Geheimgang

Immer wieder zu hören - vom Franziskanerkloster zu den Ursulinen

Seit Jahrzehnten hält sich in Dorsten hartnäckig das Gerücht, dass es nach Gründung des Ursulinenklosters 1699 einen geheimen Gang zwischen dem Franziskanerkloster und den Nonnen gegeben habe. Das Gerücht amüsierte wohl die Patres und die Nonnen gleichsam, denn nichts daran ist wahr. Richtig ist vielmehr, dass vom Franziskanerkloster aus tatsächlich ein unterirdischer Gang gegraben wurde, aber keineswegs in frühen Zeiten und aus Gründen der Verlustierung, sondern erst im Jahr 1943. Damals war die Wehrmacht im Franziskanerkloster einquartiert. Der Flugabwehrabteilungskommandeur quartierte sich mit seinem Stab in das Kloster ein. Pater Heribert Griesenbrock erinnerte sich, dass die Soldaten aus militärischen Gründen plötzlich anfingen, einen unterirdischen Gang zu graben, über dessen Funktion sie Stillschweigen bewahrten. Da sie irrtümlich den Gang in die falsche Richtung vorantrieben, gaben sie wieder auf. Denn sie kamen bei Gemüse-Jansen im damaligen Drubbel vor dem Kloster heraus. Wohin sie wollten, ist bis heute nicht bekannt. Sicherlich nicht ins Kloster und auch nicht ins Gemüsegeschäft, denn dorthin brauchte man keinen geheimen Gang. Bei den Wiederaufbauarbeiten nach der Zerstörung der Stadt stieß man auf diesen „geheimen“ Gang, der die Fantasien schwelgen ließ.


Siehe auch:
Klöster

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