migrationsreferat des Ev. Kirchenverbandes beauftragt. Die Stadt Dorsten stellt hierfür ab 2011 jährlich max. 3.600 Euro zur Verfügung.
Die Aufgaben der Integrationslotsen sind vielfältig. Sie betreuen Kinder bei den Hausaufgaben, begleiten bei Behördengängen und zu Ärzten, Kindergärten und Schulen. Die Integrationslotsen werden über die Agentur für Ehrenamt Dorsten geführt und können ihre Einsatzwünsche wie z. B. eine Begleitung von Flüchtlingen oder lieber ein Angebot für einen niederschwelligen Sprachkurs aussuchen. Über 60 neue Lotsen wurden Anfang 2016 in drei Gruppen an fünf Abenden ausgebildet und ihnen von Bürgermeister Tobias Stockhoff das Zertifikat überreicht. „Dieses ehrenamtliche Engagement ist für die Stadt Dorsten sehr wichtig und deshalb sind wir ihnen sehr dankbar. Ohne die Integrationslotsen wäre die Integration der Flüchtlinge so in Dorsten nicht möglich“, sagte der Bürgermeister in seiner Ansprache.


Siehe auch:
Integration

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