Loick, Hubert

Erfolgreicher Erfinder und Unternehmer der Biomassegewinnung

Geboren 1963 in Dorsten; Landwirt und Unternehmer. – Der Sohn des langjährigen Bürgermeisters von Lembeck und nach der Kommunalreform von 1975 stellvertretenden Bürgermeisters von Dorsten, Bernhard Loick, ist nicht nur Bauer auf seinem Hof in Lembeck, sondern Erfinder, Unternehmer und auf seinem Gebiet ein Pionier. Denn er produziert in seiner Firma „Farm fill GmbH“ und anderen aus nachwachsenden Rohstoffen, vor allem Mais, als erster bunte Bauklötzchen, die – inzwischen preisgekrönt – über „Fischer“-Spielzeuge vertrieben werden (Verwertungsgesellschaft Nachwachsender Rohstoffe, VNR).

Folien, Fast-Food-Schalen, Formteile und anderes

Hubert Loick mit NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben

H. Loick mit NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben, RN 14.  Apr. 2007

Sein Hof ist ihm schon lange zu eng geworden, er baute im Interkommunalen Industriepark auf Marl-Dorstener Gebiet auf 30.000 qm Produktionshallen. Dort produziert er Verpackungs-Chips, Profilteile für die Möbelindustrie, Folien für Kataloge, Messer, Gabeln und Schalen für Fast-Food und Formteile für die Elektroindustrie, was auf internationales Interesse stößt. Die Energiegesellschaft Nachwachsender Rohstoffe (ENR) ist bereits das dritte Unternehmen der jungen Loick-Gruppe. Eine Biogas-Anlage ist in Planung, die aus Gülle und feuchten organischen Rohstoffen durch Vergärung Energie erzeugt. Bis Ende 2001 hat Loick, der bislang gut drei Dutzend Erfindungen patentieren ließ, vier weitere Biogas-Anlagen, die Kompostierung überflüssig machen, errichtet. 2001 startete seine 2,2 Mio. DM teure Biogas-Anlage auf seinem Hof. Dafür erhielt er vom Land NRW den „Effizienz-Preis NRW für nachhaltiges Wirtschaften“. 2004 zeichnete das Bayerische Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten die Firmengruppe Loick mit dem Forschungs- und Entwicklungspreis für eine herausragende Produktionsgruppe auf der Basis der nachwachsenden Rohstoffe aus. Im Interkommunalen Industriegebiet Dorsten-Marl hat Loick eine 10 MW-Vollaufbereitungsanlage für Biogas. Seine Technologie aus Lembeck ist in den neuen Bundesländern gefragt. Dort hat Hubert Loick bereits Tausende von Hektar landwirtschaftliche Flächen gepachtet, damit er für seine vielen Biogas-Anlagen keine Engpässe hat.

Loick will den Verpackungsmarkt revolutionieren

Unter dem Dach seiner AG erwirtschafteten die drei Tochterunternehmen mit insgesamt 70 Angestellten im  Jahr 2009 einen Umsatz von 10 Millionen Euro, 2010 konnte er den Umsatz noch steigern. Längst stellt Loick seine Produkte nicht mehr nur in den heimischen Gebäuden her. Im ostdeutschen Teterow produziert seine AG Verpackungen und Spielzeuge. Nachhaltigkeit ist für Hubert Loick kein Modewort, das er benutzt, um Geschäfte zu machen. Seit seiner Kindheit hat er nachhaltige Werte im landwirtschaftlichen Leben verinnerlicht. Und so sieht sich der Unternehmer mit seinen ökologischen Verpackungen in der Tradition seiner Vorfahren. Sein Hof ist seit über 450 Jahren in Familienhand. Politisch ist Loick konservativ, engagiert sich für die CDU. Er will nicht nur mit seinen Maisprodukten den Verpackungsmarkt revolutionieren. Er will wachrütteln. Ein Umdenken sei nötig, meint er. „Muss ich wirklich jedes Getränk in einer kleinen Plastikverpackung kaufen? Brauche ich jedes Mal eine Tüte beim Einkaufen? Darüber sollten wir öfter nachdenken“, sagt er. 2010 haben die Loick Bioenergie GmbH und die RAG Immobilien GmbH einen Kooperationsvertrag mit dem Ziel geschlossen, innovative und nachhaltige Projekte der Biomassegewinnung zu fördern.

Produktionsniederlassung 2016 in Brasilien

Das Jahr 2016 steht für Loick ganz auf Expansion. Nach rund zweijähriger Bauzeit eröffnet die Loick Biowertstoff GmbH im brasilianischen Curitiba eine Niederlassung, in der das bewährte Farmfill-Verpackungsmaterial und das erfolgreiche Kreativspielzeug „Playmais“ für den südamerikanischen Kontinent produziert wird. – Die Loick Biowertstoff GmbH wurde 1994 mit Sitz in Teterow (Mecklenburg) gegründet. Sie gehört zur Loick AG für nachwachsende Rohstoffe. In Lembeck gibt es eine Niederlassung. Beide Standorte sind an Biogasanlagen angeschlossen, welche die Produktion und Büros mit Energie, Wärme und Kälte versorgen und darüber hinaus Strom und Gas ins Netz einspeisen.


Siehe auch:
Unternehmer


Quelle:
Massimo Bognanni „Müll für den Komposthaufen“ in „Die Zeit“ vom 16. Juli 2010. – „Dorstener Zeitung“ vom 18. Dezember 2015.

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