Haldenwangschule

Ganztagsschule für Geistigbehinderte hat Modellcharakter

Schulleiter ..................., um 1986

Lehrer und behinderte Schüler/innen um 1986; Helmut Dickneite (r.) war bis 2007 über 30 Jahre lang Schulleiter

Die Haldenwangschule im Stadtteil Hervest-Dorsten ist eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung in der Trägerschaft der Stadt Dorsten. Sie liegt im Stadtteil Dorsten- Hervest. Gemeinschaft erleben und Leben in der Gemeinschaft sind zwei wesentliche Bildungsschwerpunkte der Schule, um den Schülerinnen und Schülern mit einer geistigen Behinderung ein größtmögliches Maß an individueller Teilhabe in der Gesellschaft zu ermöglichen. Auf der Grundlage lernprozessbegleitender Förderdiagnostik werden für jeden Einzelnen Förderziele für einen individuellen Lernweg festgelegt. Von der Einschulung bis zur Erfüllung der Berufsschulpflicht werden zurzeit ca. 80 Schülerinnen und Schüler in 8 stufenbezogenen Klassen von 23 Lehrkräften ganztägig unterrichtet. Besonders wichtig im schulischen Leben an der Haldenwangschule sind Vorhaben, die sich an der realen Wirklichkeit der Kinder und Jugendlichen orientieren und sie auf ihre individuelle Lebensbewältigung vorbereiten. Darüber hinaus bietet die Schule Räumlichkeiten für physiotherapeutische und ergotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten an.

Benannt ist die Schule nach Pfarrer Karl-Georg Haldenwang (1803 bis 1862), der 1838 im Schwarzwald die „Rettungsanstalt für schwachsinnige Kinder“ gründete, aus heutiger Sicht ein Meilenstein in der Geschichte der Geistigbehindertenpädagogik. Haldenwang war ein entschlossener und tatkräftiger Kämpfer für das Recht aller Menschen auf Erziehung und Bildung. – Die Haldenwangschule für geistig Behinderte in Trägerschaft der Stadt Dorsten wurde nach einem Feststellungsbeschluss des Kultusministers 1976 für 80 Kinder und 12 Lehrpersonen errichtet. Erst Anfang der 1970er-Jahre führte ein Paradidmenwechsel dazu, jedem Menschen ohne Ausnahme ein Recht auf Bildung zuzusprechen. Das dazu benötigte Gebäude entstand für 3,7 Millionen DM am Funkenberg in Hervest-Dorsten. Die bis dahin existierende Tagesstätte mit 48 Kindern und Jugendlichen wurde aufgelöst. Die Ganztagsschule hatte wegen der entsprechenden Bauweise lange Zeit Modellcharakter für andere Städte. Die Schüler werden in den Stufen Vorstufe, Unterstufe, Mittelstufe, Oberstufe, Werkstufe und Sonderstufe unterrichtet. Frühere Zivildienstleistende und Praktikanten halfen bzw. helfen im Schulbetrieb. Das durchgängige Ziel der Schule, „Selbstverwirklichung in soziale Integration“, erscheint für diesen Personenkreis schwer realisierbar. Die Schule hat sich aber von Anfang an dieser Problematik gestellt. – Anfang 2008 wurde Ulrich Domhöver Schulleiter. Die 81 geistig behinderten Kinder (Stand 2010) werden in acht Klassen von 22 Lehrern und Lehrerinnen betreut. 24 der Schüler sind schwerst- und mehrfachbehindert.

Die Zukunft der Schule ist noch ungewiss

Nach einer Bauzeit von 13 Monaten eröffnete im Februar 2013 Ulrich Domhöver, der seit 2008 Schulleiter ist, einen neuen Anbau, der aus Platzmangel notwendig geworden war. Auch die Sanitätsräume wurden barrierefrei umgebaut. Insgesamt entstanden zwei zusätzliche Räume mit zusammen 106 Quadratmetern. Ein Zimmer soll als Musik- und Differenzierungsraum genutzt werden – das andere als Aktivitätsraum. Ob die Haldenwangschule erhalten bleibt, ist ungewiss. Mit dem geplanten 9. Schulrechtsänderungsgesetz wird der Inklusions-Gedanke weiter vorangetrieben. Hiervon ist die Haldenwangschule zwar nicht vorrangig betroffen, doch die Eingriffsmöglichkeiten der Stadt werden verringert. Mit Stand von 2016 besuchen 66 Schüler die Haldenwangschule, die offiziell als „Städtische Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung“ firmiert. Im September 2016 feierte diue Schule ihr 40-jähriges Bestehen.

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