Schneckenzucht im Wohnzimmer

Lea Spachowski und Dennis Lage leben mit 2500 Schnecken zusammen

Lea Spachowski und Dennis Lage mit ihren 2500 Schnecken; Foto: Julian Schäpertöns

Während viele Bürger, Politiker, Berufsgruppierungen und Ärzte über Medien die schlechte Organisation der Corona-Impfungen der Regierung in Berlin anprangerten, war in einem Kommentar in der „Neuen Zürcher Zeitung“ zu lesen:  „Die Impfgeschwindigkeit ist weiterhin beschämend. Insofern empfiehlt sich die Schnecke als neues deutsches Wappentier.“ Welche Schnecke das sein soll, ließ der Kommentator offen – schließlich gibt es in Deutschland rund 260 heimische Schneckenarten. Mehr darüber könnten Lea Spachowski und ihr Freund Dennis Lage aus Dorsten-Hardt berichten, denn in ihrem Wohnzimmer stehen zehn Terrarien mit insgesamt 2500 Schnecken. Im Frühjahr sollen die ersten Schnecken in der Natur ausgesetzt werden. Darüber schrieb Julian Schäpertöns in der „Dorstener Zeitung“.
Angefangen hat alles im Oktober 2019 mit der gefleckten Weinbergschnecke „Franky“. Der Anlagenmechaniker Dennis Lage fand die Schnecke mit einem kaputten Haus auf einer Baustelle. Er nahm sie mit nach Hause, um sie wieder aufzupäppeln. Damit „Franky“ nicht allein blieb, wurden zwei weitere Schnecken aus dem Garten geholt. Nach kurzer Zeit legten die Schnecken erste Eier, was die beiden erst gar nicht bemerkten. Erst Weihnachten entdeckten sie 50 kleine Schnecken und waren total überrascht.
Seitdem wuchs die Schneckenzucht der beiden Dorstener rasant. Im Schnitt legten die Schnecken einmal im Monat neue Eier. Elterntiere und der Nachwuchs wurden in getrennten Terrarien gehalten, um Inzucht zu vermeiden und die Vermehrung zu kontrollieren. Neben zwei heimischen Weinbergschneckenarten und Schnirkelschnecken leben nun auch afrikanische Riesenschnecken in einem Terrarium.

Für das Seelenwohl wird mit den Schnecken auch „gekuschelt“

Auf Instagram informierten Lea und Dennis über ihre Zucht und luden auf ihrem „Schnecken-Channel“ regelmäßig Bilder hoch, um Vorurteile gegenüber Schnecken abzubauen. Denn für die beiden sind Schnecken faszinierende Tiere. „Schnecken sind sehr entspannte Tiere. Es ist erstaunlich, wenn man nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause kommt und sich für ein paar Minuten vor das Terrarium setzt, wie schnell man entspannen kann“, so Leo Spachowski in der DZ. Die Tiere sind zwar pflegeleicht, doch bis zu einer Stunde täglich kümmern sich beide um ihre 2500 Tiere. Und einmal im Monat werden alle Terrarien sauber gemacht. Für das Seelenwohl wird auch „gekuschelt“. Die Schnecken werden dazu aus dem Terrarium herausgenommen und in der Hand gehalten. „Die Tiere mögen Körperwärme“, erklärte Lea. Auch Schneckenrennen werden hin und wieder veranstaltet. Doch eins kommt für Lea Spachowski und Dennis Lage nicht infrage – ihre Schnecken kommen in keinen Kochtopf.


Quelle: Julian Schäpertöns in DZ vom 11. März 202. – Dpd-Kommentar in Medien vom

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