Weißer Ring

Außenstelle Dorsten: wichtige Hilfe für Kriminalitätsopfer

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Der „Weiße Ring“ entstand unter Mitwirkung des inzwischen verstorbenen Moderators der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY – ungelöst“, Eduard Zimmermann, als Bürgerinitiative 1976 in Mainz. Der so entstandene Verein mit rund 60.000 Mitgliedern ist bis heute bundesweit die einzige Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer und deren Angehörige. In rund 420 so genannten Außenstellen (bzw. Eonheiten) stehen mehr als 2.700 ehrenamtliche Helfer den Opfern von Gewalttaten mit Rat und Tat zur Seite.

Helfen mit einem Beratungsscheck

Eine dieser Außenstellen unter Leitung von Joachim Grabosch gibt es in Dorsten, mit dabei sind die Dorstener Helga Donsbach und Hans-Dieter Dierk. Beide waren Schöffen beim Landgericht Essen, wo sie die Opfer von Gewalttaten vor Gericht erlebt und sich anschließend dazu entschlossen haben, Seminare und Schulungen zu besuchen, um dann im „Weißen Ring“ helfend mitzuwirken. Oftmals sind es nicht nur finanzielle Folgen, mit denen Kriminalitätsopfer zu kämpfen haben. So bereitet der Gang zu Gerichtsterminen oder das Ausfüllen von Antragsformularen den Geschädigten oftmals große Schwierigkeiten, bei denen der Weiße Ring den Geschädigten zur Seite steht. Die Organisation hilft mit einem Beratungsscheck für die kostenlose Erstberatung bei einem frei gewählten Anwalt, mit einer kostenlosen medizinisch-psychologischen Erstberatung bei seelischen Belastungen nach einer Straftat, begleitet die Opfer bei Gerichtsterminen und vermittelt Hilfen anderer Organisationen.
Ansprechpartner für den Kreis Recklinghausen sind die Dorstener Jürgen Schereik und Hans-Dieter Dierk. Insgesamt arbeiten fünf Ehrenamtliche im Kreis, die durchschnittlich zehn Kriminaliztätsopfer im Monat betreuen.

Sexualdelikte, Stalking und Gewalttaten

Der größte Anteil der Opferfälle, die die Außenstelle Recklinghausen jährlich betreut, sind Vergewaltigungen und sexueller Missbrauch von Kindern. Aber auch mit Mord, Körperverletzung, Raubüberfällen und Kindesentführungen haben es die Mitarbeiter zu tun. In knapp 200 Fällen stand der Ring im Kreis Recklinghausen im Jahr 2010 den Geschädigten zur Seite. Sexualdelikte, Stalking und generelle Gewalttaten machen den größten Prozentanteil aus, nach denen der Ring 2010 tätig wurde. Dabei ist vor allem die Fachkenntnis von Vorteil. Denn anders als bei sonstigen ehrenamtlichen Tätigkeiten absolvieren die Mitarbeiter des Ringes verschiedene Seminare. Erst danach dürfen die Mitarbeiter eigenständig tätig werden.

Die „Mörderischen Schwestern“ lasen zugunsten des Weißen Rings

Autorinnen der Gruppe „Mörderische Schwestern“ lasen zugunsten des Weißen Rings 2013 in der Bibliothek Bibi am See aus ihren Kriminalromanen. Das waren Britt Glaser aus Oer-Erkenschwick, Brigitte Vollenberg und Talira Tal aus Gladbeck sowie Ute Heymann genannt Hagedorn aus Dorsten.

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