Hod Hasharon (II)

Sportjugendaustausch – Gedenkveranstaltung 2023 Zeichen der Solidarität

Ferdinand Rissom, Dganit Mohel und BürgermeisterTobias Stockhoff; Foto: Stadt Dorsten

In Begleitung von Anke Borg, bei der Stadtverwaltung Ansprechpartnerin für Städtepartnerschaften, hat Dganit Mohel während ihres dreitägigen Aufenthalts in Dorsten bereits erste Kontakte geknüpft, als sie Trainingseinheiten der U16-Teams der BG und des BSV besucht hat. „Der Vorschlag eines  Jugendaustausches zwischen Dorsten und Hod Hasharon ist in beiden Vereins sofort auf großes Interesse gestoßen“, berichtet Anke Borg.

Sportjugend im Deutschen Olympischen Sportbund mit dabei

Ein großes Interesse daran hat auch die Deutsche Sportjugend im Deutschen Olympischen Sportbund. Ferdinand Rissom, Ressortleiter Internationale Jugendarbeit des Vereins mit Sitz in Frankfurt, hat an einem Gespräch mit Dganit Mohel und Tobias Stockhoff im Rathaus teilgenommen und finanzielle und logistische Unterstützung zugesagt. Der frühestmögliche Termin des ersten Austausches ist aufgrund der Antragsfristen im Herbst 2020. Zunächst sollen israelische Jugendlichen nach Dorsten kommen. „Dabei soll es nicht nur um einen sportlichen Austausch gehen. Das Besuchsprogramm soll auch kulturelle und historische Elemente enthalten“, erklärt Anke Borg. Der Gegenbesuch in Israel ist für das Frühjahr 2021 geplant.

Städtepartnerschaft mit Hod Hasharon soll intensiviert werden

Amir Kochavi, seit Oktober des vergangenen Jahres Bürgermeister von Hod Hasharon, ist ebenfalls angetan von der Idee. Um die Menschen besser kennenzulernen und Lebensweisen in der Partnerstadt zu erfahren, das ist auch der ausdrückliche Wunsch von Dganit Mohel, sollen die Jugendlichen in Gastfamilien untergebracht werden. Darüber hinaus ist der Besuch einer Dorstener Schule an einem der Projekttage denkbar. Vertretern der BG Dorsten und des BSV Wulfen soll in den nächsten Wochen eine Projektbeschreibung zugehen, verbunden mit der Bitte, zu prüfen, ob die Jugendlichen Interesse haben. Hod Hasharons Bürgermeister Amir Kochavi und Dorstens Tobias Stockhoff sind sich einig, dass die Städtepartnerschaft, die sich in den vergangenen Jahren vorrangig auf private Kontakte beschränkt hat, wieder mit Leben gefüllt und auf eine breitere Basis gestellt werden soll. „Als Heimat des Jüdischen Museums Westfalen haben wir eine ganz besondere Beziehung zu Israel. Auch das möchten wir durch eine lebendige Partnerschaft mit Hod Hasharon unterstreichen“, sagt Tobias Stockhoff und ergänzt: „Ein Austausch von jugendlichen Sportlern aus unserer Partnerstadt Hod Hasharon und unserer Stadt wäre sicher ein guter Anfang.“

Gedenkveranstaltung sendet 2023 ein Zeichen der Solidarität nach Israel

Der Krieg in Israel entsetzt viele Menschen auch in Dorsten. Im Alten Rathaus wurde am 11. Oktober 2023 ein Zeichen der Solidarität nach Israel und in die Partnerstadt Hod Hasharon gesendet. „Wir stehen an Eurer Seite“ stand auf den zwei Bannern geschrieben, die mehr als 30 Dorstenerinnen und Dorstener am 11. Oktober im Alten Rathaus hochhielten.
Es waren vor allem politische Vertreterinnen und Vertreter von CDU, SPD, Bündnis 90/Grüne und der FDP sowie im Allgemeinen Menschen, die sich in besonderem Maße mit der israelischen Partnerstadt Hod Hasharon verbunden fühlen, die zu der bewegenden Solidaritätsbekundung gekommen sind. Nach dem menschenverachtenden Angriff der Hamas auf den Staat Israel haben neben Politik auch mehrere Bürgerinnen und Bürger den Wunsch nach einer Veranstaltung in kleinerem Rahmen geäußert, bei der Dorsten zeigt: Wir stehen solidarisch an der Seite des Staates Israel und an der Seite unserer Freunde in Hod Hasharon. Sichtlich bewegt, schilderte Dorstens stellvertretende Bürgermeisterin Christel Briefs, dass unter den Opfern, die die Angriffe bislang gefordert hat, mit Ben Rubinstein auch ein Bürger aus Hod Hasharon war. „Wir trauern in unserer Stadt um Ben Rubinstein und mit seiner Familie, seinen Freunden und allen Menschen, die ihn kannten und sind fassungslos über den sinnlosen Tod des jungen Soldaten“, sagte sie. Im Alten Rathaus folgte eine Schweigeminute.
Barbara Seppi, Mitarbeiterin der Stadtagentur Dorsten, pflegt auch privat enge Kontakte nach Hod Hasharon und wollte ursprünglich am kommenden Sonntag in die Partnerstadt reisen, um dort Freunde zu besuchen. Doch dann verhinderte die Kriegssituation in Israel die Reise. Mit Tränen in den Augen berichtete sie vom Whatsapp-Kontakt mit ihrer Freundin Dganit, die in Hod Hasharon zu Hause ist. Dganits Mutter und ihre Schwester, die in Aschkelon nahe des Gazastreifens leben, hätten am Samstagmorgen bereits gegen halb acht verängstigt in einem Bunker verweilen müssen, weil es erste Raketenangriffe gab. „Niemand im Land konnte das Ausmaß des Massakers zu diesem Zeitpunkt einschätzen“, sagte Barbara Seppi und ergänzte: „Wir sind seitdem jeden Tag in Kontakt. Alle in Israel brauchen jetzt viel Zuspruch und moralischen Beistand.“ Erst im April dieses Jahres war Dganit gemeinsam mit zwölf Jugendlichen aus Hod Hasharon zu einem Schüleraustausch in Dorsten zu Gast und in Gastfamilien untergebracht. Auch Dr. Kathrin Pieren, die Leiterin des Jüdischen Museum Westfalen in Dorsten, nahm an der Solidaritätsbekundung teil und sagte: „Mit unserer Arbeit setzen wir uns gegen jeden Antisemitismus hier in Deutschland ein und für Toleranz, Respekt und Dialog zwischen den Religionen und Kulturen.“

Siehe auch: Hod Hasharon (I)
Siehe auch: Amos Löwenthal
Siehe auch: Israel-Tag
Siehe auch: Deutsch-Israelischer Freundeskreis


Quellen: Unwesentlich veränderter Text und Foto entnommen „Stadt aktuell“ (Stadt Dorsten, online) vom 27. Nov. 2019. – DZ vom 13. Okt. 2023

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