Dorsten in Zahlen

Von Altersstrukturen über Flächennutzungen bis Zu- und Abwanderungen

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Dorsten ist nach der Definition des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung eine „große Mittelstadt“. In der Realität und Mentalität der Einwohner ist die Stadt aufgrund der fehlenden Homogenität der Stadtteile allerdings nur eine kleine Stand.


Stadt

Ausdehnung: Die Stadt liegt 51° 40’N, 6° 58’ O; die Höhe beträgt zwischen 27 und 122 m über NN. Dorsten hat eine Fläche von 171,2 qkm mit einer West-Ost-Ausdehnung von maximal 11 km und Nord-Süd-Ausdehnung von 19,5 km.
Flächennutzung: Gesamtfläche 171,2 qkm; 49,5 % landwirtschaftliche Flächen und Gartenland; 26,8 % Wald; 11,6 % Gebäude und Hofflächen; 6,7 % öffentliche Straßen, Wege und Plätze; 3,3 % sonstige Nutzung; 2,1 % Gewässer; 0,2 % Heide, Moor, Abbau- und Brachflächen. Etwa 5 % (8,532 qkm) sind Naturschutzgebiete (Lippeauen 4,2 qkm, Rhader Wiesen 2 qkm).
Partnerstädte: 8 (Ernée, Dormans, Crawley, Newtownabbey, Hod Hasharon, Waslala, Rybnik, Hainichen).
Postleitzahlen: 46282, 46284 (Holsterhausen, Hervest) und 46286 (Wulfen; Rhade, Lembeck).
Stadtrat: In der Legislaturperiode  2009 bis 2014 hat im Rat der Stadt (50 Sitze) die CDU 22 Sitze, die SPD 14, die Grünen 4 Sitze, die FDP 4 Sitze, die UBP 1 Sitz, die Linke und die WIR jeweils 2 Sitze; und es gibt 1 fraktionslosen Sitz. Bei der Kommunalwahl Mitte 2014 wurde der Rat verkleinert. Seither setzt er sich zusammen: CDU 21 Sitze, SPD 15 Sitze, FDP 2 Sitze, Die Linke 2 Sitze, Grüne 3 Sitze und UBP 1 Sitz.
Parkkplätze: 1.600
Zugehörigkeit: Die Stadt gehört zu NRW, zum Regierungsbezirk Münster und Kreis Recklinghausen.


Bevölkerung

Einwohnerzahl Gesamtergebnis: Unter Berücksichtigung der jeweiligen Einwohner- und Kinderzahlen, Kriege, Seuchen hat es im Laufe der Jahrhunderte bis heute statistisch rund eine Millione Dorstener gegeben (siehe Bevölkerungsentwicklung). Derzeit leben in Dorsten 76.520 Menschen (März 2016).
Geburten: 2014 wurden 595 Kinder geboren. In den 1980er- und 90er-Jahren lag die Geburtenzahl fast immer über 1.000.
Sterbefälle: 2014 starben 830 Einwohner.
Haushalte (gemessen an 75.734 Einwohnern): Einzelpersonen-Haushalte 37,7 Prozent; Ausländer-Haushalte 4,8 Prozent; Haushalte mit Kindern 30,1 Prozent; Haushalte mit geringem Einkommen 13,3 Prozent; Haushalte mit hohem Einkommen 18,1 Prozent.
Einwohnerzahlen der Stadtteile mit Ausländeranteilen, Religionen: Die Bevölkerungsdichte liegt bei 445,2 Einwohnern je qkm (Kreis Recklinghausen: 822,6).
Männliche/weiblich: Ende 2011 waren 48,8 Prozent der Bevölkerung männlich und 51,2 Prozent weiblich.
Der Ausländeranteil beträgt im März 2016 in der Stadt 4.198 Nichtdeutsche, d. s. 5,52 Prozent. – Altendorf-Ulfkotte 1.988 Einwohner (Ausländeranteil 76), Altstadt 4.208 (525 Ausländer), Deuten 1.683 (19), Feldmark 7.658 (407), Hardt 7.632 (257), Hervest 12.922 (1.266), Holsterhausen 13.679 (934), Lembeck 5.191 (113), Östrich 2.026 (35), Rhade 5.507 (108), Wulfen (Altwulfen und Barkenberg) 13.722 (995). – 50,4 Prozent der Gesamtbevölkerung sind katholisch, 27,6 Prozent evangelisch und 22 Prozent sonstig; 36,9 Prozent sind ledig, 49,9 Prozent verheiratete, 7,3 Prozent verwitwet und 6,2 Prozent geschieden. Die Bevölkerung ist zu 48,7 Prozent männlich und 51,3 Prozent weiblich.
Einwohnerzahlen der Stadtteile. 2015 standen 476 Sterbefälle 265 Geburten gegenüberr; gab es 2010 noch Stadtteile (Altendorf-Ulfkotte, Östrich), in denen es mehr Geburten als Sterbefälle gab, so überwogen 2015 in allen Stadtteilen die Sterbefälle. – Allerdings sind mehr Menschen nach Dorsten zugezogen (1627) als weggezogen (1.454). So konnte Dorsten Mitte 2015 ein Plus von 173 Bürgern verzeichnen. Durch die Zuweisung von Flüchtlingen wuchs die Einwohnerzal bis Mitte 2016 auf 76.520, was den Trend  zum Einwohnerschwund nicht aufhält.
Die aktuellen Zahlen März 2016 (Einwohner und Ausländeranteil in Klammern):  Rhade 5563 (129), Lembeck 5294 (125), Deuten 1679 (18), Wulfen 13.722 (995), Holsterhausen 13.678 (934), Hervest 12.982 (1266), Östrich 2029 (39), Hardt 7575 (261), Altstadt 4233 (525), Feldmark 7781 (466), Altendorf-Ulfkotte 1988 (74).
Einbürgerungen: Im Jahr 2006: 58; im Jahr 2011: 91 (Eindrittel türkischer Herkunft, gefolgt von Irakern und Marokkanern); 2015: …….
Flüchtlingszuweisung 2015: Insgesamt 658.


Altersstruktur

Altersstruktur der Bevölkerung: Das Durchschnittsalter beträgt in Dorsten 44,6 Jahre (2012). – 0 bis 10 Jahre 9 Prozent, 11 bis 20 Jahre 12 Prozent, 21 bis 40 Jahre 21 Prozent, 41 bis 59 Jahre 31 Prozent, 60 bis 70 Jahre 13 Prozent, 71 Jahre und älter 14 Prozent. – Im Juni 2011 waren in Dorsten 457 Personen über 90 Jahre alt, darunter 370 Frauen und 87 Männer (zum Vergleich: 2007 waren es 406 Personen, darunter 337 Frauen und 69 Männer). 2012 betrug der Anteil der unter 18-Jährigen 16,5 Prozent, der 65- bis 79-Jährigen 15,7 Prozent und der über 80-Jährigen 5,3 Prozent.
Altenheime: 10 Altenwohn- und Pflegeheime mit 738 Plätzen (2014).
Ältester Einwohner/Einwohnerin: Wilhelmine Schulte-Spechtel, Lembeck, 105 Jahre alt, geboren am 23. Oktober 1911.


Finanzen, Arbeit und Einkommen

Einnahmen der Stadt (jeweils pro Einwohner): Steuern 753 Euro; Gewerbesteuer netto 130 Euro; Einkommensteuer 366 Euro; Schlüsselzuweisungen vom Land 431 Euro; Allgemeine Deckungsmittel 1.234 Euro; staatliche Investitionszuweisung 66 Euro; Einnahmen der lfd. Verwaltung 2.183 Euro.
Verschuldung der Stadt (jeweils pro Einwohner, Ende 2013): Fundierte Schulden 329,672 Millionen Euro; Pro-Kopf-Verschuldung: 4.352,45 Euro.
Steuersätze: Grundsteuer A 470 % (ab 2013), Grundsteuer B 825 % (ab 2013 unter Vorbehalt), Gewerbesteuer 600 %; Hundesteuer 72 Euro, bei 2 Hunden je Hund 84 Euro, bei 3 Hunden je Hund 96 Euro.
Erwerbstätigenquote: 51,7 Prozent; Frauenerwerbstätigenquote 43,4 Prozent; Erwerbsquote der 55- bis 64-Jährigen 34,6 Prozent; Beschäftigtenanteil im Dienstleistungssektor 10,3 Prozent (jeweils gemessen an 75.734 Einwohnern).
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte:
Es waren 15.289 Dorstener sozialversicherungspflichtig beschäftigt, davon 8.334 männlich und 6.955 weiblich. In der Land- und Forstwirtschaft: 170, im produzierenden Gewerbe 3.828, im Handel, Verkehr und Gastbetriebe 4.681, sonstige Dienstleistungen 6.610.
Einkommen je Bürger: Mit den jährlich verfügbaren Einkommen je Einwohner in den Städten lag Dorsten mit Stand vom September 2010 mit 20.147 Euro NRW-landesweit an 150. Stelle (von 396 Städten). Unter den zehn Städten des Kreises lag Dorsten an erster Stelle, gefolgt von Haltern (19.669 Euro) und Waltrop (18.558 Euro). Schlusslicht im Kreis ist mit 16.367 Euro Oer-Erkenschwick. Das Einwohner-Einkommen im Land lag im Durchschnitt bei 19.837 Euro. Die Stadt Attendorn (Kreis Olpe) wies mit 48.814 Euro das höchste verfügbare Einkommen in NRW auf. Am untersten Ende der Skala rangiert Kranenburg im Kreis Kleve mit 14.320 Euro Einkommen je Einwohner und Jahr.
Einkommenssicherheit (gemessen an 75.734 Einwohnern): in Dorsten: 49,9 Prozent


Arbeitslosgkeit

2010 waren im Jahresdurchschnitt insgesamt 3.555 Dorstener arbeitslos – 146 (oder vier Prozent) weniger als 2009. Die Quote lag bei 9 % (zuvor 9,3 %). Anfang 2011 hat sie sich 8,8 Prozent verringert (Kreis 11 Prozent). Die Arbeitslosenquote war in Dorsten Anfang 2013 wegen eines Kälteeinbruchs auf 8,4 Prozent gestiegen. Im gesamten Agenturbezirk Recklinghausen betrug die Quote 11,1 Prozent. In Dorsten war sie am Jahreswechsel zu 2013 um 194 auf 3.320 Personen gestiegen. Das waren 117 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Im gesamten Agenturbezirk Recklinghausen waren Anfang 2013 rund 34.870 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zu Dezember waren dies 1.283 Personen (plus 3,8 Prozent) mehr. Mitte 2014 wurden in Dorsten 3.233 arabeitslose Personen gezählt, 62 weniger als im Vorjahresminat. Zum Jahresbeginn 2014 waren es nur 2.968, d. s. 197 weniger als fünf Monate später. Im September 2014 hatten sich 599 Dorstener arbeitslos gemeldet. Dem gegenüber standen 691 Personen, die eine neue Beschäftigung erhalten haben. Der Dezember 2015 wies ein Jahrestief des ganzen Jahres auf. Im Agenturbezirk Dorsten ist die  Arbeitslosigkeit um 64 auf 3070 zurückgegangen und sank somit um 0,1 Punkte auf 7,9 Prozent. Im Jahr zuvor betrug sie noch 8,3 Prozent. Bei der Agentur für Arbeit Dorsten (SGB III) waren im Dezember 701 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, 2369 Personen waren beim Jobcenter Dorsten (SGB II) gemeldet, d. s. 63 weniger als im letzten Jahr (- 2,6 Prozent). Im April 2016 sank die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Dorsten um 0,1 auf 8 Prozent (3138 Personen). Bei der Agentur für Arbeit waren im April 675 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, 46 weniger als im März). 2465 Kunden waren beim Jobcenter gemeldet, zwei weniger als im März 2016.
Ende Dezember 2016 waren im Kreis Recklinghausen 32.549 Personen arbeitslos gemeldet, 26 mehr als im November. Die Arbeitslosenquote blieb mit 10,2 Prozent konstant. Ende des Jahres standen im Arbeitsagentur-Bezirk noch 3010 offene Stellen zur Besetzung an. Besonders gefragt sind Fachkräfte aus dem Handwerk, der Gastronomie, dem Gesundheits- und Pflegebereich, Berufskraftfahrer und Verkäufer.

Arbeitslosenstatistik Mitte 2017 – Quote stieg auf 8,1 Prozent

Die Zahl der Arbeitslosen in Dorsten ist im Juli 2017 um 64 Personen auf 3193 gestiegen. Die Arbeitslosenquote lag bei 8,1 Prozent. Dabei meldeten sich 594 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 69 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 532 Personen ihre Arbeitslosigkeit (– 6). Seit Jahresbeginn 2017 gab es insgesamt 4027 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 150 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 3989 Abmeldungen von Arbeitslosen (– 64). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Juli um 16 Stellen auf 594 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 162 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Juli 164 neue Arbeitsstellen, 14 mehr als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 1089 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 128. Auffällig ist, dass die Zahl der arbeitslos gemeldeten Ausländer nicht nur in Dorsten, sondern auch kreisweit zunimmt: plus 12,7 Prozent meldet die Bundesagentur für den Kreis Recklinghausen, für Dorsten sind es 595, im Vorjahresmonat waren es 450, das macht einen Anteil von 18,6 Prozent aus. Eine große Gruppe bilden auch die Langzeitarbeitlosen: Mit 48,1 Prozent führen sie die Statistik in Dorsten an. 33,3 Prozent der arbeitslosen Dorstener sind älter als 50 Jahre, 10,5 Prozent dagegen zwischen 15 und unter 25 Jahren jung.


Handel und Wirtschaft

Gewerbegebiete: 15 Gewerbegebiete, 1 Interkommunaler Industriepark, 38 Gewerbeflächen für Neuansiedlungen.
Betriebe: 28 Hersteller-Betriebe mit 1.482 Beschäftigen machen einen Umsatz von 419.670 Euro (Stand 2011).
Gewerbeanmeldungen Ende 2011: 694; Gewerbeabmeldungen 554
Beherbergungen: Es gibt 21 Beherbergungsbetriebe (Größe ab 9 Betten) mit 580  Betten und 58 Camping-Stellplätze.


Freizeit und Sonstiges

Sport: 106 Sportvereine, 24 Sporthallen, 20 Sportplätze, 3 Schwimmsportanlagen, 12 Tennisanlagen, 3 Reithallen, 1 Eissportanlage, 1 Segelfluganlage.
Hunde: 5.336 registrierte Hunde (Mitte 2012) machen jährlich Häufchen in einem Gewicht von 550 Tonnen.
Geschwindigkeitsübertretungen (2011): 8.619 (Ordnungsamt)
Knöllchen 2011: 12.738 Verwarnungen für verkehrswidriges Parken (Ordnungsamt); 8.619 Geschwindigkeitsübertretungen; Einnahmen Falschparker: 217.125 Euro, Raser 137.500 Euro.


Schule und Bildung

Kindergärten: 39 Kindergärten mit 2.257 Plätzen (2011).
Kinder-Tagespflege (gemessen an 75.734 Einwohnern): Unter 3-Jährige 3,4 Prozent, 3- bis 5-Jährige 1,3 Prozent, 6- bis 10-Jährige 1,1 Prozent.
Schulen: 15 Grundschulen, 4 Hauptschulen, 3 Realschulen, 2 Gymnasien, 1 Gesamtschule, 4 Sonderschulen, 1 Berufskolleg und die Außenstelle des Abendgymnasiums Gelsenkirchen.
Schüler: Insgesamt 9,762; Grundschüler 2.977 (6,4 % Ausländeranteil), Hauptschüler 999 (12,6 % Ausländer), Realschüler 1.378 (4,9 % Ausländer), Gymnasiasten 2.547 (1,2 % Ausländer), Gesamtschüler 1.179 (4,4 % Ausländer), Förderschüler 664 (13,9 % Ausländer). – Stand 2009.
Lehrer/innen: Gesamt 696; Grundschule 178, Hauptschule 86, Realschule 79, Gymnasium 151, Gesamtschule 96, Förderschulen 106. (Stand 2009).
VHS-Kurse (2011): 629 (rückläufig).
Stadtbibliothek (2011): 445.512 Ausleihen, 5.855 Nutzer (leicht rückläufig).


Soziales

Schwerbehinderte waren 2011 5.924 Personen, darunter 2.804 weibliche und 3.120 männliche Personen); Blinde und Sehbehinderte 476, Sprachgestörte und Taube 271, Querschnittgelähmte, Suchtkranke und geistig-seelisch Behinderte 982 (davon 493 männlich und 483 weiblich).
Armut (ausgehend von 75.734 Einwohnern): Kinderarmut 17,3 Prozent; Jugendarmut 12,7 Prozent, Altersarmut 3,5 Prozent; Hartz IV-Bezieher (Grundsicherung, SGB III) 697 Personen; SGB II: 2.462 Personen.


Medizinische Versorgung

Krankenhaus St. Elisabeth mit 311 Betten.


Quellen:
Zahlenspiegel 2011, Stadtverwaltung Dorsten. – WAZ vom 8. Juni 2011. – Informations und Technik NRW, Geschäftsbereich Statistik. – Bundesagentur für Arbeit (Stand 17. Juli 2012). – Bertelsmann-Studie 2012.

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