Angeklagt und verurteilt (2021)

Kriminelle vor Gericht: Diebe, Betrüger, Sexualtäter, Einbrecher, Räuber

Abiturient als schlimmer Verkehrsrowdy verurteilt. Wegen zu hoher Geschwindigkeit hat der junge Mann bereits eine Menge Verfahren hinter sich. Und nun auch noch diese Vorwürfe bis hin zu illegalem Autorennen im Straßenverkehr und Ausrasten gegenüber anderen Autofahrern. Im Januar 2021 wurde dem 19-jährigen Verkehrsrowdy und Abiturient vor dem Jugendschöffengericht in Dorsten der Prozess gemacht. Urteil: zwei Jahre auf Bewährung, ein Jahr Führerscheinentzug. Dem 81-jährigen Taxifahrer zum Beispiel, den der Angeklagte im September 2019 im Industriegebiet Dorsten-Ost mit hoher Geschwindigkeit so heftig geschnitten haben soll, dass er nur durch heftiges Abbremsen einen Unfall verhindern konnte. „Anschließend ist er bei Rotlicht in die einspurige Baustelle der Kanalbrücke gefahren“, so der 81-Jährige.
Der Taxifahrer versuchte, ein Foto von dem Verkehrssünder zu machen. Als er an einem Parkplatz hielt, rissen der Angeklagte und sein Beifahrer die Tür des Taxis auf und wollten das Smartphone haben. Die Taxi-Alarmanlage verschreckte sie jedoch. Ein anderes Opfer sagte aus, der Angeklagte habe im Februar 2020 hinter ihm auf der Halterner Straße stark gedrängelt. „Als ich deswegen den Kopf geschüttelt habe, hat er mich überholt und seinen Wagen auf der Fahrbahn quer gestellt.“ Der Zeuge flüchtete in „voller Panik“ zum Hof seiner Familie am Brauckweg, der Angeklagte in seinem Mercedes mit vier Insassen fuhr ihm hinterher. Auf der Hof-Einfahrt beleidigte der Abiturient ihn „und sprang mir in den Rücken“ – was die Familienmitglieder im Gerichtsaal bestätigten. Im April 2020 befuhr der Angeklagte den Ostwall. In einem weiteren Auto befand sich ein Freund. „Mit quietschen Reifen“ seien die beiden Autos an ihm vorbeigeschossen, erzählte ein Verkehrsteilnehmer. Auch ein zufällig dort entlang fahrender Polizeibeamter hatte den Eindruck, dass sich die Fahrer „ein Rennen liefern“ würden. Im Januar 2020 verletzte der 19-Jährige bei einem Auffahrunfall an der Wienbecke eine Autofahrerin, war im gleichen Monat mit seinem Mercedes ohne Versicherung mit doppelt so hoher Geschwindigkeit wie erlaubt auf der Halterner Straße unterwegs, wurde im März 2020 auf der Glück-Auf-Straße mit seinem Wagen gestellt, obwohl er ein Fahrverbot hatte, fuhr zwei Monate vorher mit falschen Kennzeichen durch die Gegend. Hinzu kam ein Ebay-Betrug mit Auto-Diffusoren (Quelle: Michalel Klein in DZ vom 12. Jan. 2021).

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