Girls’ und Boys’ Day

In der Berufsorientierung gleiche Rechte für Jungen dun Mädchen

Früher hat es sie gegeben, die typischen Männer- und Frauenberufe. Mittlerweile ist trotz noch vorhandener solcher traditioneller Strukturen eine Vermischung eingetreten. Um diese im Berufsleben nach Vermischung strebende Gleichberechtigung in der beruflichen  Gesellschaft zu fördern und Frauen Männern die Scheu vor dem jeweils andern vermeintlichen geschlechtsspezifischen Beruf zu nehmen, wurde 2001 der „Girls’ Day“ (Mädchen-Tag) eingeführt, nach einigen Vorläufern „von unten“ 2011 dann der „Boys’ Day“. So öffnen auch viele Dorstener Unternehmen und Behörden den Schülern und Schülerinnen an diesem jährlich wiederkommenden „Girls’ und Boys’ Day“, meist im April, die Türen zu ihren Betrieben und Büros – darunter beispielesweise die Feuerwehr, Getränkeabfüllunternehmen, Paketdienste, Altenheime, Post und Bahn, Bauunternehmen.

Das Projekt „Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag“ ist in Deutschland eine Gemeinschaftsinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Initiative D21, der Bundesagentur für Arbeit, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, des Zentralverbands des Deutschen Handwerks und des Bundesverbands der Deutschen Industrie. Die bundesweite Koordinierungsstelle für den Girls’ Day ist beim Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. angesiedelt.

Eintägiges Schnupper-Praktikum als Aktionstag zur Gleichbehandlung

Diese Aktionstag soll dazu beitragen, die Berufschancen von Mädchen in zukunftsträchtigen Berufsfeldern, in denen sie bisher unterrepräsentiert sind, d. h. insbesondere in (informations-) technologischen und naturwissenschaftlichen Bereichen sowie in handwerklichen Berufen auszubauen, um ihre Arbeitsmarkt-, Karriere- sowie Verdienstchancen zu verbessern. Der Girls’ Day findet einmal jährlich als eintägiges Schnupperpraktikum oder Workshop statt. Der „Boys’ Day – Jungen-Zukunftstag“, der erstmals 2011 stattfand, soll  Jungen die Möglichkeit geben, Berufe kennenzulernen, in denen Männer immer noch unterrepräsentiert sind, vor allem Berufe aus dem sozialen, erzieherischen und pflegerischen Bereich. Der Boys’ Day findet ebenfalls einmal jährlich, zumeist im April, als eintägiges Schnupperpraktikum oder Workshop statt, wobei seit einigen Jahren die Jungen- und Mädchen-Schnupper-„Days“ parallel stattfinden. Zweck beider Aktionstage ist auch die Gleichbehandlung von Schülerinnen und Schülern und die Vermeidung von Benachteiligungen. Jungen und Mädchen sollen gleiche Rechte hinsichtlich der Berufsorientierung erhalten. Anders als der Girls’ Day ist der Boys’ Day zunächst eine Bewegung „von unten“. Da, wo Verantwortliche den Mangel an berufskundlichen Angeboten für Jungen beseitigen wollten, organisierten sie kurzerhand in Eigeninitiative einen Boys’ Day. Allerdings gab es dazu bis 2007 kein gefördertes Gesamtprojekt.

Nach wie vor nur wenige männliche Erzieher in den Kitas im Vest

Beispielsweise gibt es im Kreis Recklinghausen nach wie vor nur wenige männliche Erzieher. 2016 haben in den Kitas im Kreis 145 Männer gearbeitet. Das sind zwar etwas mehr als im Jahr davor. Insgesamt liegt die Männerquote aber nur bei vier Prozent. Laut Arbeiterwohlfahrt ist der Job für viele Männer unattraktiv, weil man vergleichsweise wenig verdient.

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