Dillenburger, Wilhelm

Späterer Provinzialschulrat drückte die Schulbank in Dorsten

1810 in Essen bis 1882 in Breslau; Schulmann und Altphilologe. – 1819 besuchte der Sohn des Schneidermeisters Wilhelm Dillenburger sen. das Gymnasium Petrinum, da seine Eltern von  Essen nach Dorsten zugezogen waren. Diese kehrten aber bald nach Essen zurück, wo er von 1820 bis 1928 seine Schulstudien fortsetzte.

Vom Hilfslehrer zum Schulrat der Provinz

In Bonn studierte Dillenburger Philosophie und klassische Philologie sowie römische Geschichte und römische Altertümer. 1831 erwarb er in Bonn das Zeugnis pro facultate docendi mit der Lehrbefugnis in Griechisch und Latein für alle Klassen. Das Probejahr legte er am Essener Gymnasium ab und blieb an dieser Anstalt als Hilfslehrer bis 1834. Danach fungierte Dillenburger als Hauslehrer bei einem Herrn von Bongart, mit dem er Belgien und einen Teil Nordfrankreichs bereiste. 1835 wurde er zunächst Hilfslehrer und stellvertretender Ordinarius, dann ordentlicher Lehrer am Gymnasium in Münstereifel. Er heiratete 1837 Wilhelmine Wichterich. 1841 kam er an das Gymnasium in Aachen, promovierte in Tübingen zum Dr. der Philosophie, wurde 1844 Schulleiter des Gymnasiums in Emmerich und fünf Jahre später  nahm er die neu geschaffene Stelle des katholischen Provinzialschulrats für die Provinz Preußen in Königsberg an. 1866 verließ er Preußen und wurde katholischer Schulrat im schlesischen „Provinzialschulcollegium zu Breslau mit dem Amtscharakter als Geheimer Regierungsrath“. Die preußischen Schulreformen und die Spannungen zwischen Staat und Kirche („Kulturkampf“) waren nicht in Dillenburgers Sinn. Er hatte eine „Anhänglichkeit zum bewährten Hergebrachten“. Aus gesundheitlichen Gründen reichte er 1881 sein Abschiedsgesuch ein. Noch bevor dieses bewilligt werden konnte, starb er 1882 im Alter von 72 Jahren.

Sohn besuchte nur ein Jahr lang das Gymnasium Petrinum

Wilhelm Dillenburger hinterließ ein breit gefächertes literarisches Schaffen, darunter das Buch „Q. Horatii Flacci opera omnia. Recognovit et commentariis in usum scholarum instruxit Guil. Dillenburger. Bonnae, sumptibus Adolphi Marci 1843“, das in sieben Auflagen erschien. 1864 besuchte er mit seiner Frau und seinem ältesten Sohn Theodor, der als Oberfinanzrat dem Berliner Finanzministerium angehörte, die Stadt Dorsten, in der er nur ein Jahr lang die Schulbank gedrückt hatte.

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