KSK Recklinghausen

Sparkasse 1859 als Nebenstelle am Dorstener Markt errichtet

Sparkasse am Südwall

Gebäude der Sparkasse am Südwall um 1930

Nach der Gründung der Kreissparkasse Recklinghausen wurde 1859 in Dorsten eine Sparkasse als „Nebensparkasse des Kreises Recklinghausen in Dorsten“ errichtet. Heute ist es die Sparkasse Vest an der Julius-Ambrunn-Straße. Die Gründung entsprach einem wirtschaftlichen Bedürfnis im Kreisgebiet. Das Kuratorium der Nebenkasse bestand aus einem Direktor und zwei Beisitzern, von denen einer ein Rechtsanwalt sein musste. Dem Kuratorium gehörten an: Bürgermeister Alexander de Weldige als Direktor von 1859 bis 1874, Rechtsanwalt Engelbert Jungeblodt, Zimmermeister Arnold Schmitz; beide als Mitglieder von 1859 bis 1865. Die Stelle des Rendanten war nicht von einem Beamten besetzt, sondern wurde 1859 bis 1878 von dem Kaufmann Wilhelm Schürholz, dem Großvater des Nachkriegsbürgermeisters Paul Schürholz, bekleidet, in dessen Haus am Markt sich auch die Sparkasse befand. Mit der Niederlassung und Gründung von Industriebetrieben steigerte sich auch der Zahlungsverkehr und Umsatz. Im Jahr der Eröffnung hatte die Kasse 12 Einlagenkonten mit 2.459 Mark, zehn Jahre später waren es bereits 674 Einlagenkonten mit 316.000 Mark, 1879 verbuchte die Sparkasse auf  1.812 Konten rund 1,7 Mio. Mark und 1909 lagen auf 7.409 Konten über 20,6 Mio. Mark. 1874 änderte die Nebensparkasse ihren Namen um in „Sparkasse des Kreises Recklinghausen in Dorsten“. Die Leiter der ersten 100 Jahre waren Wilhelm Schürholz (ehrenamtlich von 1859 bis 1878), Bürgermeister a. D. von Cloedt (hauptamtlich von 1878 bis 1897), Kreissparkassendirektor Oskar Seelig sen. (hauptamtlich von 1898 bis 1922), Sparkassendirektor Fernkorn (hauptamtlich von 1922 bis 1933), Kreissparkassen-Oberinspektor Paas (hauptamtlich von 1933 bis 1950), Kreissparkassenamtmann Riedel (hauptamtlich von 1950 bis 1958); ihm folgte Kreissparkassenamtmann Klatt. Heute leitet Matthias Feller die Sparkasse.

Daneben gab es in Dorsten die Städtische Sparkasse

Unabhängig von dieser Zweigstelle der Recklinghäuser Kreissparkasse entstand 1878 eine Städtische Sparkasse in Dorsten, deren Bestand durch die rasch anwachsende Bevölkerung durchaus gesichert war. Treibende Kraft zur Gründung dieser Kasse war der damalige Vorsitzende des Stadtverordnetenkollegiums Wilhelm Schürholz, der auch erster ehrenamtlicher Rendant der Kreissparkasse war. Offensicht sah er als Insider die Dorstener Interessen bei der Kreissparkassen-Nebenstelle nicht ausreichend berücksichtigt. Beide Sparkassen entwickelten sich in demselben Maße wie die wirtschaftliche Entwicklung der Dorstener Wirtschaft aufwärts steigende Tendenzen zeigte. 1922 vereinigten sich beide Kassen zur „Kreis- und Stadtsparkasse Dorsten“, die 1932 ihre Selbstständigkeit verlor. Auf Ministererlass wurde sie als „Hauptzweigstelle Dorsten“ der Kreissparkasse Recklinghausen angegliedert. Heute heißt das Bankinstitut Sparkasse Vest Recklinghausen.

Personal wurde aufgestockt

1945 wurde das zerstörte Bankgebäude am Südwall teilweise und 1949 wieder ganz hergerichtet. Zweigstellen entstanden in Hervest (1953, 1964), Holsterhausen (1957, 1973), Lembeck (1957), Rhade (1959) und Wulfen (1967, 1972). 1956 eröffnete die Dorstener Hauptzweigstelle in Kirchhellen eine Zweigstelle. Von 1961 bis 1999 war die Kreissparkasse im Gebäude am Markt untergebracht, danach in einem Neubau an der Julius-Ambrunn-Straße (siehe Banken). 2010 wuchsen die Kundeneinlagen um vier Prozent auf über 450 Millionen Euro. Noch stärker (um sechs Prozent) auf 500 Millionen Euro stieg das Kreditgeschäft. Die Zahl der Kunden in den zehn Geschäftsstellen ist 2010 auf 40.000 gestiegen, die rund 90.000 Konten unterhielten. Das Personal wurde um fünf Mitarbeiter auf 78 ausgestockt. Die Sparkasse Vest Recklinghausen ist mit 50 Prozent Marktanteil das größte Geldinstitut im Kreis Recklinghausen. In den Städten Recklinghausen, Narl, Herten Datteln, Waltrop, Oer-Erkenschwick, Dorsten und Castrop-Rauxel unterhält sie insgesamt 67 Geschäftsstellen zzgl. 13 Selbstbedienungsstellen. Mit 1.356 Mitarbeitern (Stand Ende 2014) gehört die Sparkasse zu den großen Arbeitgebern im Kreis. Mit einer Bilanzsumme von 5,708 Milliarden Euro steht die Sparkasse Vest an 7. Stelle unter den 71 Sparkassen in Westfalen-Lippe. Um Kosten zu senken, wurden ab 2015 bis 2018 zehn Filialen geschlossen. An drei weiteren Standorten wird die Entwicklung beobachtet, wie der Verwaltungsrat mitteilte: in Recklinghausen, Dorsten, Marl und Herten.

Sparkasse Vest schüttete in Dorsten 117.000 Euro aus

Regelmäßig unterstreicht die Sparkasse Vest ihre Bürgernähe durch Spenden an zahlreiche Projekte in den Bereichen Kultur, Sport, Umwelt und Soziales. Mitte 2017 übergaben Marktbereichsdirektor Matthias Feller und Vorstandsmitglied Armin Zimmermann Spendengutscheine über insgesamt 117.000 Euro an Vertreter von 60 Vereinen und gemeinnützigen Einrichtungen. 2018 hat die Sparkasse Vest insgesamt mehr als 1,8 Millionen Euro in allen Gemeinden ihres Verbreitungsgebietes zur Verfügung gestellt. Wie jedes Jahr nahmen Vertreter von annähernd 70 Dorstener Institutionen ihre Spendenschecks entgegen. Insgesamt wurde wieder ein Betrag von insgesamt 117.000 Euro in Dorsten vergeben: u. a. an den Kinderschutzbund, die Kinderferienstiftung, den Sozialdienst katholischer Frauen, den Bürgertreff Barkenberg, die Fördervereine von Schulen, an den Tierschutz, die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk und an das Diakonische Werk, an den Trägerverein Altes Rathaus, den Förderverein der Stadtbibliothek, die die Bibliothek Bibi am See und an das Cornelia Funke Baumhaus


Quellen:
RN vom 1. Mai 1959. – Bernd Kuhlmann „Die Geschichte der Stadt Dorsten von der Zeitenwende“, Dorsten 1975. – „125 Jahre Kreissparkasse in Dorsten“ in HK 1985.

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