Glaser, Adam Goswin

Er gilt als Nestor der Düsseldorfer Kupferstecherschule

1815 in Dorsten bis 1900 in Düsseldorf; Kupferstecher. – Mit polierten Kupferplatten und Grabesticheln wurde Adam Goswin Glaser berühmt. Schon am 18. Oktober 1851 berichtete das „Dorstener Wochenblatt“ voller Stolz und Pathos über das Wirken des begnadeten Künstlers.

g-glaser-adam-goswinAnlass war ein von dem Dresdener Ernst Arnold verlegter Kupferstich von Glaser, den dieser nach dem Raibolini-Gemälde „Die Anbetung der Hl. Drei Könige“ gestochen hatte. Einen Stich schenkte er seinem in Dorsten lebenden Vater. Das Journal „Deutsches Kunstblatt“ schrieb 1850 über den in sechsjähriger Arbeit entstandenen Kupferstich: „Unserem Künstler ist es gelungen, die ganze seelenvolle Anmut, Innigkeit und Treuherzigkeit des Gemäldes von Francesco Raibolini vollständig wiederzugeben. Glaser ist in den Geist des Malers tief eingedrungen.“

Museen und Kunstvereine kauften seine Werke

Von dem Blatt wurden über 100 Exemplare verkauft, das Stück für 20 Taler. Die Presse erging sich in Jubel-Arien über das künstlerische Geschick des Dorstener Kupferstechers, der seiner Heimatstadt stets treu verbunden blieb. Unter den Kupferstichen, an denen Adam Goswin Glaser jeweils mehrere Jahre arbeitete, sind noch hervorzuheben: „Kreuzesverschleppung“ nach Siegert und „Die trauernden Juden“ nach Bendemann. Der König von Preußen war von Glasers Arbeiten derart begeistert, dass er gleich 16 Kupferdrucke kaufte und dem Künstler die „Goldene Medaille für Kunst“ verlieh.

Todesanzeige Glasers

Todesanzeige Glasers 1900 in Dorsten

Sein Vater Goswin Glaser (geb. um 1790) war Stuhlmacher am Recklinghäuser Tor. Eigentlich wollte der Sohn in die Fußstapfen seines Vaters treten, doch durch Protektion des späteren Kurienkardinals und Bischofs von Osnabrück kam der junge Glaser, der stets gerne zeichnete, 1835 an die Kunstakademie Düsseldorf. Er studierte bei Professor Joseph von Keller, ein hervorragender Reproduktionstechniker von großem Ruf. Glaser blieb in Düsseldorf und machte Karriere. Die Zeitungen würdigten ihn als Nestor der Düsseldorfer Kupferstecherschule. Museen und Kunstvereine kauften seine Werke. Adam Goswin Glaser starb 1900 in Düsseldorf.

Blatt „Der Liebesdienst“ wiederentdeckt

Zehn Jahre vor seinem Tod schenkte er dem Dorstener Verein für Orts- und Heimatkunde drei seiner Kupferdrucke: „Der Liebesdienst“, „Die trauernden Juden“ und „Die Würfelspieler“. 1982 identifizierte Wolf Stegemann, damals Kulturredakteur bei den Dorstener Ruhr-Nachrichten, das durch Kriegswirren verschollen geglaubte Blatt „Der Liebesdienst“, das in einer Truhe im Heimatmuseum aufbewahrt war. Die „Sammlung Preußischer Kulturbesitz“ schätzt das Blatt heute auf mehrere tausend D-Mark (bzw. heute Euro).


Siehe auch:
Künstler, bildende

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