Feuersbrunst Wulfen

Lieutenant Minameier vom Artillerie-Regiment sorgte 1853 für Ordnung

Wulfen wurde am 30. August 1853 von einer Feuersbrunst heimgesucht. Zwölf Wohnhäuser und der Kirchturm mit den darin hängenden Glocken brannten ab, das Kirchdach und die Decke der Kirche wurden stark beschädigt. 15 Familien hatten bis auf das Vieh alles verloren. Amtmann Franz Brunn informierte am 31. August den Landrat von Reitzenstein:

„In Folge der gestrigen mündlichen Anzeige habe ich mich der traurigen Pflicht zu entledigen, Ew. Hochwohlgeborenen die gehorsamste Mitteilung zu machen, dass wir der Feuerbrunst Einhalt getan haben. Leider sind folgende Wohnungen und Scheunen in Wulfen ein Opfer der Flammen geworden: die Wohnhäuser Steinhauer, Thier, Gerh. und Franz Rodorf, Wolberg (auch Scheune), Schlichtherle, Rößmann, Bartmann, Sauer, Pette, Potthast, Hoffschmidt, Kirche. Der Turm mit Glocken ganz, das Dach sehr beschädigt, fünfzehn Familien haben ihre ganze bereits eingewandete Habe verloren. Das Vieh und einiges Meublement ist [sic!] gerettet. Menschen haben keinen Schaden genommen. Bei der Löschung zeichnete sich besonders aus:

1. Die Gemeinde Lembeck, welche mit ihrer Spritze bis spät in die Nacht arbeitete.
2. Der Lieutenant Minameier 7. Artiellerieregiment, welcher mit einer Remonte Commando in Wulfen einquartiert war und sehr viel zur Erhaltung der Ordnung und des Fleißes der Rettungsmannschaft beitrug.
3. Der Gensdarm Jacobitz, der früher auf der Brandstelle war und noch bis heute Mittag mit unermüdeter Tätigkeit unterstützte.
4. Die Gemeinden Lippramsdorf und Hervest, welche mit ihren Spritzen zahlreich sich eingefunden hatten und zur Wältigung des Feuers wesentlich beitrugen.
5. Eine Löschungs Compagnie aus Dorsten unter Führung des Herrn Rathsherrn Calkum und Leygraf, welche leider spät eintraf aber bis 2 Uhr nachts blieben.

Soweit sich jetzt noch hat ermitteln lassen, ist das Feuer in einer dem obengenannten Steinhauer gehörigen Scheune, die teilweise zu Wohnzwecken benutzt wurde, und in der eine Familien Gerhard Rodorf gewohnt hat, entstanden. Die Scheune hat ihren Platz gehabt, ungefähr neben dem Haus der Ww. Maag, also dort, wo das alte Haus von Wilhelm Rößmann steht. In dem oben genannten Bericht vom 31. August 1853 ist wohl irrtümlich der zu Wohnzwecken dienende Teil der Scheune als Wohnhaus Gerhard Rodorf bezeichnet. Das Feuer ist von der Scheune übergesprungen auf das Haus von Franz Rodorf, von da nach Steinhauer, Thier, Wolberg, Kirche, usw. Es wird noch erzählt, dass bei dem Brande vom Wolbergschen Haus aus eine brennende Seite Speck durch die Wucht des Feuers hinübergeschleudert ist zum Wohnhaus Hoffschmidt und dort den Brand verursacht hat. Wer noch mit den örtlichen Verhältnissen an der Kirche vertraut ist, muss ohne weiteres zugeben, dass beim Brande des Hoffschmidt’schen Hauses unbedingt besondere Umstände mitgewirkt haben müssen, da dieses Haus vom eigentlichen Brandherd ziemlich entfernt lag.“


Quelle:
Christian Grubers Wulfen-Wiki.

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