Chöre

„Wo man singt, da lass dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder ...“

Postkarte vom Dorstener Sängerfest

Postkarte vom Dorstener Sängerfest 1905

Neben den insgesamt rund 45 Kirchenchören, Kinder- und Jugendchören sowie den Schulchören stellen die Männergesangsvereine (MGV) im Musikleben der Stadt eine traditionell-gesellschaftliche Rolle dar. Denn nicht nur der gemeinschaftliche Chorgesang wird in den sechs Dorstener MGV groß geschrieben, sondern auch das gesellige Vereinsleben. Regelmäßig nehmen die Chöre am Leistungssingen des Sängerbundes NRW bzw. am Bundesleistungssingen teil, was dem MGV 1948 Hervest-Dorsten bereits den Titel Meisterchor einbrachte. Weitere Männergesangsvereine sind der MGV „Liederkranz“ Wulfen (1946), MGV „Frohsinn“ Lembeck, MGV „Sangeslust“ Holsterhausen, MGV „Cäcilia Rhade“, MGV „Deuten“ und der Gospel-Chor MGV Deuten. Hohen Ansprüchen genügt der 1994 von Ludwig Wegesin und Fritz Teipmann gegründete „Brahms-Chor“.

Heimatvertriebene gründeten den Ostlandchor

Die Heimatvertriebenen gründeten 1948 einen eigenen Singkreis. Zu Proben traf er sich regelmäßig in der Wirtschaft Nattler-Wieschenberg, um Lieder aus der alten Heimat zu singen. Diese Singgemeinschaft stand unter der Leitung des Organisten von St. Marien, Franz Tautz. 1955 wurde aus der freien Singgemeinschaft der „Ostlandchor“, dem als Dirigent Gottfried Gabriel vorstand. Mit einem Weihnachtssingen trat der Ostlandchor in der Aula des Gymnasium Petrinum zum ersten Mal an die Öffentlichkeit. Unter späterer Leitung von Erich Schilg zeigte der Chor bei öffentlichen Anlässen sein Können, sang bei Weihnachtsfeiern in Kinder- und Altenheimen, bei Treffen der Vertriebenen, bei Karnevalsveranstaltungen und beteiligte sich rege am Chor-Leben der Stadt. Im Jahr 1963 ist der Chor beispielsweise 23 Mal aufgetreten. Um ihn ist es still geworden.

Gemischter Chor Lembeck

Musiklehrer Philipp Deppe ergriff nach Kriegsende 1945 die Initiative und gründete in Lembeck eine Gesangsabteilung der „Marianischen Jungfrauencongregation“ mit rund 40 jungen und ledigen Lembeckerinnen. Maria Stegemann wurde zur Vorsitzenden des Chores gewählt. Doch schon bald entwickelte sich der Jungfrauen-Chor zu einem gemischten, als 53 Lembecker Sänger dazukamen. Erstmals traten die Sängerinnen und Sänger als „Gemischter Chor“ am 1. September 1946 in der Laurentiuskirche auf. Seit Weihnachten dieses Jahres gab der Chor im damaligen Michaelisstift für Kranke und Senioren auf ein Konzert, gestaltete seit 1971 einen Seniorennachmittag. Philipp Deppe übergab 1977 das Amt des Chorleiters an Branko Baff, durch den freundschaftliche Kontakte und Chorreisen nach Novigrad (1984), Umag (1990) und Porec (1993) zustande kamen. Es fanden Gegenbesuche aus Pazin und anderen Städten statt. Der Chor ist seit 1982 Mitglied des „Vestischen Sängerkreises“ und hat mehrmals an Gutachtersingen und Konzerten des Sängerkreises in verschiedenen Orten des Kreises Recklinghausen teilge­nommen.


Siehe auch:
Gesangsvereine

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