Musikschule

Ein wichtiges städtisches Institut der Musikerziehung und des Musizierens

Sinfonieorchester der Musikschule unter Leitung von Josef Jahn (Zauberflöte)

Sinfonieorchester der Musikschule unter der Leitung von Josef Jahn (Mozarts “Zauberflöte”)

Auf Ratsbeschluss wurde 1972 die Städtische Musikschule für musikalische Früherziehung errichtet. Kantor Heinrich (Heinz) Lübbert übernahm die Leitung 1973 mit dem Auftrag, eine Musikschule aufzubauen. Damals arbeitete die Musikschule noch dezentral, denn die Gemeinden, die heute Stadtteile sind, waren eigenständig und Lübbert musste sich um die musikalische Früherziehung in allen Gemeinden der Herrlichkeit kümmern. Sein Büro hatte er im Dorstener Rathaus. Dann bekam er Räume in der alten Marienschule und Anfang der 1980er-Jahre im alten Gymnasium an der Bochumer Straße.

1994 den eigenständigen Status verloren

Der Unterricht wurde Zug und Zug ausgebaut: Violine und Bratsche, Klarinette und Posaune, Blockflöte und Gitarre, Flöte und Oboe, Cello und Contrabass, Fagott, Horn und Saxophon, schließlich der Chor, das Sinfonieorchester und die Big Band. Dazu kam Unterricht, der auf das Hochschulstudium hinführte. Mitte der 1980er-Jahre und in den 1990er-Jahren gab es Querelen um den Erhalt der Musikschule aus Kostengründen. Heinrich Lübbert wurde 1988 pensioniert und unter 58 Bewerbungen wählte der Rat den Kölner Eugen Kayser zum Nachfolger. Er studierte in Bonn und Köln Musikwissenschaft, Theologie und Sozialwissenschaft und arbeitete zuletzt als Lehrer an der Rheinischen Musikschule Köln. 1994 verlor die Musikschule ihren Status als selbstständiges städtisches Institut und wurde dem Schulamt zugeordnet. Eugen Kayser ist seitdem Pädagogischer Leiter. Ab 2016 leitet Wolfgang Endrös (Wulfener Musikwoche) die MUsikschule. Zu den Reformen, die durchgeführt wurden, gehörten u. a. neue Angebote. Es hatten sich ein Erwachsenenchor und Kammermusikgruppen gebildet, vom aufgelösten Akkordeonverein wurden zwei Akkordeonorchester übernommen und die Volkshochschule trat ihren Ballettbereich an die Musikschule ab. Für vierjährige Kinder findet eine Vorbereitung im Fach „Musikalische Früherziehung“ und für Grundschulkinder im Fach „Grundausbildung“ statt. Neben den musikalischen Angeboten gibt es in der Musikschule noch Ballett- und Kunstunterricht für Kinder und Jugendliche.

Musikalische Frühförderung

Nach den Sommerferien jeden Jahres beginnen die Kurse der Musikalischen Frühförderung. Aufgenommen werden Kinder, die vier Jahre alt sind. Das Gehör ist das erste Organ, das beim Menschen schon im Mutterleib voll ausgebildet ist. Damit sind die besten Voraussetzungen gegeben, kleinen Kindern ohne jeglichen Leistungsdruck spielerisch den Weg in die bunte Welt der Musik zu öffnen. Sie machen selber Musik durch gemeinsames Singen, Bewegungsspiele mit Musik und gemeinsames Musizieren mit einfachen Schlaginstrumenten, aber auch Musikhören und das Kennenlernen von Musikinstrumenten gehört dazu. Der Kursinhalt ist auf eine zweijährige Dauer ausgerichtet. Der einmal wöchentlich stattfindende Unterricht dauert 60 Minuten bei einer Gruppengröße von 12 Kindern. Am Ende des Kurses besitzen die Kinder die Voraussetzung, ein Musikinstrument zu erlernen. Aber auch ohne dieses Ziel ist eine möglichst frühe eigene musikalische Betätigung von Kindern für ihre Entwicklung wichtig. Langzeitstudien haben nämlich gezeigt, dass Kinder durch aktive musikalische Betätigung:

  • ihren Intelligenzquotienten steigern,
  • ihr Verhältnis zu anderen Menschen verbessern,
  • bessere Leistungen in der Schule erbringen,
  • sich besser konzentrieren können,
  • Ausdauer und Geduld lernen.

Musikschule startet Werbeoffensive: Förderverein soll wachsen

Die gesellschaftlichen Anforderungen an die städtische Musikschule wachsen – die finanziellen Möglichkeiten leider nicht. Deshalb bliesen Musikschulleiter Wolfgang Endrös und die Fördervereinsvorsitzende Marion Trotzer im Juli 2017 zur Offensive, den Förderverein durch Mitgliederwerbung zu stärken. Mit Stand vom Juli 2017 hat der 1992 gegründete Förderverein der Musikschule 41 Mitglieder. Mit einem neuen Flyer wirbt der Verein um Zuwachs (musikschule-foerderverein-dorsten@email.de).

Ab 2018 Kooperation mit der Blasmusik Wulfen

Mitte Oktober 2018 haben die Musikschule und die Blasmusik Wulfen eine weitreichende Zusammenarbeit beschlossen. Die Musikschule übernimmt die Instrumental-Ausbildung der Vereinsmitglieder, hat dafür die bisherigen Lehrer der Blasmusik als Honorarkräfte übernommen, entlastet somit den Vorstand des Vereins von Verwaltungsaufgaben und führt junge Musiker an ihrem Instrument so weit, dass sie in den Ensembles der Blasmusik mitspielen können. Der Verein stellt im Gegenzug Instrumente und Räume für den Unterricht bereit. Außerdem wollen beide ein Konzept entwickeln, um mehr Kinder für Musik zu begeistern, etwa durch Verknüpfung der Ausbildung am Instrument mit dem Grundschul-Projekt „Jedem Kind ein Instrument“ (JeKits) in Wulfen und Deuten oder durch eine weitere Zusammenarbeit mit den Bläserklassen der Gesamtschule Wulfen.

Dirigent Josef Jahns Verabschiedung mit Konzert und Ehemaligentreff

Mit einem besonderen Konzert wurde Josef Jahn, Violinlehrer und Dirigent des Sinfonieorchesters der Musikschule Dorsten, Mitte Juni 2022 in der Aula des Gymnasium Petrinum in den Ruhestand verabschieden. Zu diesem Anlass lud die Musikschule alle ehemaligen Orchestermitglieder am zweiten Juniwochenende nach Dorsten zu einem musikalischen „Klassentreffen“ ein. Insgesamt 32 Jahre war Josef Jahn als Violinlehrer an der Musikschule tätig, 24 davon war er außerdem als musikalischer Leiter der Orchestergruppen für einen wichtigen Teil der Ensemblearbeit an der Musikschule zuständig, deren Schüler/innen in mehr als 100 Konzerten aufgetreten waren. Zehn Jahre lang ergänzte das Sinfonieorchester der Musikschule den Musikunterricht am Gymnasium Petrinum durch die themenbezogene Konzertreihe „Klassik für Kids“, bei der Schulleiter Wolfgang Gorniak die Moderation übernahm. Neben Konzerten in Dorsten, Schermbeck, Marl und Gelsenkirchen vertrat das Musikschulorchester die Stadt auch auf verschiedenen Konzertreisen an Nord- und Ostsee, sowie in Prag und Marienbad. Diese und andere Erinnerungen wurden beim Ehemaligentreffen wieder ins Gedächtnis gerufen – und es wurde auch miteinander musiziert. Rund 60 Teilnehmer reisten zu diesem Zweck aus ganz Deutschland und zum Teil auch aus dem benachbarten Ausland an. Im Konzert, der musikalische Höhepunkt des Jubiläumstreffens, wurden mit sieben Harfen, vielen Bläsern, Schlagzeugern und Streichern Werke unter anderem von Jacques Offenbach, Bedrich Smetana und Scott Joplin gebracht.

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