Neuhaus, Hans

Als Neunjähriger war Radiosprecher sein Traumberuf – mit 28 wurde er es

Geboren 1963 in Krefeld, zugezogen nach Dorsten, Radiosprecher und Fotograf. Nach Wohn- bzw. Arbeitsorten in Krefeld, Mönchengladbach, Berlin kam er als 58-Järiger im Jahr 2021 nach Dorsten, wo er ein nicht kommerzielles Projekt in dem von ihm eingerichtete „Radio Dorsten“ umsetzte: einen wöchentlichen Podcast, bei dem er sich mit interessanten Menschen aus Dorsten unterhält. Auf Radia Dorsten ist zudem Nonstop Classic-Hits aus Pop & Rock zu hören, ausgewählte aktuelle Songs sowie Weltnachrichten und Neues aus Dorsten. Und das mit der unverkennbaren Stimme des Neu-Dorsteners Hans Neuhaus, „eine Stimme“, so schreibt die Zeitschrift „Lokal-Lust“, die „definitiv ins Radio gehört“.
So spür6e es auch der junge Hans, als er gerade neun Jahre alt war und er seinen Entschluss fasste, Radiosprecher zu werden. Wie er Martina Jansen von „Lokal-Lust“ erzählte, habe er nicht wie andere Junges Musik im Radio gehört, sondern der Sprache eines Radiosprechers auf dem Sender RTL gehört, ganz gleich, was er sagte. „Ich werde Radiosprecher“, war für ihn dann klar, Er hatte im Haus seiner Eltern in Krefeld das Glück, den Luxemburger Sender hoch oben im Haus aus UKW in bester Qualität zu hören und nicht nur auf der knarzenden Mittelwelle. In der Wohnung hörte er die Radio-Musik seiner Eltern mit.

Videos Krefeld, Radio Mönchengladbach, Rundfunk Berlin, Radio Dorsten

Mit 15 Jahren verließ Hans Neuhaus die Schule und begann eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann. Angepeilt war die Musikabteilung, gelandet ist er jedoch in der Sparte Fotografie. Seitdem ist auch das Fotografieren sein großes Hobby. Sein Abitur holte Hans Neuhaus nach und kam mit einem Volontariat in einer Videofirma seinem Traumberuf noch einen Schritt näher. Das Produzieren von Nachrichtenfilme faszinierte ihn. Doch er behielt seinem Traumberuf des Nachrichtensprechers im Kopf. Das half ihm, die Wehrzeit bei der Bundeswehr im Sanitätsdienst zu überbrücken. Danach ließ sich Han Neuhaus von einem WDR-Sprecherzieher testen. Nach 30 Sekunden Vorlesen, holte ihn dieser von seinen Träumen auf den Boden zurück. Die DZ zitiert ihn: „Meine Stimme fand er ja ganz okay und ausbaufähig, aber mein Dialekt, der ging gar nicht. Damals sprach ich noch breites Niederrheinisch, also quasi Kölsch, auch wenn die Kölner das anders sehen.“
Daraufhin fuhr Hans Neuhaus ein Jahr lang zur privaten Ausbildung, erst dann hielt seine dunkle Stimme den hohen Anforderungen des „Meisters“ stand. Als er dann 1991 beim Lokalradio Mönchengladbach anfing, moderierte Musik-Sendungen, sprach Nachrichten und lieferte Reportagen. Hans Neuhaus hatte mit 28 Jahren erreicht, was er als Neunjähriger für sich beschlossen hatte. Er war tätig beim Lokalfunk NRW in Mönchengladbach, Düsseldorf und Krefeld. Krefeld wurde ihm aber irgendwann zu klein. Er wollte raus, raus in die Welt und machte daher in Berlin ein Monatspraktikum bei einer Rundfunkproduktionsfirma. Er bespielte Berliner Sender: Jazzradio, Radioropa Berlin/RBB, Kulturradio. So wurden aus einem Monat zehn Jahre. Dann verschlug ihn 2021 die Liebe nach Dorsten verschlug. „Hier möchte ich bleiben. Wald, Wasser, Einkaufsmöglichkeiten und überall wird Dorsten verschönert, wir haben doch alles, was das Leben hier lebenswert macht.“


Quellen: Radiowoche vom 16. Mai 2017. – Radioszene 2021. – Martina Jansen in Lokal-Lust vom 2. Mai 2021. – Dorsten-Online 23. Mai 1921. – Jazzclub/Radioexpress (Online-Aufruf 2023).

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