Conzertina

Holsterhausener Bergleute spielten im Verein das Bandoneon

Die Aktiven 1951

Die Aktiven 1951

Nach dem Ersten Weltkrieg und in den 1920er-Jahren, als Deutschland von  großer politischer Not und politischen Wirren beherrscht wurde, suchten sich die Menschen ihre Nischen, in denen sie mit Geselligkeit, Musik und Tanz für kurze Zeit den Alltag vergessen konnten. Es entstanden viele Chöre und Musikvereine. 1922 trafen sich in der Holsterhausener Gaststätte Schulte-Dickhoff (heute „Deutsches Eck“) 49 Musikfreunde, um den Conzertina-Verein zu gründen, den es heute noch gibt – wenn auch ohne Kapelle. Dem ersten Vorstand gehörten Albert Engelhardt, Willy Kneisel, Max Bauch, Max Fabian und Anton Amelt an. Etliche der Mitglieder spielten damals noch die kleine Conzertina, andere musizierten bereits auf deren großen Bruder, dem Bandoneon, das die Bergleute aus ihrer schlesischen oder sächsischen Heimat in die Bergbaukolonien der Zeche Baldur mitbrachten. Daher hatten die meisten Gründungsmitglieder in der „Sachsen-Siedlung“ ein Heimspiel. Noch vor 60 Jahren war das Bandoneon in den Bergarbeitersiedlungen weit verbreitet. Heute kennt man es in Deutschland kaum noch. In Holsterhausen spielte in den 1960er-Jahren nur noch Erich Muck im Verein das traditionelle Instrument. Daher gibt es eine Kapelle in dem Verein schon lange nicht mehr. Gesellige Treffen stehen heute im Mittelpunkt des Vereinslebens: Hausfrauennachmittage, Ausflüge und Weihnachtsfeiern. Auch die Kinderfeste am Blauen See gibt es nicht mehr. Doch noch immer hat der Conzertina-Verein in Holsterhausen, dessen Ende irgendwann abzusehen ist, rund 70 Mitglieder.


Quelle:
Nach Ralf Weihrauch „Bandoneon gehörte einst zum Bergarbeiter“ in DZ vom 3.November 1997.

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