Schwarzarbeit

Millionenschäden im Kreis Recklinghausen durch Schattenwirtschaft

Im Kreis Recklinghausen sind in den Jahren 2018 und 2019 durch interkommunale Zusammenarbeit wirtschaftliche Schäden durch Schwarzarbeit in Höhe von 5,23 Mio. Euro aufgedeckt worden. Es ist das erste Mal, dass das Ausmaß dieser illegalen Aktivitäten im Kreis durch Zahlen dokumentiert wird. Am 1. Februar 2018 hat das interkommunale Bündnis zur Bekämpfung der Schattenwirtschaft seine Arbeit aufgenommen. In den Ordnungsämtern der Städte Recklinghausen und Herten ist eine „Ermittlungsgruppe Schwarzarbeit“ (EGS) eingerichtet worden. Die jeweils 1,5 Stellen an beiden Standorten werden von allen Städten finanziert. Herten ist dabei für Dorsten, Gladbeck und Marl mit zuständig, Recklinghausen für Castrop-Rauxel, Haltern und das Ostvest. Die Varianten der Schattenwirtschaft sind vielfältig. Da geht es um Betriebe, die Tätigkeiten ausführen, für die sie überhaupt keine Zulassung haben. Oder um Firmen, die Subunternehmen beschäftigen, die vom Mindestlohn noch nie etwas gehört haben. Illegale Beschäftigung sowie Lohn- und Sozialdumping führen jedoch zu Wettbewerbsverzerrungen und gefährden legal arbeitende Betriebe und deren Arbeitsplätze. Deswegen, heißt es in den Rathäusern, sei die Bekämpfung der Schwarzarbeit Wirtschaftsförderung im besten Sinne. Die EGS-Mitarbeiter kontrollieren in den Unternehmen Firmendokumente und Ausweise der dort Tätigen, befragen Zeugen, werten Kontodaten aus und beantragen Durchsuchungsbeschlüsse. Sue haben dabei die gleichen Befugnisse wie Staatsanwälte. Vordringliches Ziel sei es, Unternehmen aus der Schattenwirtschaft in die Legalität zurückzuholen.Die insgesamt drei Stellen der Ermittlungsgruppe schlagen mit 270.000 Euro zu Buche; eine Summe, die sich die zehn Städte teilen. Die Erwartung, dass die Personalkosten durch Bußgeldeinnahmen refinanziert werden können, hat sich bislang nicht erfüllt. Von fast 310.000 Euro Bußgeldern, die in den zurückliegenden beiden Jahren verhängt wurden (Stand September 2019) konnten nur etwa 53.000 Euro (17 Prozent) kassenwirksam eingetrieben werden.


Quelle: Gekürzt nach Michael Wallkötter: „Millionenschaden im Vest durch Schwarzarbeit“ in DZ (Kreisseite „Aus der Region“)  vom 6. Febr. 2020

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