Ehrenamtsgala 2024

Spanisches Flair: Stadt und Landrat zeichneten mehrere Preisträger aus

Die diesjährige „Gala de voluntariado“ war mal wieder „muy bonito“. Wem diese Einleitung womöglich spanisch vorkommt, hat natürlich recht. Denn die „Gala für das Ehrenamt“ am 19. April 2024 in der Aula der St. Ursula-Realschule stand unter dem Motto „Spanien“. Bereits am Eingang wurden die mehr als 600 geladenen Gäste von einem stilecht mit Torero-Kostüm bekleideten Pantomimen und zahlreichen Wimpeln mit der „Rojigualda“-Nationalflagge begrüßt. Die Ehrung wurde wie immer begleitet von einem stimmungsvollen Rahmenprogramm. Eine Jury unter Vorsitz von Altbürgermeister Lambert Lütkenhost hatte Wochen vorher die Auswahl getroffen. Mehr als 20 Vorschläge waren bei Joachim Thiehoff im Büro für bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt eingegangen. Ausgezeichnet wurden: Heißblütig ging es folglich auch beim Bühnenprogramm zu. Das aus den Instrumentalisten Bernd Steinmann und Stefan Loos bestehende „Gitarren-Duo Essen“ hatte in seinen musikalischen „Zwischenblöcken“ nämlich nicht nur virtuose Saiten-Bearbeitungen von andalusischer Volksmusik und farbenreiche iberisch beeinflusste Eigenkompositionen in petto. Sondern auch die beiden Flamenco-Tänzerinnen Renate Pomp-Khalil und Irina Castillo mitgebracht, die in Fandangos und Sevillanas allein mit stampfenden Füßen, klatschenden Händen und wirbelnden Körperdrehungen feurige und temperamentvolle Geschichten zu erzählen wussten. Begeisterter Applaus vom Publikum. Standing Ovations gab es aber nur für eine Frau: Margarethe Matschinsky. Auf der Ehrenamts-Gala werden bekanntermaßen im Beisein vieler anderer wichtiger Stützen der Gesellschaft Menschen ausgezeichnet, die sich in besonders für das Gemeinwohl engagieren. „Seit 47 Jahren setzt sie sich in vielfältiger Art ehrenamtlich für Menschen ein, die nach Deutschland flüchten mussten oder hierher zugewandert sind“, würdigte Dr. Kathrin Pieren (Leiterin des Jüdischen Museums Westfalens) in ihrer Laudatio das Wirken der Lehrerin Margarethe Matschinsky, die die Ehrenamtsnadel für ihr Lebenswerk erhielt. Auch wurden Claas Schneider (der als Aktiver in der Kirchengemeinde St. Matthäus Kinderferienfreizeiten nach Ameland organisiert), Werner Schott (der mit seinem Team das „Repair-Cafe“ betreibt) sowie als Duo Bernd Saalfeld von „Virtuell-Visuell“ und Frank Hesse vom Dorstener Kunstverein (die gemeinsam als „Köpfe“ des Kultur- und Ausstellungsraums franz* fungieren) ausgezeichnet.

Launig und humorvoll Preise überreicht

Während die Vorgenannten im Vorfeld von einer Jury unter Vorsitz von Altbürgermeister Lambert Lütkenhorst ausgwählt wurden, durfte das Publikum für den Preis „Junges Engagement“ während der Pause ihre Stimmen abgeben. Drei junge Dorstenerinnen, deren ehrenamtliche Arbeit vorab in kurzen Videos vorgestellt worden war, waren dafür nominiert. Das Rennen machte Alina Haarnagell (24) aus Wulfen, die in der Kanu-AG der Gesamtschule Wulfen und als Turn-Trainerin und -Abteilungsleiterin beim VfL Rot-Weiß Dorsten tätig ist. Sie hat sich zudem als Expertin für das Thema „Sexualisierte Gewalt im Sport“ ausbilden lassen, um auch für andere Vereine Präventions-Projekte zu entwickeln. Auf den Plätzen 2 und 3 folgten Lea Marie Witteberg (19, Jugendarbeit St. Agatha-Pfarrgemeide) und Neslihan Keven (24, bei der „Youngcaritas“ aktiv). Ursprünglich sollten die Preisgelder, die das Trio für seine ehrenamtlichen Projekte erhalten sollte, gestaffelt sein. „Wir haben dieses Jahr aber so viele Einnahmen durch Blitzer gehabt, dass ich es für alle auf 750 Euro aufstocken kann“, so Bodo Klimpel augenzwinkernd.
Der Landrat hatte gemeinsam mit Bürgermeister Tobias Stockhoff in launiger und humorvoller Art und Weise alle Ehrenamts-Auszeichnungen überreicht. Moderiert wurde der auch von Stadt-Azubis mitorganisierte „Muchas-Gracias“-Abend in gewohnt locker-lässiger Manier von Dorstens Sport-Koordinator Michael Maiß, der natürlich bei den eher sportlichen Programmpunkten besonders motiviert war. Die „Easy Rider“-Formation der TSG Dorsten, die vordem nur haarscharf den Aufstieg in die 1. Schautanzsport-Bundesliga verpasste, legte dabei einen Auftritt hin, der – zufällig oder nicht – mit einem „Bailando“-Hit (spanisch!) beendet wurde. Zum Abschluss der dribbelstarken Bühnen-Darbietung der U 5-„Fußballfüchschen“ des FC RW Dorsten (bei der Klimpel und Stockhoff einen souveränen Auftritt als Torpfosten hinlegten) spielte Spanien übrigens aber überhaupt keine Rolle.


Quellen: Michael Klein in DZ vom 21./22. April 2024

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