Taufstein St. Agatha

Fratzen mit Judenhut sollten im 13. Jahrhundert Dämonen fern halten

Antijüdische Elemente am Taufstein

Antijüdische Elemente am Taufstein: Links Fratze mit Judenhut; Foto: Wolf Stegemann

Der aus dem 13. Jahrhundert stammende und aus Bamberger Sandstein hergestellte Taufstein zerbrach bei der Bombardierung der Stadt und Zerstörung der St. Agatha-Kirche im März 1945 in 80 Teile, die wieder zusammengesetzt werden konnten. Charakteristisch sind die Friesausbildungen am oberen und unteren Rand, die den einzigen Schmuck darstellen: Löwen- und Pantermasken sowie menschliche Fratzen, deren Bärte sich in Weinranken verschlingen. Im unteren Fries ist eine Fratze mit einem spitzen Judenhut auf dem Kopf dargestellt, eine von Kirche und Kaiser 1215 den Juden aufgezwungene Kopfbedeckung, um sie von Christen zu unterscheiden. Tiermasken und Fratzen, darunter das Motiv mit dem Judenhut, stellen Dämonen dar. Nach frühchristlich-abendländischer Ansicht sollte ihnen durch die Abbildung die böse Macht genommen werden.


Siehe auch:
St. Agatha

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