Stadtstrand 46

Dorstens erstes „Sommermärchen 2016“ in den Sand gesetzt

Dorstens Stadtstrand 46 - Des "Sommermärchens" Anfang; Foto: Wolf Stegemann

Dorstens Stadtstrand 46 – Das „Sommermärchens“ im Juni 2016; Foto (2): Wolf Stegemann

Die „Dorstener Zeitung“ sah in der Sandaufschüttung auf dem Platz der Deutschen Einheit zwischen evangelischer Kirche und Supermarkt „toom“, bei ständigem Vorbeibrummen der Vestischen Busse und lautes Brummen der Kühlung zu Beginn der großen Sandkasten-Aktion eine „perfekte Atmosphäre für das Sommermärchen 2016“. Das „Märchen“ hieß „Stadtstrand 46“, Die Zahl sind die ersten Ziffern der Postleitzahl. Vom 11. Juni bis 7. August 2016 hatte die Dorstener Firma Interevent Thomas Hein, u. a. bekannt durch die Organisation des sommerlichen Altstadtfestes und der weihnachtlichen Eislaufbahn am Marktplatz, den gepflasterten Platz mit 160 Tonnen Sand 14 Zentimeter hoch bedeckt und mit Sitzgelegenheiten möbliert. Auf Stühlen, Bänken zwischen hingestelltem Grünzeug in Kübeln, Trink- und Essbuden, bei Disco-Musik, mit Bier und Schnaps sowie Cocktails konnten sich Dorstener zu festgelegten Uhrzeiten zwischen 11 und 22 Uhr in Urlaubsstimmung versetzen und sich „entspannen“, wie es in der Werbung hieß. Allerdings durften sie sich nicht an mitgebrachten Getränken und Essen laben, sondern mussten es dort kaufen. Dafür konnten sie umsonst ihre Füße in den aufgeschütteten Sand stellen, denn der Eintritt war frei.

Auf dem Unterhaltungsprogramm mit 19 Veranstaltungen, standen die Übertragung der EM-Fußballspiele auf einer 24 Quadratmeter großen Leinwand, Public-Viewing-Übertragungen während der Fußball-EM, ein FIFA-16-Playstationturnierein, Beachvolleyballturnier, eine Weinprobe, Konzerte usw. Bei den Übertragungen zur Fußball-Weltmeisterschaft standen laut Angaben des Veranstalters bis zu 1.000 Zuschauer im Sand am Strand. Auch die insgesamt 20.000 gezählten Besucher konnten nicht verhindern, dass der Projekt auch finanziell in den Sand gesetzt wurde. Die Bilanz am Ende des „Stadtstrands 46“ am 7. August war auch für den Veranstalter kein Sommermärchen, sondern ein  „finanzielles Desaster“. Die böse Sonne sei schuldig, die in den Stadtstrandwochen nicht so scheinen wollte, wie es sich der Veranstalter vorstellte.

Dazu die Zeitung: Die Veranstalter „hatten alles getan, um den Dorstenern einen besonderen Treffpunkt mit Urlaubs-Flair zu schaffen. Und dann dieses Pech mit dem Wetter.“ Am Ende fegten die Mitarbeiter des Veranstalters mit dem Sand auch die zerplatzten Tröume von gutem Gewinn vom Platz. Etliche Redensarten befassen sind mit Sand, meist mit negativer Deutung: Wer „auf Sand baut“ ist zum Scheitern verurteilt und wenn jemand „etwas in den Sand setzt“, dann bedeutet das Misserfolg.

Ende des "Sommermärchens" am Platz der Deutschen Einheit Anfang August

Ende des „Sommermärchens“ am Platz der Deutschen Einheit Anfang August

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