Drubbel

Bis 1945 mitten in der Stadt eine historische Häuserinsel

Drubbel vor 1925

Der Drubbel in noch verputzem Zustand vor 1922

Im eigentlichen Wortsinn ist der Drubbel eine Ansammlung von Höfen, in Dorsten aber die Bezeichnung für eine bestimmte lang gestreckte Häuserinsel in Höhe des Franziskanerklosters zwischen Lippe- und Klosterstraße, an der zu beiden Seiten die Straßen vorbeiführten. 1922 wurde der Putz an den Häusern des etwa 400 Jahre alten Drubbels entfernt und das alte Fachwerk restauriert. So mauserte sich der Drubbel verstärkt zu einem fotogenen Postkartenmotiv, bis die Bombardierung 1945 die Stadt und auch die Drubbel-Häuser zerstörte. Nach dem Krieg wurde Dorsten zwar in den historischen Strukturen wieder aufgebaut, der Drubbel aber nicht.

Den verschwundenen Drubbel durch Granitsäulen erlebbar machen

Der Bildhauer Christoph Wilmsen-Wiegmann stellte im April 2016 zusammen mit dem Dorstener Kunstverein Vertretern des Rates und des Vereins für Orts- und Heimatkunde maßstabsgerecht vor, wie es aussähe, wenn acht unterschiedliche Quader und rechteckige Säulen aus Granit an den früheren Drubbel erinnerten. Sperrholzmodelle hatte er bereits mitgebracht und aufgestellt. Dem DZ-Foto vom 11. April 2016 zufolge, erhöhen skeptische Blicke der umstehenden Politiker die spannende Erwartung, ob und wie das was wird und ob es dem Anspruch genügt, „Stadtgeschichte erlebbar“ zu machen. Der Künstler hat auch die Skulptur vor dem Usulinenkloster geschaffen. Die Diskussion unter den rund 50 Bürgern, die zu dieser Versuchsinstallation gekommen waren, verlief kontrovers: von Begeisterung bis Skepsis. Vor allem stand die Frage im Raum, ob die Stadt das nötige Personal und die Finanzen habe, die acht Blöcke sauber zu halten, an denen sich Sprayer, Schmierer und Hunde auslassen würden. Diese Frage wurde Mitte November 2016 geklärt: Der Kulturausschuss sowieder Planungs- und Umweltausschuss des Rates stimmte dem rund 110.000 Euro teuren Projekt nicht zu. Das war zu erwarten, denn es meldeten sich vorab viele kritische Stimmen mit einer breiten Argumentationspalette. – Fazit: Ein Denkmal für ein Haus, das nicht mehr existiert und für die Stadt keinerlei Bedeutung hatte, außer als Postkartenmotiv? Da lässt sich keine Stadtgeschichte ableiten. Gut, dass das Denkmal nicht kam.

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