Demografie-Forum

Neugründung malte ein düsteres Bild von der Zukunft Dorstens

d-demografie-dg

Um den dramatischen Demografiewandel und dessen düstere Auswirkungen für die Bewohner der Stadt Dorsten darzustellen und sie einzustimmen, hat die Verwaltung 2011 einen Arbeitskreis mit Vertretern aus verschiedenen Stadtämtern mit der Aufgabe gegründet, ein bürgeroffenes Demografie-Forum einzurichten. Im November 2012 hat der städtische Arbeitskreis erstmals zum „Demografie-Forum“ eingeladen, zu dem rund 150 Bürger und Bürgerinnen kamen. Der Wissenschaftler Dr. Winfried Kösters, der über Demografie ein Buch geschrieben hat, gab einen Überblick über das, was Bevölkerungsschwund bedeutet. Dazu nahm er die Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung zu Grundlage, um die Bevölkerungszukunft von Dorsten zu erläutern. Schon heute seien in Deutschland 21 Prozent der Menschen älter als 65 Jahre, aber nur 19 Prozent jünger als 20. „Dies hat es in der Geschichte der Menschheit noch nie gegeben.“ Vertreter des einladenden städtischen Arbeitskreises, Petra Kuschnerenko und der im Ruhestand befindliche Stadtbaurat Frank Gläßner machten an Hand der Bertelsmann-Zahlen die Dimension des Demografiewandels deutlich. 2015 werden 6.000 Menschen weniger in Dorsten leben und hochgerechnet auf 2040 werden es so viele Menschen sein, wie in Hervest-Dorsten wohnen, nämlich rund 13.000. Das hat Einfluss auf alle Lebensbereiche der Familien und der Stadtgesellschaft wie Schulen, Kaufkraft, Pflegepersonal u. v. m. Anfang 2013 soll sich das gegründete Demografie-Forum  darauf konzentrieren, „was die Verwaltung wirklich beeinflussen kann“, um den Wandel erträglicher zu machen.

Bürgerschaftliche Beteiligung am Demokrafie-Forum

An dem Demografie-Workshop, zu dem die Stadt Ende 2012 eingeladen hatte, waren rund 50 Bürgerinnen und Bürger erschienen, die mit Ideen den Folgen des demografischen Wandels  in der Stadt Rechnung tragen und Impulse zu einer altengerechten Stadtentwicklung geben wollen. Die Ergebnisse wurden danach von den Angestellten der Stadtverwaltung ausgearbeitet und sollen konkret umgesetzt werden. Diese bürgerschaftliche Beteiligung wird wissenschaftlich von Dr. Kösters begleitet. Bereits 2014 sollen die ersten Ergebnisse greifen. Bei einem der ersten Treffen mit Dr. Winfried Kösters, der den Workshop des von der Stadt initiierten Demokratie-Forums leitete, haben die Teilnehmer aus der Dorstener Bürgerschaft die Leitziele für die Arbeit von Politik und Verwaltung festgelegt, wie die Stadt im Jahre 2030 demografisch aussehen werde. Die Leitziele sind Arbeitsgrundlage für das Forum. Die erarbeiteten theoretischen Erkenntnisse der Gruppe sind:

1) Dorsten wird bis 2030 zu einem grundsätzlich generationen-übergreifenden Lebens- und Arbeitsraum. 2) Bis dahin wird sich ein von Solidarität und Miteinander geprägtes Miteinander der Generationen und Kulturen etabliert haben. 3) Teilhabe aller Menschen unabhängig von sozialer, ethnisch-kultureller, religiöser Herkunft und von ihren individuellen Fähigkeiten, Geschlecht und Alter wird gewährleistet in den Entscheidungs- und Gestaltungsprozessen der Stadt. Selbsthilfe-Potenziale werden optimal genutzt, Inklusion wird in Dorsten gelebt. 4) Ein Klima wird geschaffen, in dem sich jeder Bürger gern sinnstiftend freiwillig engagiert. Das Engagement wird strukturell gefördert, anerkannt und qualifizierend unterstützt. 5) Lernen entlang der biografischen Lebenslinie ist für alle Generationen und Kulturen möglich. 6) Die Stadt setzt demografische Fakten in der Siedlungsgestaltung um. Dorsten kennzeichnet ein generationenübergreifend ansprechendes Stadtprofil, das Nahversorgung und mobile Erreichbarkeit für alle Generationen als Gestaltungskriterium verfolgt. Die technische Infrastruktur wird angepasst, Barrierefreiheit ist als öffentliches Qualitätsmerkmal erreicht. 7) Dorsten verfügt über ausreichenden, bezahlbaren altersgerechten Wohnraum. Es gelingt, ältere Menschen in ihren sozialen Bezugssystemen zu belassen, weil innovative Wohnformen gefördert werden. 8) Jeder verfügt über einen bedarfs- und altersgerechten Arbeitsplatz, der seinen Fähigkeiten entspricht und von dessen Lohn er leben kann. Dabei stehen Familie, Pflege und Beruf im Einklang.

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someone

Dieser Beitrag wurde am veröffentlicht.
Abgelegt unter: , Stadtentwicklung