Spaltmann, Adolf

Amtsbaumeister – ein Unfreiwilliger in der NSDAP

1881 in Duisburg bis ………. in ………………: Amtsbaumeister. –  Im Jahre 1926 wurde Adolf Spaltmann zum Amtsbaumeister der Amtsverwaltung Hervest-Dorsten berufen und leitete bis zu seiner Absetzung nach Kriegsende das Amtsbauamt. Er  galt als fähig, seine Kollegen schätzten ihn und er hatte in der Zeit seines jahrelangen Dienstes für die Dörfer der Herrlichkeit viele problematische Situationen zu meistern. Es war die große wirtschaftliche Notzeit und Arbeitslosigkeit, die u. a. die Schließung von Betrieben und der Zeche „Baldur“ in Holsterhausen mit sich brachte, die Bodenreformen und die politischen Wirren der Weimarer Republik und dann die Zeit der nationalsozialistischen Diktatur. „Ich habe meinen Dienst stets  ohne Ansehen der Person oder deren Parteieinstellung nach Recht und Gewissen ausgeübt und fühle mich innerlich völlig frei“, sagte er nach dem Krieg, als er sich wegen seiner Zugehörigkeit zur NSDAP und anderer NS-Organisationen rechtfertigen musste. Denn Adolf Spaltmann, ein korrekter Beamter, wie ihm bescheinigt wurde, trat bereits 1933 in die NSDAP ein, in der er bis 1945 blieb. „Unfreiwillig“ sagte er 1945, das aber höchstwahrscheinlich zu seinem Schutz.

Englische Militärregierung versetzte ihn in den Ruhestand

Im Zuge der Entnazifizierung verbunden mit dem Beamtenabbau wurde Adolf Spaltmann am 30. Oktober 1945 von der englischen Militärregierung in den Ruhestand entlassen, obwohl er ihn noch nicht erreicht hatte. Dazu war es noch sieben Monate hin. Es kränkte den Beamten sehr, unter diesen Umständen „vom Dienst beurlaubt bzw. verabschiedet“ worden zu sein. Er beschwerte sich über den Amtsbürgermeister beim Landrat in Recklinghausen: „Ich habe meinen Dienst stets im Interesse der Allgemeinheit ausüben können, stets nur meine Arbeit geschätzt und mich um Parteipolitik nicht gekümmert.“ Dass er dennoch schon 1933 in die NSDAP eingetreten war, begründete er damit, dass nach der Machtübernahme ein SS-Führer in gefragte habe, ob er weiterhin Amtsbaumeister bleiben wolle. Er bejahte. Der SS-Mann nickte und sagte, dass er von ihm höre werde. Nach etwa vier Wochen sagte seine Frau, als er vom Dienst nach Hause kam, dass zwei Leute von der Partei da gewesen wären, die sich einen Mitgliedsbeitrag zahlen ließen und den Schein der Mitgliedschaft zurückgelassen hätten. Seit 1936 nahm er aber, wie er sagte, an keiner NSDAP-Versammlung mehr teil. In seiner Beschwerde führte er auch die Gegnerschaft seiner Kinder zum Nationalsozialismus an (siehe Spaltmann Prof. Dr. Günther). Das Verfahren über seine Wiedereinsetzung zog sich über die Pensionierungsgrenze hinweg, so dass die Verabschiedung in den Ruhestand nicht mehr aufgehoben werden brauchte. Adolf Spaltmann, der am Nöttenkamp 14 in Hervest-Dorsten wohnte, starb ………

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