Kipp, Ursel

Kunsterzieherin als „Supergeil“-Oma im Edeka-Werbespot „geiles Dorsten“

Geboren 1938, Lehrerin und Künstlerin. – Gesamtschullehrerin für die Fächer Deutsch/Kunst/Darstellen & Gestalten. Mitglied der Rahmenplankommission Darstellen & Gestalten & der Lehrplankommission Kunst an Gesamtschulen. Bis zur Pensionierung im Jahr 2000 war sie Fachberaterin für Darstellen und Gestalten im Regierungsbezirk Münster. „Spurensuche in Bildern und Bewegung – Dialog der Bild- und Körperkunst“ hieß ihre Konzeption. In vielen Aktionen prägte Ursel Kipp diese interdisziplinäre Fortbildung über viele Jahre. Sie verankerte sie in Fortbildungsmaßnahmen für das Fach Darstellen und Gestalten an Gesamtschulen in NRW.

Ursel Kipp (Szene aus dem Film)

Ursel Kipp (Szene aus dem Film)

Ursel Kipp war und ist weiterhin künstlerisch aktiv, gehört dem Vorstand des Dorstener Kunstvereins an und machte 2013 von sich reden, als sie mit 75 Jahren mal tänzelnd, dann wieder wild tanzend, huschend und hüpfend, bunt und schrill Werbung in einem Video-Clip  für das Unternehmen Edeka in der doch recht betulichen Stadt Dorsten machte. Es war die der erste Clip einer Reihe von Edeka-Werbespots mit dem Titel „Geiles Dorsten“. Doch irgendwas mochte in diesem Clip nicht zusammenpassen. Auch die Meinungen darüber nicht. Die klafften bei den 11.000 sofortigen Klicks auf YouTube weit auseinander.  Zu sehen ist die 76-jährige Ursel Kipp im „Minni-Maus“-Mantel und roten Stiefeln, wie sie durch menschenleere Straßen Dorstens tanzt und – so sieht es zumindest aus – dabei Grimassen schneidet. Dazu die Rheinische Post:

„Dabei gibt die 76-jährige Kunstpädagogin Textbruchstücke wie ,wunderbarer Marktplatz’, ,Tauben, Ziegen, Gänse, Schwein’ und ,Dorsten am Fluss, hier fließt die Lippe’ von sich. Auf ihrem Weg durch Dorsten präsentiert Kipp das Freizeitbad Atlantis, die Eissporthalle und Schloss Lembeck. Natürlich findet sie dabei alles geil, supergeil oder sogar superaffengeil! An Selbstbewusstsein mangelt es der flippigen Dame aus Dorsten auf jeden Fall nicht. Sie scheint ihren Auftritt sehr zu genießen. Vielleicht verdankt sie diese Sicherheit vor der Kamera ihrer Erfahrung beim ,Supertalent’ (RTL). Dort war sie 2012 zu sehen. Für das Halbfinale reichte es aber nicht.“

Die Meinungen im Netz zu Ursel Kipps neuestem Streich „Geiles Dorsten“ gingen auf jeden Fall stark auseinander. Eine Tendenz war sogleich zu erkennen: Superlangweilig bis superpeinlich, aber auch supergeil. Ein User schrieb dazu: „Wouw, ist das schlecht – richtig, richtig schlecht … aber eigentlich so schlecht, dass es fast schon wieder geil ist. Triste Stadt mit menschenleeren Plätzen und seltsamen Freizeitstätten, präsentiert von einer ,verrückten Oma’ mit peinlicher Sprache und irgendwelchen billigen Beats als Hintergrundmusik. Also ich musste schon lachen, wohl sogar mehr als bei dem Edeka-Spot. Insofern, ganz ehrlich: mein Respekt.“

Hämische Kritiken in Medien

Die Medien vom schleswigschen Norden bis zum bayerischen Süden nahmen sich der „Supergeil“-Oma Ursel Kipp im Clip „Geiles Dorsten“ mit fast durchgängiger Häme an. Am harmlosesten beurteilt der Berliner Kurier das Machwerk: „Leider muss man nach Betrachten des Clips feststellen: Dieses Video ist eher nicht supergeil, sondern vielmehr superpeinlich. Die Dorstenerin Ursel Kipp, die bereits als Kandidaten bei Bohlens Supertalent dabei war, tanzt sich durch die Stadt und freut sich über den Marktplatz und das Rathaus.“

Die „Mittelbayerische Zeitung“ zitierte einen Twitter: „Wo auch Dorsten liegt, ich möchte da niemals hin!“ – Ursel Kipp blieb gelassen. In einem Interview mit der „Dorstener Zeitung“ sagte sie schwärmend: „Das Spiel und die Rhythmisierung mit den Worten Geil und Supergeil hat mir gefallen. Wir hatten jede Menge Spaß und ich hatte alle anderen Termine dafür abgesagt.“


Siehe auch:
Künstler, bildende


Quellen:
Rheinische Post (met) vom 5. März 2014. – Dorstener Zeitung vom 4. März 2014. – Mittelbayerische Zeitung vom 5. März 2014. – Berliner Kurier vom 6. März 2014.

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