Grothus, Ulrich

Journalist in Rom, dann Leiter der DAAD-Außenstellen Paris und New York

Geboren 1952 in Hagen; Wissenschaftler. – Ulrich Grothus liebt die Musik, die Oper besonders, und Liebling unter den vielen Sprachen, die er beherrscht, ist das Italienische. Schon früh führte es ihn von Dorsten nach Italien. Später ging Grothus als Korrespondent einer Nachrichtenagentur nach Rom, und irgendwann wurde sein Engagement transatlantisch. Von 2004 bis 2008 leitete er die Außenstelle des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in New York. Heute ist er stellvertretender Generalsekretär des DAAD in Bonn (Stand 2011). Seine Eltern, Dr. Horst Grothues, der 2018 starb, und seine Frau Gisela, wohnten in Dorsten-Holsterhausen und waren seit Jahrzehnten gesellschaftspolitisch wie sozial stark engagiert („Netzwerk Dorsten liest vor“, Gründung des Frauenhauses 1985, Einladungen von Fremden am Heiligabend, Gründung einer türkischen Krabbelgruppe 2008 in Hervest u. a.). Das Ehepaar wurde 2016 von der Stadt für sein Lebenswerk geehrt. Seinen Eltern widmete Ulrich Grothus 2007 einen in Englisch veröffentlichten Aufsatz über „Sechzig Jahre Thomas Manns ,Doctor Faustus’“, weil sein Vater, Horst Grothus, 1948 im „Bookworm Club“ im Karlsruher Amerikahaus las und dabei seine Mutter Gisela kennen gelernt hatte.

...... Grothues

Einweihung des Exzellenzzentrums Heidelberg, Ulrich Grothus rechts; Erklärung unten im Text

Zuständig für Strategie und Projekte

Ulrich Grothus wuchs in Dorsten auf, seine Geburtsstadt ist Hagen. Die Mutter ist Berlinerin, und so fiel die Entscheidung für den Studienort Berlin leicht. An der Freien Universität studierte er Politische Wissenschaft und Germanistik. Als Student gehörte er dem Bund Westdeutscher Kommunisten (BWK) an und verantwortete zeitweise redaktionell die Parteizeitung „Politische Berichte“. Einige Jahre nach dem Diplom arbeitet der Musikliebhaber, der auch ein „Verehrer des gut geschriebenen Wortes“ ist, als Journalist und wechselt schließlich 1982 in das Arbeitsgebiet internationale Wissenschaftsbeziehungen. Grothus fällt es leicht, Sprachen zu lernen. Fünf beherrscht er in verschiedenen Abstufungen, in drei weiteren hat er Grundkenntnisse. Grothus war erst 29, als er zur Westdeutschen Rektorenkonferenz kam (heute: Hochschulrektorenkonferenz), um dort das Referat „Internationale Wissenschaftsbeziehungen mit Ländern und Institutionen in Europa“ zu leiten und hatte schon sechs Jahre Berufserfahrung. „Man soll früh in den Beruf gehen“, fand er, „wenn man jünger ist, ist man inhaltlich noch beweglicher“. 1988 trat er dem DAAD als Sprecher und Leiter des Präsidentenbüros bei. Von 1998 bis 2000 leitete er die Pariser Außenstelle des DAAD und übernahm danach die Funktion des stellvertretenden Generalsekretärs in Bonn. Von 2004 bis 2008 war er Leiter der DAAD-Außenstelle für die USA und Kanada in New York. Heute ist er wieder als stellvertretender Generalsekretär des DAAD in der gleichen Position, die er von 2001 bis 2004 schon hatte.  Als Direktor ist er u. a. zuständig für Strategie und Projekte des DAAD in der Zentrale Bonn. Ausgehend von deutschen Institutionen untersucht und entwirft Grothus Modelle von bilateralen und multilateralen Partnerschaften, von Lehre und Forschung.

Mit zwölf Mitarbeitern Austauschprogramme betreut

In New York betreute Grothus mit zwölf Mitarbeitern Austauschprogramme für Studenten und Wissenschaftler in Nordamerika. Die wichtigsten Kontakte knüpfte er auf Wissenschaftskongressen. „Studieren und Forschen in Deutschland“ heißt das Angebot, mit dem des DAAD wirbt. Es dient dem Austausch in den Natur- und Ingenieurwissenschaften. Das Programm vermittelt Doktoranden deutscher Hochschulen Forschungsassistenten aus Nordamerika. Wenn Ulrich Grothus aus dem Fenster seines Arbeitszimmers in New York blickte, sah er das Hochhaus der Vereinten Nationen. „United Nations Plaza“ lautete die Adresse des „German House“, in dem auch das deutsche Konsulat am Hudson River residiert, ebenso die New Yorker Außenstelle der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) – und der US-amerikanische Alumniclub der Freien Universität Berlin, „Friends of Freie Universität“. Seit 1971 hat des DAAD eine Außenstelle in New York, um die Kontakte zwischen deutschen, kanadischen und US-amerikanischen Universitäten und deren Bevölkerung zu befördern. – Zum obigen BIld: Einweihung des Exzellenzzentrums in Heidelberg. Von links: Rektor der Universität Heidelberg, Prof. Eibel; die chilenische Ministerin Ena von Baer; Staatssekretär im AA Berlin, Dr. Amon; stellvertr. Generalsekretär Dr. Ulrich Grothus


Quellen:
P. L. „Junge Wissenschaftler kommen gern“ in „Die Zeit“ vom 14. Mai 2007. – Susan Weiss  „Die Komposition internationaler Wissenschaftsbeziehungen“ in „WIR. Online-Magazin für die Ehemaligen der FU Berlin“, 10. Dezember 2007.

 

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