Elektro-Fahrzeuge

In Dorsten die Anzahl der E-Pkw in einem Jahr um 155 auf 247 gestiegen

 

In Deutschland sind im vergangenen Jahr deutlich mehr Elektroautos auf die Straßen gekommen als im Vorjahr. Fast 400.000 rein elektrische Autos und Plug-in-Hybride wurden 2020 neu zugelassen. 2019 waren es nur rund 100.000. Die Bundesregierung setzt im Kampf gegen den Klimawandel auf Elektroautos. Bund und Hersteller bezuschussen den Kauf mit bis zu 9.000 Euro netto, bei Plug-in-Hybriden sind es bis zu 6.750 Euro. Auch in Dorsten geht der Trend hin zu mehr Elektromobilität. Während im Januar 2020 noch 92 Fahrzeuge mit Elektro-Antrieb in Dorsten zugelassen waren, sind es im Januar 2021 schon 247 Fahrzeuge, eine Steigerung um 168 Prozent. Damit liegt Dorsten knapp über dem Kreisdurchschnitt, im ganzen Kreis Recklinghausen hat die Zahl der zugelassenen E-Autos um 159 Prozent zugenommen (1820 im Vergleich zu 703). Noch sind die Elektrofahrzeuge aber trotz ihrer weiteren Verbreitung im Vergleich zu anderen Antriebsformen deutlich unterrepräsentiert. In Dorsten beträgt ihr Anteil an den insgesamt zugelassenen Kraftfahrzeugen 0,4 Prozent. Jedes 250. zugelassene Fahrzeug fährt somit elektrisch. Im Kreis Recklinghausen ist Haltern mit einem Anteil von 0,56 Prozent führend.

Zahl der Elektro-Fahrzeuge stieg auch im Kreis 

Der E-Automarkt boomt – und das nicht nur bundesweit, sondern auch im Kreis Recklinghausen, auch wenn die regionalen Zahlen denen im gesamten Land etwas hinterherhinken. Im Kreis wurden 2020 knapp 100.000 neu zugelassen. Davon waren 10.557 mit Elektroantrieb. Insgesamt wurden etwa 460.000 (also auch Gebrauchte) Fahrzeuge zugelassen, davon 1757 E-Autos. Ein Blick über die regionalen Grenzen hinaus unterstreicht diesen Trend. Fahrzeuge mit Hybridantrieb (insgesamt waren es 527.864 Neuzulassungen/ +120,6 Prozent) kommen in Deutschland auf einen Anteil von 18,1 Prozent: Plug-in-Hybride (200.469/ +342,1 Prozent) und reine Elektro-Autos (194.163/ +206,8 Prozent). Doch dann hinkte die Zahl der E-Fahrzeuge im Kreis der Zahl in anderen Landkreise hinterher.

Zwei Jahre später vrgleichsweise wenige E-Autos im Kreis

Umweltfreundliche Mobilität gewinnt immer mehr an Bedeutung – sei es aufgrund des Klimawandels oder angesichts steigender Energiepreise. Doch beim Thema E-Autos hinkt der Kreis Recklinghausen hinterher: 4245 E-Autos sind kreisweit gemeldet – das entspricht 1,2 Prozent von insgesamt 360.112 zugelassenen Pkw, wie der Kreis mitteilt (Stand: April 2022). Mit dieser Quote schneidet die Region vergleichsweise schlecht ab: Landesweit liegt der Anteil der E-Autos an allen Pkw bei 2,5, bundesweit bei 2,4 Prozent.
Der Kreis Recklinghausen ist ländlich, hat viel Fläche und dadurch längere Fahrstrecken, so der Geschäftsführer der Vestischen Innung des Kfz-Gewerbes Recklinghausen und Gelsenkirchen gegenüber der Dorstener Zeitung.  Zudem hätten viele Menschen das Bedürfnis, 500 Kilometer am Stück fahren zu können – wenn sie es möchten. Als Gründe für die E-Auto-Zurückhaltung im Kreis Recklinghausen nennt der Experte neben der Reichweite auch die Infrastruktur für E-Autos im Kreis. Tatsächlich sind hier die öffentlich zugänglichen Lademöglichkeiten vergleichsweise ungünstig: Die staatliche Förderbank KfW stellte jetzt fest, dass in Nordrhein-Westfalen gut 27 Elektroautos auf einen öffentlich zugänglichen Ladepunkt kommen. Grundlage der Berechnung war dabei eine – nicht vollständige – Ladepunkt-Liste der Bundesnetzagentur. Bei der Auswertung dieser Tabelle für den Kreis Recklinghausen kommt ein Ladepunkt auf knapp 40 E-Autos. Doch der Experte kritisiert nicht nur die Zahl der Ladepunkte, auch das Bezahlsystem, das zu verbessern sei (Quelle: Thomas Schönert in DZ vom 20. Mai 2022).

Siehe auch: Elektro-Tankstellen

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someone