Schwarzarbeit

Bei der Bekämpfung profitiert Dorsten von Nachbarstädten im Kreis

Schwarzarbeit - Tatort Baustelle

Schwarzarbeit – Tatort Baustelle

Schwarzarbeiter gingen in Dorsten bislang ziemlich ungestört ihrer Tätigkeit nach. Im Personalplan der Stadt sind für Verfolgung und Ahndung der Schwarzarbeit pro Jahr gerade mal 32 Stunden festgelegt. Das reicht dazu aus, gravierend anmutende Fälle dem Zoll zu melden. 2015 erschien auf diese Weise der Zoll auf der Baustelle Mercaden und überprüfte die dort von den Unternehmen eingesetzten Arbeiter. Der laxe Umgang der Stadtverwaltung mit Schwarzarbeit soll sich bessern. Darüber informierte der Bürgermeister im August 2016 die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses des Rates in einer Vorlage. Da die Nachbarstädte Herten und Recklinghausen bei der Verfolgung von Schwarzarbeit weitaus besser aufgestellt sind, will sich nun die Verwaltung von deren Knowhow profitieren und die Stadtkasse klingeln lassen. Beispielweise nahm Recklinghausen 2015 an Bußgeldern 64.000 Euro und Herten 38.000 Euro ein. 2015 entstand eine kreisweite „Ermittlungsgruppe Schwarzarbeit“ mit zwei Teams, jeweils besetzt mit 1,5 Stellen. Die Recklinghäuser kümmern sich auch um Baustellen in sieben der zehn kreisangehörigen Städte, die Hertener sollen neben Marl und Gladbeck nun auch für Dorsten zuständig sein, was in einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung niedergelegt werden muss. Kosten und Bußgeld-Einnahmen dieser Gruppe werden nach einem Verteilungsschlüssel umgelegt, wobei die Einwohnerzahl und die Zahl der Betriebe berücksichtigt werden. Dorsten wird sich mit rund 30.000 Euro an den Kosten beteiligen. – Durch Schwarzarbeit entgehen der öffentlichen Hand insbesondere Steuer- und Sozialabgaben. Der Gesamtschaden beläuft sich nach wissenschaftlichen Schätzungen bundesweit auf jährlich etwa 50 Milliarden Euro.

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