Raesfeld, Familie von

Bürgermeister, Juristen und inzestuöse Verhältnisse

Die Familie von Raesfeld bestimmte über Generationen hinweg das Geschick der Stadt Dorsten mit. Viele Familienangehörige waren Bürgermeister und Juristen (Advokaten und Richter). Mitglieder der Familie verheirateten sich in alle angesehenen Familien der näheren und weiteren Umgebung vor allem des westlichen Münsterlandes, wo auch die Dorstener Linie der Familie von Raesfeld herkommt.

Gedenkstein im Barloer Busch; Foto: Wolf Stegemann

Gedenkstein im Barloer Busch erinnert an Ferdinand von Raesfeld; Foto: Wolf Stegemann

Eine Anna von Raesfeld (gestorben um 1495) war seit 1491 verheiratet mit Wennemar, Herr zu Bodelschwingh (1475 bis 1532), der das Amt des Drosten in Lünen innehatte. Aus dieser Verbindung aus 2. Ehe des Wennemar, aber auch aus der ersten Ehe mit Stineke von Haxleben, gingen die heute noch existierenden Familienlinien von Bodelschwingh und Ickern hervor. Das im Kirchspiel Südkirchen in der Nachbarschaft des Rive’schen Stammhauses „Ryvenhaus“ gelegene Rittergut Geistbeck befand sich bis 1584 im Besitz der Herren von Wischel. Als dieses Geschlecht ausstarb, ging sein Besitz mit der Heirat der Erbtochter Margaretha von Wischel in das Eigentum des Wilbrand von Raesfeld auf Haus Empte bei Dülmen über.

Die Dorstener Familie

Johann von Raesfeld, Notar und Stadtschreiber in Borken war verheiratet mit Adelheit Henrica von der Capelle aus Borken. Sie hatten neun Kinder, darunter Sybilla Eva von Raesfeld, die mit dem Dorstener Bürgermeister Bernhard Koll (auch Koel geschrieben, 1666 bis 1743) verheiratet war.

Dr. jur. Augustin Bernhard von Raesfeld war Advokat, Bürgermeister von Dorsten und Patrimonialrichter zu Westerholt. Er war verheiratet mit Susanna Angela de Weldige-Cremer. Sie hatten 14 Kinder, darunter Dr. jur. Bernhard Heinrich von Raesfeld (1726 bis 1798), Advokat und Bürgermeister in Dorsten. Verheiratet war er seit 1748 mit Maria Susanna Bönder. Die Ehe blieb kinderlos. Angela Ursula von Raesfeld (1713 bis 1789), eine Tochter von Augustin, war verheiratet mit Dr. jur. Johann Vincenz Overbeck, Advokat und Bürgermeister von Dorsten zwischen 1746 und 1765 (wegen Blutsverwandtschaft 2. und 4. Grades benötigte die Ehe einen apostolische Dispens). Vincenz Heinrich von Raesfeld (1721 bis nach 1786), Sohn von Augustin Bernhard von Raesfeld, war ebenfalls Richter in Westerholt, später zu Vreden und Ahaus. Verheiratet war er mit Maria Susanna de Weldige-Cremer (1719 bis 1773). Johann Albert von Raesfeld, Gutsbesitzer zu Ostendorf und Hohenkamp, war verheiratet mit Johanna Claessen aus Bocholt (8 Kinder), eine Tochter, Carolina von Raesfeld (1812 bis 1880), war verheiratet mit Engelbert Jungeblodt, Notar in Dorsten. Ferdinand Alexander Joseph von Raesfeld aus Münster, Fürstlich Salm-Salmscher Amtmann und Domänenpächter in Bocholt, war verheiratet mit Adelheit Maria Susanna Catharina von Raesfeld von Haus Hohenkamp in Dorsten. Ihr Sohn Dr. Albert Ferdinand Maria von Raesfeld (1827 in Bocholt bis 1888 in Dorsten) war ab 1854 verheiratet mit Maria Augusta Reischel, praktizierte seit 1852 als Arzt in Dorsten, war Kreisarzt und Sanitätsrat. Das Ehepaar hatte neun Kinder. Der älteste Sohn Ferdinand von Raesfeld (1855 bis 1929) erlangte als Forstmeister und Jagdschriftsteller Berühmtheit, verheiratet war dieser mit seiner Nichte. Eine Schwester von ihm, Catharina (1825 bis 1882), war verheiratet mit Friedrich Peus (1819 bis 1887), Bürgermeister in Haltern.

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