Dufhues, Josef Hermann

Namhafter CDU-Nachkriegspolitiker drückte in Dorsten die Schulbank

Josef Dufhues 1968 CDU-Landesparteitag; Foto Gräfinghoff (Bundesarchiv)

1908 in Castrop-Rauxel bis 1971 in Rheinhausen (heute Stadtbezirk von Duisburg); CDU-Bundespolitiker. – Viel hatte er mit Dorsten nicht zu tun. Er hat sein geistiges Rüstzeug als Schüler hier erhalten, als er ein paar Jahre das Gymnasium Petrinum besuchte. Das Abitur legte er dann 1927 in Herne ab, bevor er Jura und Volkswirtschaft in Tübingen und Berlin studierte, wurde 1935 Rechtsanwalt danach Rechtsanwalt in Berlin und Strafverteidiger beim Volksgerichtshof. Von 1941 bis 1945 leistete er in der Wehrmacht Kriegsdienst und arbeitete 1945/46 als Richter am Landgericht Bochum. Trat in die CDU ein und ließ sich wieder als Rechtsanwalt nieder. Mitglied des Landtags war er von 1946/47, begründete mit anderen die Junge Union Westfalen-Lippe und saß von 1950 bis 1971 im NRW- Landtag und 16 Jahre lang als Vorsitzender im WDR-Verwaltungsrat, war von 1958 bis 1962 NRW-Innenminister , 1966 Landtagspräsident und von 1967 bis 1969 Vorsitzender des Präsidiums der CDU in Nordrhein-Westfalen.

Er brachte die Öffentlichkeit gegen sich auf

Im kirchlichen Bereich wurde Josef Hermann Dufhues 1959 „Ritter des Ritterordens vom Heiligen Grab in Jerusalem“ und im selben Jahr zum „Großprior der deutschen Statthalterei“ ernannt und war bis zuletzt Großoffizier des Ordens. So streitbar ausgerüstet, wurde er 1963 bekannt, als er im Verlauf der Spiel-Affäre, bei der Verteidigungsminister Franz-Joseph Strauß den Spiegel-Herausgeber Augstein und den Redakteur Ahlers gesetzwidrig verhaften ließ. Als die Schriftsteller der Gruppe 47 (Alfred Andersch, Enzensberger u. a.) dagegen protestierten, wandte sich Dufhues am 19. Januar 1963 in einer Pressekonferenz an die Öffentlichkeit und zeigte sich über den „Einfluss der ‘Gruppe 47’ nicht nur im kulturellen, sondern auch im politischen Bereich“ besorgt, wie es in einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ hieß. In der Öffentlichkeit wurden diese Äußerungen als Generalangriff der regierenden CDU auf die Schriftstellervereinigung gewertet. – Der Politiker starb 1971 in Duisburg-Rheinhausen.

Kein städtisches Ehrengrab in Bochum

Im Frühjahr 2014 beantragte die CDU-Ratsfraktion in Bochum ein Ehrengrab für Dufhues. Allerdings wurde in diesem Zusammenhang die frühere Mitgliedschaft Hermann Josef Dufhues’ in der SS bekannt. Daraufhin zog die CDU ihren Antrag zurück. Im Bochumer Stadtpark steht ein Denkmal für Josef Hermann Dufhues, der ein paar Jahre in Dorsten die Schulbank drückte.

 

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