Erdbach

Wasserführung des Bachlaufs in Altendorf wird bislang künstlich erhalten

Rodungsarbeiten am Bachlauf; Foto; Ralph Heeger (WAZ)

Rodungsarbeiten am Bachlauf; Foto; Ralph Heeger (WAZ)

Seit 1979 sank die Dorfmitte des Dorstener Stadtteils Altendorf-Ulfkotte etwa um 1,30 Meter; die extremen Bergsenkungen im Außenbereich liegen bei 11,50 Metern. Südlich des Stadtteils fließt der Erdbach derzeit von Süden nach Norden. Durch bergbauliche Einwirkungen wurden in diesem Gebiet Senkungen an der Geländeoberkante erwartet, die eine Neuregelung der Vorflut erforderlich machten. Zur Erhaltung der Vorflut und der Hochwassersicherheit wurde daher geplant, die Fließrichtung des Erdbachs in diesem Abschnitt umzukehren und das Gerinne – beginnend an der Bochumer Straße (B 224) – auf einer ca. 1,8 km langen Strecke in Richtung Osten zum Rapphofs Mühlenbach hin zu verlegen, es also förmlich komplett neu anzulegen. Die Arbeiten dafür haben Ende 2010 begonnen und wurden 2012 erst einmal fertig gestellt. Die Kosten in Höhe von 3,4 Millionen Euro trug die Ruhrkohle AG. Diese 1.8 km lange neue Bachtrasse führt südlich und östlich an Altendorf vorbei. Ein Pumpwerk war nötig geworden, um das Wasser des Erdbachs an seiner Mündung in den Rapphofs Mühlenbach zu heben, bis dieser voraussichtlich 2016 vertieft wird.

Verlegungsstrecke renaturiert – artenreiche heimische Flora und Fauna

In diesem ersten Bauabschnitt wurde durch die Suden GmbH der Bau der Verlegungsstrecke auf einer Länge von etwa 410 m zwischen dem Westdeich des Rapphof Mühlenbachs im Osten (Station km 0,26) und den Fernleitungen der Infracor GmbH im Westen (Station km 0,67) realisiert. Auf der Verlegungsstrecke wurde das Gewässer hier innerhalb eines ca. 30 bis 60 m breiten und etwa 3 bis 5,5 m tiefen Beckens geführt. Die Gewässerrinne innerhalb des Beckens hatte dabei eine Tiefe von etwa 0,3 m und die modellierten Uferböschungen Neigungen von 1:2 bis 1:3,6. Auf der Südseite des Beckens wurde in unmittelbarer Nähe zur Böschungskante ein 3,5 m breiter Betriebsweg angelegt. Bereits kurze Zeit nach der Fertigstellung wurde das neu geschaffene Gerinne von der Natur angenommen. Durch Naturverjüngung entstand so ein neuer Lebensraum mit einer besonders artenreichen heimischen Flora und Fauna.

Stimmungslage der Altendorf-Ulfkotter Einwohner erfragen

Die derzeitige Situation des Erdbachs wirft weiterhin Fragen auf, die nach Lösungen verlangen. Daher bindet die Stadt und Vertreter des Lippeverbandes die Altendorfer Bürger mit ein. Wie beschrieben, ist der Erdbach durch Bergsenkungen in eine so genannte Sattellage geraten, das heißt, er fließt von seiner höchsten Stelle in beide Richtungen ab. Der Grundwasseranschluss reicht hier aber nicht mehr aus, damit der Bach dauerhaft Wasser führt. Derzeit wird durch ein von der Ruhrkohle betriebenes Pumpwerk Wasser in den Lauf gepumpt, der nach der Verlegung der Haupttrasse keine Bedeutung mehr als Bach im eigentlichen Sinne hat. Daher diskutierte die Stadt mit den Einwohnern Mitte Juni 2016 darüber, ob es ökologisch und ökonomisch sinnvoll sei, einen solchen Bachlauf künstlich wasserführend zu erhalten. Es kam zu keinem konkreten Ergebnis. Die Stadt wird jetzt mit der RAG-Stiftung über einen Deal reden und dann nach einer weiteren Bürgerversammlung entscheiden, ob das Pumpwerk weiter aufrecht erhalkten werden soll oder es sinnvoller wäre, das Geld an andere Stelle im Ort zu verwenden.


Quellen:
„Der Erdbach soll wieder fließen“ in WAZ vom 29. März 2012. – Suden GmbH-Homepage: Erdbach-Renaturierung. – „Diskussion über die Zukunft des Erdbachs“ in DZ vom 10. Juni 2016.

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