Technisches Hilfswerk

Für den Katastrophenschutz ausgebildet und ausgerüstet

Das Technische Hilfswerk (THW) wurde 1953 als Katastrophenschutzorganisation bundesweit gegründet und ist dem Innenministerium unterstellt. Im Gegensatz zu den örtlich unterschiedlichen Feuerwehren, ist das THW bundesweit einheitlich ausgestattet. Mit so genannten Bergungs- bzw. Instandsetzungszügen war bis in die 1990er-Jahre hinein das Hauptaugenmerk des THW auf die Rettung von Personen aus eingestürzten Gebäuden, sowie der Wiederherstellung von Versorgungsanlagen gerichtet. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks und der deutschen Wiedervereinigung erhielt das THW 1994 durch ein modules System eine Neukonzeption: Verteilung von Fachgebieten auf einzelne Gruppen. 2003 wurde das Konzept nochmals angepasst.

Technischer Hilfsdienst im Einsatz; Foto entnommen der THW-Website

Technischer Hilfsdienst im Einsatz; Foto entnommen der THW-Website

1994 aufgezwungene Fusion mit Gladbeck

Der 1951 gegründete THW-Ortsverband Dorsten wurde 1994 mit dem 1952 gegründeten Ortsverband Gladbeck zum Ortsverband (OV) Dorsten/Gladbeck mit Sitz in Gladbeck fusioniert. Da dem Dorstener Ortsverband zwei Jahre zuvor die Unterkunft gekündigt wurde, kam das THW in der Scheune eines Bauern in Altendorf-Ulfkotte unter. Auch verlor der OV durch die Fusion seine Führungsspitze. Nach mehreren missglückten Übergangslösungen übernahm der Dorstener Urban Risthaus die Leitung mit dem Gladbecker Reinhard Trittschack als Stellvertreter. Allerdings ist die aufgezwungene Fusion von 1994 bis heute nicht „verheilt“. Wenn die Dorstener von den Gladbecker THW-Kollegen sprechen, sprechen sie von den „anderen“ und umgekehrt.

3.000 Einsatzstunden im Jahr

1997 wurden die Einheiten des OV Dorsten/Gladbeck erstmals umgebaut: Aus drei Bergungszügen und einer Abwasser-Öl-Gruppe wurden zwei Technische Züge mit den Fachgruppen Wasserschaden/Pumpen (WP) und Ölschaden (Ö). Damit begannen die großen Einsätze im Gladbecker Stadtgebiet und ganz Deutschland. 2004 wurden die Einheiten erneut nach dem so genannten Komponentenmodell ihrem Aufbau angepasst. Im THW-Ortsverband Dorsten/Gladbeck gibt es nun einen Zugtrupp, zwei Bergungsgruppen, eine Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen und eine Fachgruppe Beleuchtung. Ergänzt werden diese Einheiten um Module der örtlichen Gefahrenabwehr für die Aufgaben Wassertransport und Notbrunnenwartung. Das THW Gladbeck-Dorsten ist einer von 668 Ortsverbänden in Deutschland. Die Gruppe zählt 60 Aktive Mitglieder, 15 Jugendliche und 40 passive Unterstützer. Im letzten Jahr wurden 3.000 Einsatzstunden geleistet.

Auf die bundesweit rund 80.000 ehrenamtlichen THW-Kräfte kommen rund 800 Hauptamtliche. Das technische Hilfswerk ist (gemessen an der Feuerwehr) nicht oft im Einsatz zu sehen. Aber wenn, dann ist es ernst. „Wir kommen, wenn alle anderen nicht mehr können”, sagt Boll. Ein Beispiel: 4. Dezember 2003. Abends ein Anruf. Die Stadt Arles in Südfrankreich ist nach Starkregen restlos abgesoffen. „Reisefertig in 30 Minuten”, lautete die Ansage. Drei Wochen blieb die Dorstener Pumpentruppe in Frankreich.

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