Bildstock am Schlagheck

Holsterhausen: Jesus am Kreuz und mitten im Leben der Passanaten

Wegekreuz am Schlagheck in Holsterhausen; Foto: Wolf Stegemann

Wegekreuz am Schlagheck in Holsterhausen; Foto: Wolf Stegemann

Umrahmt von zwei großen Platanen steht am Übergang der Straße Am Schlagheck zur Breslauer Straße in Dorsten-Holsterhausen ein Wegkreuz auf einem Altarsockel. Es stellte die vierte Segensstation der Fronleichnamsprozession dar. Dieser Kreuzdarstellung liegt der Glaube zugrunde, dass Jesus Christus um der Sünden der Menschen willen den Tod am Kreuz auf sich genommen hat. Deutlich kommt dieser Glaube mit den Worten auf dem Sockel zum Ausdruck: „Mein Jesus Barmherzigkeit“.

Das Kreuz steht an einer befahrenen Straße. Viele Busse und PKW fahren vorbei, Spaziergänger führen ihre Hunde aus, zahlreiche Schulkinder gehen zur nahen Bushaltestelle. So steht das Kreuz mitten im Leben. Karola Knüsting, geborene Hohenhinnebusch, allein stehende Witwe im Haus daneben, pflegt die Segensstation und schmückt diese zusammen mit Nachbarn jährlich an Fronleichnam mit Blumen, wenn die Prozession davor zum Gebet anhält, um dann zur Kirche St. Antonius weiterzugehen. Schon als Kind half sie zusammen mit ihren Geschwistern, wenn die Eltern den Bildstock pflegten. Karola Knüsting erinnert sich an die Worte ihrer Mutter: „Das Kreuz hat uns im Krieg beschützt!“

Nicht immer stand das Kreuz an dieser Stelle. Ihre Mutter sagte, das Kreuz habe früher im Bereich des Bauernhofs Kruse gestanden. Doch Karoline Knüsting kennt es nur am Platz vor ihrem Elternhaus und am heutigen eigenen Wohnhaus an der Straße Am Schlagheck. Der Korpus aus Bronze ist neueren Datums. Denn vor etlichen Jahren haben Unbekannte die hölzerne Christus-Figur zerstört. Die Teile wurden aufgesammelt, wieder zusammengesetzt und restauriert. Das alte Kreuz steht heute in der Leichenhalle am Friedhof.

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