Ev. Kirchenkreis

68.000 Gläubige im KIrchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten zusammengefasst

Organisatorisch gehören die Dorstener evangelischen Gemeinden zum 1961 gegründeten Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten, der damals 85.000 Mitglieder umfasste und 2012 rund 68.000 hatte. Aus den Erfahrungen der Nachkriegsjahre entstand 1972 der Verband der evangelischen Kirchengemeinden im Bereich Dorsten, um – mehrere Gemeinden zusammengefasst – über die „Kirchturmpolitik“ hinaus, gemeindeübergreifend und somit effektiver arbeiten zu können: Diakonie, Krankenhausseelsorge, Jugendarbeit, Bildung und Schule (Paul-Gerhardt-Haus); 1985 kam Sozialarbeit dazu. Für die Jugendarbeit errichtete der Kirchenkreis in Barkenberg und Holsterhausen zwei „Heime der offenen Tür“. Neben der offiziellen Verbandsstruktur der evangelischen Gemeinden gibt es einen Dorstener Pfarrkonvent, an dem alle Bezirks- und Ortspfarrer teilnehmen. Der Kirchenkreis gibt die Zeitschrift „Unsere Kirche“ heraus. 1994 wurde in Recklinghausen ein „Kirchenkreis-Museum“ eröffnet.

Fusion der Kirchenkreise Recklinghausen und Gladbeck-Bottrop-Dorsten

Wegen rückläufiger Gemeindegliederzahlen wollen sich die beiden Kirchenkreise Recklinghausen (mit den Gemeinden Herten, Recklinghausen, Marl, Ostvest, Haltern und rund 115.500 Gliedern) sowie Gadbeck-Bottrop-Dorsten nach rund 50 Jahre ihrer Trennung wieder zusammenschließen. Der unumkehrbare Grundsatzbeschluss zur Fusionierung wurde 2011 gefasst. Daher wurde auch die Superintendentenstelle im Kirchenkreis vom Landeskirchenamt nur noch „nebenamtlich“ eingerichtet. Die Verwaltungen sind schon größtenteils fusioniert. Es gibt z. B. nur noch eine Verwaltungsleiterin. Allerdings ziehen sich die konkreten Verhandlungen noch hin. Für die Verwaltung der beiden Kirchenkreise soll ein gemeinsames Kirchenamt eingerichtet werden. Das Superintendentenamt wird künftig im Nebenamt ausgeübt. Zum Superintendenten des Kirchenkreises wurde 1999 der Bottroper Pfarrer Detlef Mucks-Büker gewählt. 2011 ging er für zehn Jahre als Theologischer Oberkirchenrat zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche nach Oldenburg. Nach einem zweiten Wahlgang wurde im März 2012 der Gladbecker Pfarrer Dietmar Chudaska neuer Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Gladbeck-Bottrop-Dorsten. Er setzte sich gegen seinen Mitbewerber, Pfarrer Hans-Joachim Solty aus Bottrop, durch. Dieser wurde im Juni 2012 von der in Bottrop tagenden Kreissynode des Kirchenkreises zum stellvertretenden Superindendenten gewählt. Zum neuen Schriftführer des Kirchenkreises berief die Synode Pfarrer Dr. Andreas Deppermann aus der Evangelischen Kirchengemeinde Dorsten-Holsterhausen. 2020 wurde der Bottroper Pfarrer Steffen Riesenberger zum Superindendeten des Kirchenkreises gewählt.

„Mit Antisemiten haben wir nichts gemeinsam. Sie sind unsere Gegner“

Die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Gladbeck-Bottrop-Dorsten schloss sich der Erklärung der Landessynode „Antisemitismus entschieden entgegentreten“ vom 2. Juni 2021 an und erklärte:
1) Wir stehen an der Seite der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen, der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen und der jüdischen Mitbürgern in unseren Städten.
2) Wir stehen an ihrer Seite, weil wir Demokraten sind. Und wir stehen an ihrer Seite, weil wir Christen sind.
3) Wir wollen die bisherigen Initiativen in unseren Kirchenkreisen, die sich u. a. auch dem Antisemitismus entgegenstellen, stärken und fördern, aber auch im Rahmen der eigenen Gemeindearbeit und der Arbeit der Einrichtungen der Kirchenkreise zugänglicher machen und stärker nutzen. Dazu wird entsprechendes Informationsmaterial erstellt.
4) Wir werden den Kontakt zur Jüdischen Kultusgemeinde Recklinghausen und der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen verstärken und verstetigen. Es soll ein jährliches Treffen mit beiden Gemeinden zum gemeinsamen Austausch und zur Planung gemeinsamer Aktivitäten unter Einbeziehung Interessierter aus den Gemeinden und der Kirchenkreise stattfinden.
5) Wir verpflichten uns als evangelische Christen in der Emscher-Lippe Region, im Notfall, wenn eine der Jüdischen Gemeinden oder einzelne ihrer Mitglieder angegriffen oder attackiert wird und werden, solidarisch an ihrer Seite zu stehen.
6) Wir verurteilen die Ausschreitungen vom 13. Mai 2021 vor der Synagoge in Gelsenkirchen. Diese waren nicht vom demokratischen Demonstrationsrecht und vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt. Sie mögen auf die aktuelle Situation im Nahen Osten abgezielt haben. Getroffen haben sie unsere Demokratie. Und sie haben Menschen in ihrer Würde verletzt.
7) Synagogen und mit ihr die Jüdischen Gemeinden sind kein Ort, um gegen die Politik Israels zu demonstrieren. Denn eine Demonstration an diesem Ort identifiziert Jüdinnen und Juden mit dem Staat Israel und seiner Politik.
8) Die Rufe, die typisch waren für diese Ausschreitungen, lassen hören: Zwischen dem Staat Israel und unseren jüdischen Mitbürgern wird nicht unterschieden. Das bedeutet: Diese Ausschreitungen waren nicht anti-israelisch, sondern anti-semitisch.
9) Mit Antisemiten haben wir nichts gemeinsam. Sie sind unsere Gegner.
Diese Stellungnahme, die einstimmig beschlossen wurde, beinhaltet eine Ökumenische Stellungnahme von Mai 2021 der Superintendenten der Kirchenkreise Gelsenkirchen und Gladbeck-Bottrop-Dorsten, der Kirchengemeinden Bottrop und Gladbeck mit den Stadtdechanten aus Gelsenkirchen, Bottrop und Gladbeck sowie des Dekans der Altkatholischen Kirche.

Kirchenkreis-Kollekte für das Jüdische Museum – christl.-jüd. Dialog

Der Evangelische Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten schrieb Mitte Januar 2022 die Pfarrerinnen und Pfarrer sowie die Gemeindebüros des Kirchenkreises mit der Kollektenempfehlung an, die Kollekte des 13. Februar 2022 dem Jüdischen Museum Westfalen in Dorsten zukommen zu lassen. Superintendent Pfarrer Henner Maas (Gladbeck):

„In unserem Kirchenkreis und darüber hinaus übernimmt das Jüdische Museum Westfalen in Dorsten eine ganz wichtige Aufgabe: Es zeigt viele interessante Aspekte der jüdischen Religion und der westfälisch-jüdischen Geschichte. Besucher und Besucherinnen können die vielfältige Geschichte und die Traditionen des Judentums selbst aktiv entdecken. Der jüdischen Kalender und seine Feiertage werden ebenso erläutert wie die Bedeutung von Synagoge und Tora. Die Ausstellung erinnert aber auch an Ausgrenzung und Verfolgung in unseren drei Kirchenkreisstädten. In 16 Lebenswegen aus Westfalen wird die vielfältige jüdische Geschichte unserer Region dargestellt. Spannende Exponate erzählen darüber hinaus immer wieder Lebens – und Familiengeschichten, z. B. über Bergleute, Fußballer und Computer-Pionierinnen. So informiert das Jüdische Museum über jüdisches Leben gestern und heute und leistet darin einen wichtigen Beitrag für den christlich -jüdischen Dialog und zum Verständnis des Judentums. Unsere Kreissynode hat die enge Verbindung zwischen dem christlichen und dem jüdischen Glauben auf der jüngsten Kreissynode im November noch einmal ausdrücklich betont. Deswegen empfiehlt der Kreissynodalvorstand nicht nur die heutige Kollekte für die
Bildungsarbeit des Jüdischen Museums Westfalen, sondern empfiehlt auch allen
Gottesdienstbesucher/innen und den Gruppen in den Gemeinden einen Besuch in dem lebendigen Museum in zentraler Lage in Dorsten.“

Insgesamt kamen bei der Kollekte im Kirchenkreis 409,01 Euro zusammen, die dem Jüdischen Museum übergeben wurden.

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