Sportwesen (Essay)

Über Jahrzehnte hinweg klangvolle Namen und Rekorde

Der älteste Turnverein in Westfalen wurde 1810 in Dorsten gegründet und schon 1830 berichten Dokumente von einem „Platz für gymnastische Übungen“ am Franziskaner-Bungert (Garten im Judenbusch). 1893 gründeten junge Männer den Männerturnverein zu Dorsten. Gesellschaftsfähig wurde allerdings der Sport erst um 1900, als in Deutschland der Neo-Germanismus Blüten trieb. So stand das Germanentum auch bei der Gründung neuer Sportvereine Pate. Berühmte Dorstener Vereine dieser Zeit waren der Radfahrverein Germania (1898), der Sportverein Preußen (1912), der Dorstener Tennisclub (1912). Daneben begann ein Vereinsleben für Pferderennsportler (1906 bis 1933), Ruderer, Turner (1909) und Fußballer (1909). Als Turnhalle dienten ab 1876 Timmermanns Scheune und als Platz seit 1909 das heutige Jahnstadion. Hinzu kam 1905 das Bootshaus des Gymnasium Petrinum. Pferderennen und Rudern waren der Paradesport der damaligen Dorstener Gesellschaft.

Siegerfoto BVH-Holsterhausen

Siegerfoto BVH-Holsterhausen (Jahr hier nicht bekannt, vermutlich in den 1920er-Jahren)

Viele Sportplätze entstanden in den 1920er- und 30er-Jahren

1906 fand ein großes Pferderennen in den Lippe-Auen als eine Art Pilotveranstaltung statt. Daraufhin wurde der Rennverein gegründet und etwas später bildete der Katholische Gesellenverein einen Fußballclub. Die 1919 gegründete Sportvereinigung Dorsten setzte die Tradition der alten Vereine auf breiter Ebene fort. Fußball wurde zum Breitensport. Dazu kamen Leichtathletik und Schwimmen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Sport auch in Dorsten zur Massenbewegung und es entstanden die Sportplätze an der Hafenstraße (1919), in Hervest-Dorsten (1926 und 1930), in Holsterhausen (1930), ein Tennisplatz an der Goethestraße (1933) und ein Schießstand in Wulfen (1933) als Basis eines regen Vereinslebens. Es entstanden u. a. bis heute zum Teil bekannten Vereine: Tennisklub Dorsten (1912), Tennisverein „Grün-Weiß“, SuS Hervest-Dorsten (1919), BVH (1919), Blau-Weiß Wulfen und SV Lembeck (1921), Reiterverein (1924), Radsportverein „Pfeil“ (1926), „Boxsport 1926“, „Dorstener Faustkämpfer 1927“ (Westfalenmeister 1934), Kanuclub Dorsten (1929), VfL Rot-Weiß Dorsten (1932, entstanden aus den Zusammenschluss der Sportvereinigung Dorsten und dem Sportverein Hardt). Einer der bekanntesten und heute ziemlich vergessenen Mehrfach-Sportler war Alfred Kistowski aus Holsterhausen, der in den 1920er-Jahren viele Urkunden und Pokale holte. 1924 fand erstmals die „Vestische Industriestaffel“ (Städtewettkampf) statt, die nach 40 Jahren wieder eingeschlafen ist. Städtische Sportfeste waren zugleich auch immer Vaterlandsfeste.

Gleichschaltung der Sportvereine im Nationalsozialismus

Reichssportfest 1933 in Dorsten mit Lehrern, Pfarrern und NSDAP-Funktionären auf dem Bild

Reichssportfest 1933 in Dorsten

1933 schalteten die Nazis auch den Dorstener Sport gleich und zwei Jahre später veranstaltete die Ortsgruppe Dorsten des „Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen“ das Stadtsportfest. Bronzeplaketten von Hitler und Hindenburg waren die wertvollsten Preise. Nach dem Krieg bildete sich der VfL Rot-Weiß Dorsten 1946 als erster Sportverein neu. 1950 entstand der Amtsverband für Leibesübungen, in dem Ende der 1950er-Jahre 35 Vereine mit 3.000 Mitgliedern vereinigt waren (seit 1975 Stadtsportbund), als Dachorganisation des Dorstener Sports. Die Zahl von Sportvereinen, Mitgliedern und Sportarten stieg konstant. 1951 wurde Günter Sladky Vizeeuropameister im Mittelgewicht des Amateurboxens. 1968 vergab die Stadt auf der Trabrennbahn Hillerheide in Recklinghausen den „Preis der Stadt Dorsten“.

Olympisches Gold bei den Sommerspielen 1960 in Rom

Früh übt sich! Tischtennis am Henkelbrey; Foto: Wulfen-Wiki

Früh übt sich! Tischtennis in Wulfen; Foto: Chr.  Gruber

Bei den Olympischen Sommerspielen 1960 in Rom holte der später in Dorsten wohnende Klaus Zerta, gerade 13 Jahre alt, als Steuermann im Ruder-Zweier olympisches Gold wie der gebürtige Dorstener Klaus Riekemann (damals 20 Jahre) als Ruderer im Vierer-mit-Steuermann auch (siehe Zerta, siehe Riekemann). Bei den Olympischen Spielen in Barcelona 1992 gewann Thorsten Streppelhoff (RVD) im Deutschland-Achter die Bronzemedaille und 1996 in Atlanta die Silbermedaille. Bei der Behinderten-Olympiade 1964 gewann der Wulfener in Tokio Silber über 50m Freistil Silber und Bronze im Tischtennis-Doppel. 1976 in Toronto trug der Dorstener Heinz Simon bei der Eröffnungsfeier für die deutsche Nationalmannschaft die Fahne und holte Gold im Tischtennis-Einzel und Silber in der Mannschaftswertung. 1980 bekam Simon bei der Versehrten-Olympiade in Arnheim/NL Gold. Mit Peter Hullerum holte er bei den Olympischen Spielen 1984 für Behinderte 2 Gold, 1 Silber und 1 Bronzemedaille. Heinz Simon starb im Mai 2014 im Alter von 84 Jahren nach langer Krankheit.

Tanzsport

Der Tanzsport ist in Dorsten sehr erfolgreich

Rekorde … Rekorde … Rekorde … Rekorde

Rekorde holten die BVH-Basketballdamen, ein Sport, der sich auch aus dem Schulsport entwickelt hat. 1964 stieg die erste Fußballmannschaft des BVH Dorsten in die Verbandsliga auf. In 22 Spielen blieb die Elf in der Landesliga ungeschlagen. Trainer Franz Winkler und Vorsitzender Willi Salamon stellten die entscheidenden Weichen für den Aufstieg in die höchste deutsche Amateurklasse. Vorbereitet von Hans Effing 1965, holten sich die Jugendturner des VfL Rot-Weiß Dorsten die deutschen Meistertitel im Einzel, in der Mannschaft und in der Länderwertung. Erich Sures und Bernd Effing – Effing stand im Olympia-Team 1972 und im Aufgebot für Montreal – trugen als Meister und Vizemeister neben Günter Brockmann, Manfred Wrobel und Frank Witmer zu dem Erfolg bei. 1969 hielt Trainer Engelbert Sanders zum ersten Mal im BVH ein Basketballtraining für Mädchen ab, 1976 stieg die Damenmannschaft in die Bundesliga auf. Zwei westdeutsche Vizemeisterschaften und ein sechster Platz bei den Deutschen Meisterschaften fielen für die Mädchen um Nationalspielerin Annette Berndt ab.
1955 errang der Dorstener Faustkämpfer Paul Stratmann in Koblenz den deutschen Meistertitel im Weltergewicht. Hugo Seemann und Hartwig wurden 1966 Westfalenmeister im Boxen und 1994 holte Angela von Hall im Poolbillard den Deutschen Vizemeistertitel. Frank Gläßner wurde 1982 Westfalenmeister im Florettfechten. Michael Längler errang 1983 den Titel des Westdeutschen Hallenmeisters über 1500 m in 3:50,36 Min., Radrennfahrer Frank Nordmann aus Wulfen stieg 1984 im Rundstreckenrennen in die zweithöchste Amateurklasse (B-Klasse) auf.

Medaillen und Titel bei Weltmeisterschaften

Jason Osborn (r.), Sportler des Jahres; mit SSV-Chef Winkler und DZ-Sportredakteur Andres Leistner (M.); Fotzo: Lücke

Jason Osborn (r.), Sportler des Jahres; Foto: Lücke

1983 wurde der Junior-Achter des Rudervereins bei der Landesmeisterschaft auf dem Aa-See in Münster Landesmeister. 1987 bekam Bärbel Dierichs vom Ruderverein bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Köln die Bronzemedaille im bundesdeutschen Ruder-Achter. Thorsten Streppelhoff holte 1990 in München bei den Deutschen Rudermeisterschaften den Doppeltitel beim Vierer mit Steuermann und beim Achter den Meistertitel und bei der Ruderweltmeisterschaft in Australien holten Wolfgang Klapheck und Dirk Balster im Vierer-Steuermann und im Achter die Weltmeistertitel. Bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin 2006 belegte der Ex-Weltmeister Dirk Balster, geboren 1966, im Vierer ohne Steuermann einen  zweiten Platz. Zusammen mit seinen Ruderpartnern Frank Richter, Max Schramm und Bastian Betthäuser startete der Dorstener für den Ruder-Club Favorite Hamburg. Mit drei Meisterschaftstiteln kehrten die Ruderer (Ruderverein Dorsten) Jason Osborne und Timo Piontek Mitte 2010 von den Deutschen Jugendmeisterschaften vom Baldeneysee in Essen zurück. Osborne gewann zwei Titel im Einerfinale der Leichtgewichts-Junioren B und im Leichtgewicht-Doppelvierer, Piontek im Doppelzweier der Junioren A. Lukas Müller hatte bei den Ruderweltmeisterschaften der Junioren im englischen Eton im August 2011 die Goldmedaille gewonnen. Nach exakt sechs Minuten, vier Sekunden und 49 Hundertstel Sekunden hatte der Dorstener die Meisterschaft geholt. Seit der Aera von Thorsten Streppelhoff (1987) kam der Ruderverein Dorsten bei den Junioren nie mehr zu solch einem Erfolg.

Im Judo-Bundesliga-Finale in Mönchengladbach belegte die Dorstenerin Lena Wilkes mit Bottrop im November 2015 Platz 5. Eine Tag später tar sie bei den Westdeutschen Meisterschaften in Bochum an und verließ die Matte nach vielen Kämpfen als Westdeutsche Meisterin der Frauen.

Im Teakwando wurde 1991 der Wulfener Dirk Niewiadowski Deutscher Junioren-Meister. Im selben Jahr holten in Duisburg Dirk Balster, Thorsten Streppelhoff und Wolfgang Klapheck den Deutschen Meistertitel im Rudern und in Wien den Weltmeistertitel im Ruder-Achter. Bei den Olympischen Spielen in Barcelona 1992 gewann Thorsten Streppelhoff (RVD) im Deutschland-Achter die Bronzemedaille und 1996 in Atlanta die Silbermedaille.

Die aktuelle Deutsche Jahresbestenliste 2005 weist 14 Athleten der LG Dorsten auf. Bei den Erwachsenen sind Thorben Dietz, Christina Honsel und U20-Staffel über 3 x 1000 m gelistet. Zu den Top-20 der U20 zählen Christina Honsel, Marvin Hebenbrock, Jannek Kohle, Julius Scherr, Marvin Weiss und die 3 x 1000 m-Staffel.

Boxen in der Öffentlichkeit

Boxen in der Öffentlichkeit

Tanzen, Boxen, Schützen, Reiten, Rudern, Sqash, Schwimmen

Die Jazz- und Modern Dance-Formation des TSZ Royal Wulfen, die seit 1994 in der 1. Bundesliga startet, wurde Deutscher Meister. 1997 verteidigte Dirk Kuhn in Braunschweig den Deutschen Freistil-Meistertitel in 50 und 100 m und Rolf Große-Geldermann wurde in München Vizemeister der Deutschen Schützen-Meisterschaft der Seniorenklasse. Die Latein-Formation des TTH Dorsten, Bundesligist seit 1989, erreichte mit dem 4. Platz bei den Deutschen Meisterschaften ihren bisher größten Erfolg. Mitte 2000 holte Berthe Alt bei der deutschen Jugendmeisterschaft der „Ersten Westernreiter Union“ in Steinhagen Gold und Bronze. Angelika Erdmann kehrte 2002 mit drei Weltmeistertiteln im Rollstuhl-Badminton aus Cordoba (Spanien) zurück; Andrea Gastrop-Baldau wurde Vizeweltmeisterin. 2004 wurde Tim Bonfiglio in Oberhausen Europameister im Thai-Boxen. 2008 wurde in Dorsten die Box-Europameisterin Pia Mazelanik zur Sportlerin des Jahres gekürt.

..... Melzanek 2009

Oia Melzanek, 2009 Sportlerin des Jahres

2009 wurde Christoph Kläsener vom ZRFV Dorsten in den Bundeskader der Pony-Springreiter berufen und die erste Mannschaft des Dorstener Tennis-Clubs stieg in die Westfalen-Liga auf. Beim Schwimmen holte sich die Dorstenerin Jeanette Dietrich bei den Deutschen Meisterschaften 2009 in Berlin zwei Die Medaillen und bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Frankreich hatte sich Timo Piontek im Doppelzweier zur Goldmedaille gerudert. Bei den 33. NRW Squash-Jugendeinzelmeisterschaften in Köln wurden im März 2011 die Dorsternerinnen Nele Hatschek in der Altersklasse Mädchen U15 und Annika Tiemann (U19) neue NRW-Einzelmeister. Vizemeister wurden Laura Tiemann (U17) und Nele Hatschek (U19). Im April 2011 holte die 14-jährige Nele Hatschek bei den 33. Deutschen Squash-Jugendeinzelmeisterschaften in Germering bei München den deutschen Meistertitel. Es ist ihr zweiter deutscher Einzelmeistertitel. Bundestrainer Oliver Pettke berief Nele zudem in die Nationalmannschaft für die U15-Europameisterschaften im Mai dieses Jahres. Michael Heßling vom SV Delphin Dorsten hat sich im Juli 2014 für im Triatlon für die Weltmeisterschaft qualifiziert, die im Oktober 2014 in Hawai stattfindet.

Pauline Hirt ist Deutsche Jugendmeisterin 2017

Pauline Hirt, Tennisspielerin des TC Deuten, wurde im November 2017 Sportlerin des Monats. Bei den nationalen Jugendmeisterschaften in Essen spielte die 15-Jährige ein starkes Turnier und sicherte sich mit Partnerin Anna-Elisa Zorn vom TuS Ickern den Doppeltitel „Deutsche Jugendmeisterin“ in der Altersklasse U16. Dabei saß der Frust bei der 15-Jährigen nach der Einzelkonkurrenz noch tief: Gegen Deutschlands Nummer eins, Chantal Sauvant, konnte sie in der ersten Runde den Matchball nicht nutzen und musste sich in drei Sätzen geschlagen geben. Dafür lief es im Doppel umso besser. Im Match-Tie-Break setzte sich Hirt zusammen mit Zorn gegen Anja Wildgruber und Mira Stegmann durch (DZ).

Versehrtensport: Heinz Simon und Angelika Erdmann

Versehrtensportler Simon (mit Sportamtsleiter Brand und BM Hans Lampen v. l.)

Versehrtensportler Simon mit BM Lampen (r.)

1959 wurde der Verein der Versehrtensportler gegründet. Herausragender Sportler war der frühere Bergmann Heinz Simon, der mehr als 20 Weltmeistertitel bekam. Nach einem Grubenunglück 1975 war er an den Rollstuhl gefesselt. Seit 1963 war er nicht nur im Tischtennis führend, er gehörte auch im Fünf-Kampf, Schwimmen, Bogenschießen und Basketball zur Weltspitze. 1971 errang er den Wanderpokal im Sitzballspiel zum zweiten Mal. Bei der Behindertenolympiade 1964 gewann  der Wulfener Heinz Simon in Tokio Silber über 50m Freistil Silber und Bronze im Tischtennis-Doppel. 1976 trug er bei der Eröffnungsfeier in Toronto für die deutsche Nationalmannschaft die Fahne und holte Gold im Tischtennis-Einzel und Silber in der Mannschaftswertung. 1977 wurde er Deutscher Meister im Tischtennis und auf der 27. Versehrten-Weltmeisterschaft in Aylesbury/GB errangen Simon (und Frank Korsetz) vier Medaillen im Tischtennis. 1979 wurde Heinz Simon in Stoke-Manderville/GB Weltmeister im Tischtennis-Einzel und errang die Goldmedaille. Im gleichen Jahr holte der Rollstuhlfahrer den Deutschen Meistertitel im Tischtennis zum dritten Mal. 1980 bekam Simon bei der Versehrten-Olympiade in Arnheim/NL Gold und wurde zusammen mit Annette Bernd Sportler des Jahres in Dorsten. 1984 holten er und Peter Hullerum bei den Olympischen Spielen für Behinderte 2 Gold, 1 Silber und 1 Bronzemedaille. Der Prinz Charles of Wales ehrte den Wulfener Heinz Simon als den erfolgreichsten Allround-Sportler im Versehrtensport der vergangenen 20 Jahre. Er beendete 1986 seine Karriere mit der Teilnahme an der Versehrten-Olympiade in Seoul/Südkorea. In seiner aktiven Zeit als Versehrtensportler legte er rund 100.000 Flugkilometer zurück. Heinz Simon starb im Mai 2014 nach langer und schwerer Krankheit.

Weltmeistertitel im Rollstuhl-Badminton

2001 kehrte Angelika Erdmann mit drei Weltmeistertiteln im Rollstuhl-Badminton aus dem spanischen Cordoba zurück. Andrea Castrop-Baldau wurde Vizeweltmeisterin. Mitte 2009 wurde unter dem Namen „Gehörlosen-Motorsport Club Dorsten e. V.“ der erste Gehörlosen-Sportverein gegründet. Der Verein organisiert Orientierungsfahrten und Geschicklichkeitsturniere für PKW- und Fahrradfahrer.

Frauenfußball – Eingriff in die Männerdomäne

Bei der Etablierung des Frauenfußballs in Dorsten hatte der FC Rhade eine Vorreiterrolle, bis auch andere Vereine sich dem Frauenfußball widmeten. Schon in den 1970er-Jahren kickten Damen, wenn auch nicht mit Dauerhaftigkeit wie bei Blau-Weiß Wulfen (bis 1973). Das Frauen-Team von Rot-Weiß Dorsten spielte sogar in der Verbandsliga. Beim TuS Gahlen widmeten sich gleich drei Mitglieder dem Projekt Mädchenfußball. Doch nicht überall scheinen die Vereine die Zeichen der Zeit erkannt zu haben. So hat ausgerechnet die größte Jugendabteilung der heimischen Vereine gerade einmal eine Handvoll Fußballerinnen in ihren Reihen. Auch beim SV Hardt gibt es keine Frauen- oder Mädchenmannschaft.

Fußballerinnen des FC Rhade erstmals Stadtmeisterinnen

Fußballerinnen des FC Rhade erstmals Stadtmeisterinnen

Dorsten – eine sportfreundliche Stadt

Waren es 1953 noch 21 Vereine mit 2.118 Mitgliedern, sind es heute ca. 160 Vereine bzw. Sportabteilungen mit rund 20.000 aktiven Mitgliedern, darunter 4.500 Fußballer, 4.300 Tennisspieler und 1.200 Schwimmer (Stand 31. Dezember 1999). Es gibt 14 Tennisplätze, elf Reitanlagen, vier Schießsportanlagen, elf Squascourts, sechs Schwimmsportbecken, eine Eissporthalle, 23 Sportplätze, 32 Sporthallen (darunter die Juliushalle, die ab 2015 großspurig „Kia Baumann Arena“ heißt) und 35 km Radwanderwege. 1995 wurde das eigenständige städtische Sportamt aufgelöst und 1997 war Dorsten Austragungsort der Europameisterschaften in Standardtänzen der Junioren unter Schirmherrschaft der damaligen Bundeskanzlergattin Hannelore Kohl. Auf dem 1956 eröffneten Waldsportplatz in Holsterhausen fand 1958 das erste Dorstener Schulsportfest nach dem Kriege mit über 350 Jungen und Mädchen statt.

Vereine: 2 Aikido, 1 American-Football, 5 Angelsport, 3 Basketball, 4 Behindertensport, 5 Betriebssport, 1 Billard, 1 Bogensport, 1 Eishockey, 2 Eiskunstlauf, 1 Faustball, 11 Fußball, 8 Gymnastik, 2 Handball, 1 Inline-Skating, 2 Jiu-Jitsu, 4 Judo, 2 Kanusport, 1 Karate, 2 Kegelsport, 1 Kickboxen4 Leichtathletik, 1 Luftsport, 1 Modell-Flugsport, 3 Motorsport, 1 Motoryachtsport, 5 Radsport, 2 Reitsport, 2 Rudersport, 3 Schachclubs, 10 Schießsport, 4 Schwimmen, 2 Sqash, 5 Taekwondo, 1 Tai Chi Chuang, 5 Tanzsport, 1 Tauchsport, 14 Tennis, 6 Tischtennis, 1 Triathlon, 5 Turnsport, 4 Volleyball, 2 Wandervereine. Davon bieten 4 Vereine Sport für Rollstuhlfahrer, über 70 Kinder- und Jugendsport und 4 Vereine speziellen Seniorensport an. Außerdem gibt es rund 40 Hobbysportgruppen. Bildungsträger (VHS, Haus der Familie, Paul-Gerhardt-Haus, Bildungswerk des Landessportbundes) bieten zudem Sport- und Gymnastikkurse an. Rudern. Nach 50 Jahren hat sim Mai 2014 der Schießsportverein Dorsten Hardt (SSV) aufgelöst.

Bewegungsmuffel: Vier von zehn Deutschen treiben keinen Sport

Viele Deutsche sind Bewegungsmuffel und vernachlässigen offenbar ihre Fitness: Laut einer Umfrage von 2012 treiben vier von zehn Bundesbürgern gar keinen Sport. Das gaben sie bei einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Mafo.de aus Hamburg an. Fast ebenso viele (37,2 Prozent) sagten, sie seien im Vergleich zu den vorangegangenen drei Jahren seltener sportlich aktiv. Etwas mehr als ein Viertel (27,3 Prozent) treibt den Angaben nach dagegen heute häufiger Sport. Gerade bei den Älteren sei die Sportmüdigkeit besonders hoch. Im Auftrag der Kette Injoy International Sports- & Wellnessclubs aus Dorsten (Nordrhein-Westfalen) wurden 1027 Bundesbürger zwischen 18 und 64 Jahren befragt.


Quellen:
RN vom 31. Juli 1980. – Dieter Pütz in RN-Sonderbeilage vom 17. September 1976. – Stadtsportverband Dorsten (Hg.) „Sport-Info 83. Zur Geschichte des Dorstener Sports“, Dorsten 1983. – Stadtsportverband Dorsten (Hg) „Dorstener Sport“, Info-Broschüre, Dorsten 2000. – Band 3 der „Holsterhausener Geschichten“. – Wanderausstellung mit den Urkunden von Alfred Kistowski (Ökumenischer Geschichtskreis Holsterhausen an der Lippe).

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