Gecksbach

Das breit angelegte Gewässersystem soll bis 2018 wiederhergestellt werden

Gecksbach südlich der Frankenstraße; Foto: Christian Gruber

Gecksbach südlich der Frankenstraße; Foto: Christian Gruber

Der Gecksbach beginnt nördlich des Hofes Große-Kock am Napoleonsweg und ist im oberen Teil normalerweise trocken. Meist führt er Wasser erst ab dem Regenrückhaltebecken. Im weiteren Verlauf ist der Gecksbach mehr ein Graben. Erst südlich der B 58 wird das Ufer naturnah, denn hier beginnt das Bergsenkungsgebiet. Ohne das kleine Pumpwerk an der Frankenstraße wäre in diesem Bereich ein großer See entstanden und die Straße überflutet. Immerhin ist ein interessantes und wertvolles Feuchtbiotop in der Größe von drei Hektar entstanden. Die Senkung bewirkt aber auch, dass der Bach zwischen Frankenstraße und Marler Damm rückwärts fließt. Das Wasser wird durch eine 1998 erstellte Druckrohrleitung entlang der Frankenstraße bis in den Kusenhorstbach gepumpt. Der Name Bach hierfür ist ein Euphemismus: Es handelt sich um den bereits 1961 angelegten Vorfluter des Bergwerks, ist also ein Abwasserkanal, der schnurgerade in einem teilweise sehr tiefen Einschnitt zur Lippe im Bereich Kusenhorst führt. Das Abwasser der Zeche war – wie beim Bergbau üblich – sehr salzhaltig und verschmutzt. Das System Gecksbach/Kusenhorstbach hat eine Länge von 13 Kilometern und entwässert eine Fläche von 38 Quadratkilometern.

Gewässersystem und Vorflut wiederherstellen

Seit über 15 Jahren streben Stadt, Lippeverband und der Bergbau eine Lösung an, wie das Wasser aus dem Gecksbach von Wulfen kommend, über den Heitkampsbach in den Kusenhorstbach in Lippramsdorf und dann in die Lippe bei Haltern abgeleitet werden kann. Schon vor Jahren hatte es Überlegungen gegeben, wie man das Gewässersystem dort richten und die Vorflut wiederherstellen kann. Die damaligen Untersuchungen wurden aber unterbrochen, als die Ruhrkohle AG die Möglichkeit bekam, von Landwirten angrenzende Flächen zu erwerben. Die machen nun eine „große Lösung“ möglich.

Einigungsgespräche seit 15 Jahren – und noch kein Ende

Bislang sind die Gespräche um diese große Lösung nicht zum Abschluss gebracht (Stand Mitte 2016). Der Bergbau ist Verursacher des Problems, ist auch bereit, für eine Problemlösung die Kosten in Höhe von 4,9 Millionen Euro zu übernehmen. Doch bei der Klärung der Detailfragen tun sich die beteiligten Parteien schwer. Die Schwierigkeiten liegen offensichtlich darin, dass die Problemlösung, die der Lippeverband anstrebt, nicht von allen geteilt wird. Die Regulierung der Bachläufe bedeutet einen immensen Eingriff in die Natur. Daher wären bis zu 20 Behörden an der Umsetzung beteiligt. Wegen der konträren Sichtweisen auch bei der Landwirtschaft fanden im Juni 2016 hinter verschlossenen Türen Gespräche zwischen der Unteren Wasserbehörde (Kreis Recklinghausen) und den Beteiligten statt. Sollte das Pumpwerk stillgelegt werden, würde dies das Biotop vergrößern, was der Bergbau befürwortet. Auch die Naturschützer, die zu den Verfahrensbeteiligten gehören, würde dem zustimmen. Die Landwirte sind allerdings dagegen, weil dadurch Nutzfläche „verbraten“ werde.

Pumpwerk fördert jährlich 800.000 cbm Wasser – 40.000 Euro Kosten

Der Anstieg des Wasserspiegels um ungefähr 1,50 Meter soll langsam innerhalb von zwei Jahren erfolgen. Da die Frankenstraße künftig mitten durch das Biotop führen wird, muss sie auf eine Länge von 400 Metern angehoben werden. Das Pumpwerk, das jährlich fast 800.000 Kubikmeter Wasser fördert und dabei 40.000 Euro Betriebskosten verschlingt, wäre nach Ende der Bauarbeiten überflüssig. Der Lippeverband hofft, dass sich alle Beteiligten bis Ende 2016 einigen.


Quelle:
Wulfen-Wiki. – DZ vom 27. Juni 2016

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