Weihnachtsmann

Alle Jahre wieder … wird Michael Martin ein heiliger Mann

Weihnachtsmänner

Michael Martin, geboren 1965, spielt einmal im Jahr mit Überzeugung die Rolle seines Lebens – und das seit 1998. Dann ist der Wulfener als Weihnachtsmann unterwegs, um Alt und Jung Freude zu bereiten. Ansonsten liefert er Kühlschränke und Waschmaschinen aus und legt bei Familienfesten als DJ auch schon mal die Platten auf. Wenn er in seine Garderobe schlüpft, dann erkennt man ihn nicht wieder. Aus seinen kurzen schwarzen Haaren entstehen silbrige Locken, auf denen eine Zipfelmütze sitzt, aus seinem dünnen schwarzen Oberlippenbärtchen wird ein weißer Rauschebart, aus seinem T-Shirt ein roter Plüschmantel.

Aus Überzeugung und Missionseifer ist er der „wahre“ Weihnachtsmann

Wenn Michael Martin auch glaubt, er sei „der einzig wahre Weihnachtsmann“, so gibt es doch viele Gelegenheitsjobber, die an den Adventstagen als Nikolaus Krankenhäuser, Kindergärten und Vereine besuchen und in Kaufhäusern ihrem „Ho-ho-ho“-Job nachgehen. Als Weihnachtsmann kann man sich auch schulen lassen. So gibt es gute und weniger gute Weihnachtsmänner; die einen tun es für Geld, andere machen sich daraus einen Jux. Anders der Wulfener Weihnachtsmann. Er macht den Job aus Überzeugung und Missionseifer. Sein Einsatzgebiet ist groß, denn neben Dorsten gehören auch das Ruhrgebiet und das Sauerland dazu. Auch nahm er mehrmals (ohne Erfolg) an den NRW-Weihnachtsmann-Meisterschaften teil. Klamauk mag er nicht, denn er fühlt sich als Vertreter des Weihnachtsmann-Mythos.

Kritik der Kirche am bärtigen Weihnachtsmann

Zu dem kam er, als er 1998 im Fernsehen den alten amerikanischen Vorweihnachtsklassiker „Ist das Leben nicht schön?“ sah. Darin will sich ein Mann das Leben nehmen, doch dann gibt ihm ein Engel neuen Lebensmut. So wie dieser Engel soll Martins Weihnachtsmann auf Kinder wirken. Er selbst hat als Kind von einem solchen Weihnachtswunder noch nicht einmal zu träumen gewagt. Er bezeichnet seine Kindheit als „saumäßig“. Sein Vater starb, als er fünf war. Und vom Stiefvater, einem alkoholkranken Bergmann, bezogen er und seine Geschwister Prügel, an die er sich in allen Details erinnert.

Die Kritik der Kirche am bärtigen Weihnachtsmann nimmt er ernst. Denn er weiß natürlich, dass es keinen Weihnachtsmann gibt, sondern nur den Nikolaus, den einst real existierenden Bischof aus Myra. Daher klärt er seine Auftraggeber vorher über den Unterschied auf, arbeitete zwischendurch in der stressigen Doppelfunktion, ist jetzt und für die nächsten Jahre wieder ganz Weihnachtsmann. Im November kann er es dann wieder mit Beckenbauer sagen: „Wie? Ist denn schon wieder Weihnachten?“

Information: Der Weihnachtsmann ist eine Symbolfigur weihnachtlichen Schenkens, die in Deutschland vor allem in Nord-, Mittel- und Ostdeutschland sowie in der übrigen Welt besonders in protestantisch geprägten Regionen populär ist. Er geht vor allem auf die europäischen Volkslegenden des heiligen Nikolaus zurück, mit dem er aber keinesfalls gleichzusetzen ist. Dargestellt wird er als dicklicher und freundlicher alter Mann mit langem weißem Bart, roter und mit weißem Pelz besetzter Kutte; Attribute sind sein Sack für Geschenke und (häufig) eine Rute. Dass diese Darstellung bereits im 19. Jahrhundert existierte, beweisen zeitgenössische Postkarten. Die Coca-Cola-Company nutzte ab 1931 alljährlich zur Weihnachtszeit diese Darstellung für eigene Werbekampagnen. Ob die Firma damit entscheidend zur weltweiten Verbreitung des „Weihnachtsmanns“ beitrug, ist umstritten. Angeblich bringt der Weihnachtsmann „braven“ Kindern an Heiligabend (in der Nacht zum 25. Dezember) Geschenke, den „bösen“ hingegen bloß eine Rute. Er vereinigt somit Eigenschaften des gutmütigen Sankt Nikolaus und seines in Europa meistens als begleitender Gegenspieler dargestellten strafenden Knecht Ruprecht.

Der heilige Nikolaus ist die Figur des Nikolaus von Myra, der ein Bischof im 4. Jahrhundert und der Kern zahlreicher Legendenbildungen war. Unter anderem wird er als Schutzpatron der Kinder verehrt. Ihm zu Ehren wurden schon im Mittelalter Kinder an seinem Namenstag, dem 6. Dezember, oft schon am Vorabend beschenkt. Dieses Datum war früher auch der eigentliche Bescherungstag, der erst im Laufe der Reformation und deren Ablehnung der Heiligenverehrung in vielen Ländern auf den 24. bzw. 25. Dezember rückte. Dargestellt wir der Nikolaus mit Bischofsmütze und Krummstab.


Quelle:
Nach Andreas Fasel in Welt am Sonntag“ vom 20. Dezember 2009. – Information: Wikipedia, Online-Enzyklopädie.

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