Stief, Maik

Ein Fußtritt beendete seine Motorradrenn-Karriere den Deutschen Meisters

Maik Stief

Maik Stief ging nicht freundlich mit seinem Konkurrenten um

Geboren 1972; ehemaliger Motorradrennfahrer, Grand-Prix-Teilnehmer und Deutscher Meister aus Dorsten. – Seine vielversprechende Karriere als Spitzensportler mit Meistertitel bekam im August 1995 einen empfindlichen Dämpfer. Der Dorstener Maik Stief wurde vom 1. Januar bis 30. Juni 1996 gesperrt, weil er beim Rennen der 1995er-Straßenmeisterschaft im tschechischen Most seinen Kontrahenten Markus Ober per Fußtritt vom Motorrad befördert hatte.
Seine erste Grand-Prix-Saison absolvierte Maik Stief 1989 in der 80-cm-Klasse auf einer Casal. 1993 kam er beim Grand-Prix (GP) von Australien auf Platz 12 der Klasse 125 ccm, im GP von Österreich ebenfalls auf Platz 12 und im GP der Niederlande auf den 4. Platz. Bei der Weltmeisterschaft kam er mit 21 Punkten auf den 23. Endrang. 1995 und 1997 wurde  Maik Stief Deutscher Meister. Von 1997 bis 1999 trat er wechselweise auf Aprilia-, Honda- und Yamaha-Maschinen in der nächsthöheren Klasse an.

Morgens gefeiert – mittags gefeuert

Die Be- und Verurteilung des oben erwähnten Vorfalls des Dorstener Renn-Talents Stief 1995 durch die Oberste Motorradsport-Kommission (OMK) zeigt das unsportliche Verhalten des Motorrad-Profis auf, um sportliche Meisterschaftstitel zu erringen. Darüber berichtete der Sportjournalist Michael Rohrer in der Fachzeitschrift „Motorrad“, Ausgabe vom 15. Januar 1996. Er schreibt:

„Morgens gefeiert – mittags gefeuert. So ging es dem Rennfahrer Maik Stief an einem Samstag im vergangenen November [1995] in Frankfurt am Main. Die Oberste Motorradsport-Kommission (OMK), der Motorradsport-Dachverband in Deutschland, hatte – nicht unumstritten – den Yamaha-Piloten als deutschen Straßenmeister der 125er Klasse geehrt. Am späten Nachmittag dann, als sowohl die offizielle Meisterfeier aller Klassen wie auch das opulente, tageszeitlich vielleicht etwas verfrühte Gala-Dinner vorbei war, saß das OMK-Sportgericht über den frischgebackenen Meister zu Gericht. Und fällte ein Urteil, das vielleicht gerecht, sicher aber hart und äußerst überraschend kam.“

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Maik Stief durfte seinen DM-Titel zwar behalten, wurde aber wegen der unsportlichen Auseinandersetzung mit Markus Ober in der Auslaufrunde des Rennens um die Deutsche Meisterschaft im tschechischen Most Ende August 1995 für sechs Monate, vom 1. Januar bis zum 30. Juni 1996, gesperrt. Stief wurde vorgeworfen, er habe seinen Gegner in der Auslaufrunde mit einem Fußtritt vom Mottorad befördert. Er wurde aber nicht sofort disqualifiziert, wurde lediglich mit einer Geldbuße von 200 DM verwarnt und durfte das Rennen weiterfahren. Das Sportgericht warf ihm zudem vor, er hätte in der Auslaufrunde des DM-Rennens in Assen sämtliches Benzin aus seinem Tank abgelassen, danach das Motorrad nicht sofort in den Parc fermé gestellt, sondern zuerst an der Box wieder mit Benzin befüllt. Sinn und Zweck des Parc fermés ist, dass die Wettbewerbsfahrzeuge unter Aufsicht und Zugriff der Rennleitung verbleiben, damit keine Veränderungen an den Fahrzeugen vorgenommen werden können, wie zum Beispiel vorteilhafte Gewichtsreduzierung durch Ablassen von Benzin. Stiefs Aussagen zu den Vorwürfen – in Assen sei lediglich Kühlwasser übergelaufen, und in Most habe er Markus Ober während des Rennens nur etwas ungeschickt gratuliert – sind nicht sehr überzeugend.

Sportgericht mit mangelnder Entscheidungsfreude

Trotz der Verwarnung und Bekanntwerdens der Vorwürfe während des Rennens wurde Maik Stief nicht disqualifiziert, durfte sich weiter am Rennen beteiligen und bekam den Meistertitel. Erst danach, am selben Tag, wurde Stief wegen seines Fehlverhaltens gesperrt. Das wurde von der Presse kritisiert. Man hätte Stief, so die Kritiker des Urteils, die Teilnahme schon vorher entziehen müssen. Man warf dem Sportgericht „mangelnde Entscheidungsfreude“ vor. Wie auch immer. Übereinstimmend kam die Sportpresse zu dem Schluss, dass das Procedere des Sportgerichts falsch war, die verhängte Strafe des wohl zu Recht verhängt wurde. So konnte Maik Stief, der von seinem Vater „bekanntlich rustikal“ gemanagt wurde, am Grand-Prix 1996 in der 125er wie auch in der 250er Klasse nicht teilnehmen, was für den Rennfahrer ein „herber Rück-Tritt“, um in der Wortwahl beim Tritt gegen seinen Konkurrenten, mit dem diese Misere anfing, zu bleiben.
Maik Stief ist heute in der tschechischen Stadt Brno ansässig und arbeitet seit 2004 im Bereich der Produktion, Handel und Dienstleistungen, die nicht in den Anhängen 1 bis 3 und Einzelhandel Act von Kraftfahrzeugen und Zubehör, wie aus dem Handelsregister der Gemeinde Brno ersichtlich.

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