Naturpark Hohe Mark

Naherholungsgebiet für rund sechs Millionen Menschen aus dem Revier

Naturpark Hohe Mark: Das Schild heißt die Besucher willkommen; Foto: JF

Mit 1040 qkm ist die an das nördliche Ballungsgebiet Rhein-Ruhr grenzende und vor Dorsten liegende Hohe Mark viertgrößter Naturpark in NRW und somit wichtiges Naherholungsgebiet für etwa sechs Millionen Menschen. Das Waldgebiet umfasst die Region beiderseits der unteren Lippe vom Niederrheinischen Tiefland bis in die Westfälische Bucht hinein. Die maximale West-Ost-Ausdehnung, gemessen vom Diersfordter Forst, westlich von Hamminkeln, bis zur Ruine der Rauschenburg an der Lippe zwischen Datteln und Olfen, beträgt rund 60 km.

Wanderwege mit einer Länge von 1300 km durchziehen das Waldgebiet

Naturpark Hohe Mark, Foto: JF

Im Norden reicht der Naturpark mit dem 154 m hohen Stimberg bis zur Linie Bocholt, Rhede, Borken, Coesfeld, Dülmen und Lüdinghausen. Mit seinen südlichen Spitzen reicht er bis in das innere Ruhrgebiet: Dinslaken, Oberhausen, Bottrop, Dorsten und im Osten bis an den Rand der Innenstädte Marl und Oer-Erkenschwick. – 261 Wanderwege in einer Länge von 1300 km durchziehen das Waldgebiet, 189 Wanderparkplätze sowie mehrere als Rundwege angelegte heimatkundliche Lehrpfade. Einige Orte besitzen Fahrradstationen. Der südwestliche Streckenabschnitt der „100-Schlösser-Route“ verläuft durch die Hohe Mark ebenso wie die „NiederRheinroute“, die 1993 eröffnete „Römer-Route“ und die „RuhrTour“. Im Gegensatz zu anderen Naturparks in Deutschland setzt sich die Hohe Mark aus unterschiedlichen Landschaftstypen zusammen, die teils durch große, zusammenhängende Waldflächen, teils durch Heidelandschaften, teils durch Wiesen- und Weideflächen geprägt sind. Rund ein Drittel des Gebietes ist bewaldet. Die größten Waldgebiete bilden die Haard, die Borkenberge, die Hohe Mark, ferner Dämmerwald, Hünxer Wald, Gartroper Bruch, Kirchhellener Heide, Hiesfelder Wald und Kölnischer Wald.
Hier leben 40 Säugetierarten, 238 Vogelarten, 26 Arten der Fischfauna und 45 der Libellenfauna, 14 mögliche Amphibien- und sieben mögliche Reptilienarten. Vom 36 m hohen Feuerwachtturm am Galgenberg hat man eine phantastische Aussicht über die Hohe Mark bis in das anschließende Ruhrgebiet hinein. In der Hohen Mark wurde in den 1960er Jahren Reste des verschollenen Klosters Maria Born aus dem 13. Jahrhundert gefunden.

Zwei miteinander verzahnte Vereine ermöglichen ein effizientes Handeln

h-hohe-mark-naturpark-karteDie beiden Vereine „Förderverein Naturpark Hohe Mark – Westmünsterland“ und „Naturpark Hohe Mark Westmünsterland“ bündeln die Interessen des Naturparks um die Region langfristig für Bewohner und Besucher attraktiv zu erhalten und weiter zu entwickeln. Die Aktivitäten der Vereine sind eng miteinander verzahnt und ermöglichen ein möglichst effizientes Handeln. Die Geschäftsstelle der Vereine befindet sich im Naturparkhaus Tiergarten Schloss Raesfeld.
Der 1963 gegründete Trägerverein Naturpark Hohe Mark – Westmünsterland verfolgt das Ziel, den Naturpark Hohe Mark – Westmünsterland in den Bereichen Natur- und Kulturlandschaft, Regionalentwicklung, Tourismus und Erholung sowie Umweltbildung aktiv zu fördern. Der Förderverein Naturpark Hohe Mark – Westmünsterland engagiert sich seit November 2010 für den Naturpark. Seine regionalen Mitglieder aktivieren Partnerschaften und akquirieren Finanzmittel, um die Arbeit des Naturparks zu unterstützen.

Naturpark soll deutlich erweitert werden

Bei seiner Gründung 1963 waren die Grenzen des Naturparks, der sich derzeit zwischen Borken und Kirchhellen, Wesel und Olfen erstreckt, nicht verändert worden. Mitte 2016 wurden Überlegungen öffentlich, den Naturpark deutlich zu erweitern. Beispielsweise haben die Verantwortlichen seinerzeit Wulfen völlig außen vorgelassen, weil man glaubte, der Bergbau werde sich hier stark niederlassen. Jetzt gibt es keinen Bergbau mehr, zudem sind interessante Gebiete wie der Hervester Bruch dazu gekommen, die sich auch touristisch vermarkten lassen. Neben Deuten, Lembeck und Rhade sollen künftig weitere Dorstener Stadtteile nördlich der Lippe dazu kommen wie Östrich mit dem Hardtbergsee (früher Tillessensee) und der Barloer Busch. Weiter sich zum Ruhrgebiet hin ausdehnen will die zuständige Bezirksregierung nicht. Daher wird auch ganz Dorsten nicht aufgenommen.
Die derzeitige Fläche des Naturparks, der kein Naturschutzpark ist, beträgt 1040 Quadratkilometer, die West-Ausdehnung 59 Kilometer, die Nord-Süd-Ausdehnung 40 Kilometer. 23 Kommunen sind Mitglieder. Neben den o. g. Stadtteilen Dorstens soll künftig auch der Kreis Coesfeld beteiligt sein. – 75 Prozent der Fläche des Naturparks sind Landschaftsschutzgebiete, 17 Prozent schutzwürdige Biotope, 4 Prozent Wasserfläche, 7 Prozent Naturschutzgebiete  und 35 Prozent Wald. Für Freizeitaktivitäten stehen u. a. 1000 Kilometer Radwege, 500 Kilometer Reitwege, 1900 Kilometer Wanderwege und 200 Kilometer Wasserwanderwege bereit.

Attraktivitätssteigerung durch „Naturpark-Partner“

Um die Attraktivität des Naturparks Hohe Mark Westmünsterland für Touristen und  Einheimische zu steigern, hat die Geschäftsstelle des Naturparks bislang insgesamt 73 Partner aus der Umgebung gewinnen können. Das sind meist einheimische Unternehmen der Gastronomie, Kultur und Natur. Zu diesen „Naturpark-Partnern“ gehören die Dorstener Betriebe Obstbrennerei Dirk Böckenhoff, das Kulturdenkmal Tüshaus-Mühle, die Biologische Station des Kreies Recklinghausen in Lembeck sowie das Schloss Lembeck der gräflichen Familie von Merveldt. Ausgewählt werden die Partner von einem Gremium.

Dorsten ins Förderprogramm „Vital.NRW“ aufgenommen

Dorsten und der Naturpark Hohe Mark wurden 2014 nicht in das EU-Förderprogramm „Leader“ aufgenommen. Daher hat das Land NRW Dorsten und andere Städte als „Trostpflaster“ in das Förderprogramm „Vital.NRW“ aufgenommen. Die Städte Dorsten, Dülmen, Haltern am See und Olfen sowie die Gemeinden Reken und Raesfeld haben Ende 2016 den Verein „LAG Region Hohe Mark – Leben im Naturpark“ gegründet und können nun Fördermittel aus dem NRW-Programm „Vital.NRW“ erhalten. Insgesamt steht für die den Verein Region Hohe Mark 1,9 Millionen Euro zur Verfügung, von denen 1,55 Millionen vom Land gegeben werden. Die Stadt Dorsten wird sich pro Jahr mit 5000 Euro zu den Personalkosten für einen Regional-Manager beteiligen, der 2017 im Naturparkhaus Raesfeld  ein Büro beziehen wird. Erste Projekte können 2017 beschlossen werden. Ziel ist es, den ländlichen Raum attraktiver zu gestalten und damit als Wirtschafts-, Lebens-, und Erholungsraum zu stärken.

Überarbeitete Freizeitkarte des Naturparks herausgegeben

Der Regionalverband Ruhr (RVR) gab im September 2016 die überarbeitete farbige Freizeitkarte „TourTipp Hohe Mark“ neu heraus. Darin eingezeichnet ist vor allem das 700 Kilometer lange Rad- und Wanderwegesystem im Naturpark. Die Karte ist in der Dorstener Stadtinfo (Recklinghäuser Straße) und beim RVR Onlineshop unter shop.metropoleruhr.de erhältlich.


Literatur:
„Naturpark Hohe Mark“, Münster 1994.

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