Bombenkoffer

Evakuierung des Rathauses und weiträumige Sperrung: Fehlalarm

Der leere Koffer; Foto: Guido Bludau (DZ)

Der leere Koffer; Foto: Guido Bludau (DZ)

Die schrecklichen Terrorakte in Paris vom 13. November 2015, die darauf erfolgten mitunter unverantwortlichen Einlassung von Politikern und die Berichterstattung in den Medien verunsicherten und verängstigten die Bevölkerung, die sogleich hinter jedem Baum einen Terroristen mit einem Bombenrucksack vermutete. Auch Polizei und Landeskriminalamt (LKA) ließen sich von der Stimmung anstecken. Als Angestellte der Stadtverwaltung in den Morgenstunden des 18. November 2015 einen Koffer in der Nähe des Rathauses entdeckten, vermuteten sie Arges und meldeten den Fund sofort den Sicherheitsbehörden. Wollte vielleicht jemand den Bürgermeister in die Luft sprengen? Die Folge der Fundmeldung: Großalarm! Weiträumige Absperrung des Fundorts, Sperrung der Halterner Straße, Evakuierung des Dorstener Rathauses, Auskunftssperre, Anrücken einer LKA-Spezialeinheit aus Düsseldorf, vorsichtige Annäherung und Röntgenbild des Koffers, daraufhin Aufatmen, denn der alte Koffer war leer.

Vielleicht, um den Großeinsatz zu rechtfertigen, meinte ein Polizeisprecher anderntags gegenüber der „Dorstener Zeitung“, dass es nun sehr wichtig sei, festzustellen, ob jemand den leeren Koffer bewusst weggeworfen hat, um Panik zu schüren, oder ihn nur gedankenlos abgestellt hat, weil er ihn nicht mehr benötigt. – Wie auch immer, der Polizei und den Spezialeinheiten würde viel Arbeit bevorstehen, wollten die jeden weggeworfenen Koffer, Rücksack, leere oder gefüllte Taschen in Dorstens Wäldern und an Waldrändern zwischen Deuten und Rhade, Lembeck und Holsterhausen, Hervest und Wulfen, Feldmark und Altendorf durchkämmen. Selbst in Grünanlagen der Innenstadt gibt es solchen Müll zuhauf.

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